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„BT-Leser bereiten Weihnachtsfreude“

Was mit den Spenden aus der BT-Hilfsaktion in Baden-Baden geschieht

Seit mehr als 60 Jahren gibt es die Hilfsaktion „BT-Leser bereiten Weihnachtsfreude“ in Baden-Baden. Doch wofür werden die Spenden konkret benutzt?

Durchsichtige Engelsfiguren hängen an einem Stand auf dem Baden-Badener Weihnachtsmarkt.
Weihnachtliche Stimmung kommt bei Menschen in Not nicht immer auf. Die BT-Weihnachtsaktion soll das ändern. Foto: Alexei Makartsev

Wer für die Aktion „BT-Leser bereiten Weihnachtsfreude“ spendet, kann sich sicher sein, dass jeder gespendete Cent auch direkt und ohne Abzüge bei Baden-Badenern in Not ankommt. Doch wer sind diese Menschen, denen da geholfen werden soll? Wofür wird das Geld verwendet?

Am besten können diese Fragen diejenigen beantworten, die bei den sozialen Einrichtungen in Baden-Baden arbeiten. Sie erleben immer wieder, wie dringend Spenden nötig sind. Und sie sind es auch, die entscheiden, wer durch die BT-Aktion unterstützt wird.

Die Hilfe ist besonders wichtig für Menschen, die sich schämen, Grundsicherung zu beantragen, obwohl nach einem ganzen Arbeitsleben die Rente nicht reicht.
Christel Moritz
Einsatzleiterin Aktion Nächstenhilfe der AWO

Denn der Verein „BT-Leser bereiten Weihnachtsfreude“ arbeitet bei der Aktion eng mit der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, der Diakonie, dem Sozialdienst katholischer Frauen, der Lebenshilfe, der Firma Mopädd (Mobile pädagogische Dienste) und dem Baden-Badener Kinder- und Jugendheim zusammen. Die Mitarbeiter dieser Einrichtungen können dank der Spenden aus der BT-Weihnachtsaktion unkompliziert und unbürokratisch eingreifen. Genau dort, wo es wichtig ist.

„Die Hilfe ist besonders wichtig für Menschen, die sich schämen, Grundsicherung zu beantragen, obwohl nach einem ganzen Arbeitsleben die Rente nicht reicht“, schildert Christel Moritz von der AWO einen typischen Fall. Und sie nennt weitere Beispiele: Etwa Menschen, die sich zurückziehen, weil das Geld für die Teilhabe an einem „normalen“ Leben nicht ausreicht.

Moritz kennt auch Menschen, die keinen Inflationsausgleich bekommen und ihre Nebenkostennachzahlung nicht mehr aufbringen können. „Diese Menschen leben mitten unter uns, im ,reichen’ Baden-Baden“, sagt Moritz.

Solchen Menschen begegnet auch Bettina Härer-Nagelschmidt vom Kinder- und Jugendheim Baden-Baden immer wieder. Sie erzählt zum Beispiel von einem alleinerziehenden Familienvater.

Alleinerziehender Vater kann dank der Aktion seine Stromrechnung zahlen

Er benötigt das Geld aus der BT-Aktion in diesem Jahr sehr dringend, um seine Stromnachforderung mit Raten begleichen zu können. „Er arbeitet, doch der Verdienst ist in einem engen Rahmen“, erzählt Härer-Nagelschmidt.

Eine Familie wolle sich dank der Spende ein besonderes Weihnachtsessen und einen kleinen Ausflug gönnen, sagt Härer-Nagelschmidt. Ohnehin ist es angesichts der gestiegenen Lebensmittelpreise für viele Menschen erst durch eine Spende aus der BT-Aktion möglich, sich für Weihnachten einmal besonderes, gutes Essen kaufen zu können.

Kleine Freude für Menschen mit Behinderung

Das beobachtet auch Annemarie Boos von der Lebenshilfe. Sie erzählt von Menschen mit Behinderung, die sich dank der Aktion zu Weihnachten eine leckere Mahlzeit und etwa einen Pullover gönnen können. Für andere werde es durch die Spende möglich, „an einem lang ersehnten Tagesausflug“ teilzunehmen.

Eine Mutter, sagt Moritz, wolle ihrer Tochter mit dem Spendengeld einen guten Schulranzen mit Zubehör zu Weihnachten schenken. Diese Mutter ist nur eine von vielen in der Stadt, bei denen das Geld knapp ist: Zu den Bedürftigen, die von den Vertretern der Institutionen für die Aktion gemeldet wurden, gehören insgesamt viele Familien mit Kindern.

Viele Familien in Baden-Baden brauchen Hilfe

So berichtet Christine Kögel vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) von einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern. Diese braucht dringend Geld für einen neuen Kühlschrank, weil der alte nicht mehr richtig funktioniert. Und natürlich würde auch sie ihren Kindern gern Weihnachtsgeschenke kaufen.

Doch auch viele Einzelpersonen sollen über die BT-Aktion unterstützt werden. Kögel nennt etwa einen jungen Mann, der psychisch erkrankt ist und von Sozialleistungen lebt. Er träumt von einem Handy. „Durch seine Erkrankung fällt es ihm teilweise schwer, die eigenen vier Wände zu verlassen“, schildert Kögel. „Mit dem Smartphone kann er Kontakt zur Außenwelt, zu seiner Familie oder zu Freunden und Bekannten halten und ist somit weniger einsam.“

Auch Alleinstehende sind unter den Spendenempfängern

Er soll genauso von der Weihnachtsspende profitieren wie eine alleinstehende Frau, deren Fall Frank Herzberger vom Caritas-Stadtteilzentrum Briegelacker schildert. Die Frau ist Mitte 50, arbeitet als Reinigungskraft und wäscht ihre Wäsche seit Monaten im Waschbecken. Ihr großer Wunsch: eine gebrauchte Waschmaschine.

Wer dazu beitragen möchte, diesen und viele weitere Wünsche zu erfüllen und Bedürftigen in dieser Stadt eine Freude zu machen, hat dazu auch in den nächsten Tagen noch Gelegenheit: Die Organisatoren der Aktion hoffen darauf, dass bis Weihnachten noch viele Spenden auf den Konten des gemeinnützigen Vereins eingehen.

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