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Psycho-Onkologin erklärt

Warum Corona unter Krebspatienten im Krankenhaus ein Tabuthema ist

Krebspatienten haben eigentlich genug Sorgen, doch auch Corona macht vor ihnen nicht halt. Aus Angst vor einer Ansteckung isolieren sie sich. Eine Baden-Badener Psycho-Onkologin erklärt, warum Krebspatienten im Krankenhaus nicht gerne über Corona sprechen.

Telefonieren statt Treffen: Die Beratungsstelle Baden-Baden vereinbart mit Krebserkrankten und deren Angehörigen Uhrzeiten zum Telefonieren. Foto: dpa

Kommt der Krebs wieder? Wie verhindere ich eine finanzielle Notlage? Die Themen, mit denen sich Krebskranke im Laufe ihres Lebens beschäftigen, verändern sich immer wieder, weiß Karin Nagel. Die Mitarbeiterin der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Baden-Baden meint, seit Corona habe sich etwas verändert: „Jetzt geht es häufiger um das Thema Angst.“ Es herrsche beispielsweise große Verunsicherung unter den Patienten, ob sie eine Arztpraxis aufsuchen sollen oder lieber nicht.

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar macht die Beratungsstelle auf die belastende Situation für Krebserkankte und deren Angehörige aufmerksam. Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu verhindern, verzichten die Mitarbeiter größtenteils auf Präsenztermine mit den Hilfesuchenden. Lediglich Gespräche zu Notfällen und Erstkontakte finden noch persönlich statt.

Am Telefon merken die ausgebildeten Psycho-Onkologinnen, dass viele der Anrufer zusätzlich wegen Corona leiden. Sie sind einsam, möchten aber ihr Haus nicht verlassen. Ob die Isolation die beste Lösung ist, sei von der Erkrankung abhängig, erklärt Nagel. Sie betont: „Es gibt Menschen, die für sich alleine spazieren gehen können, bei denen die Angst aber einfach zu groß ist.“

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