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Belastende Abhörprotokolle

Wehrmachtsgeneral aus Baden-Baden: War „Retter von Paris” in Holocaust verstrickt?

General von Choltitz ging als „Retter von Paris” in die Geschichte ein. Auf Wikipedia wird ihm die Ermordung von Juden vorgeworfen. Dafür gibt es keine Beweise, sagt sein Sohn.

Timo von Choltitz, Sohn des früheren Generals Dietrich von Choltitz, dem letzten deutschen Befehlshabers von Paris im Zweiten Weltkrieg, zeigt eine Originallangspielplatte zu dem im Jahr 1966 angelaufenen Kinofilm „Brennt Paris?”. Foto: Bernd Kamleitner

War der als „Retter von Paris” bekannt gewordene und in Baden-Baden beigesetzte Wehrmachtsgeneral Dietrich von Choltitz im nationalsozialistischen Deutschland auch an der Ermordung von Juden beteiligt? In der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia werden solche Vorwürfe erhoben. Sein Sohn Timo von Choltitz widerspricht diesen Anschuldigungen gegen seinen am 5. November 1966 verstorbenen Vater allerdings vehement. Nach seinen Recherchen seien die Vorwürfe nicht zu beweisen.

Im Wikipedia-Eintrag zu seinem Vater ist etwas anderes zu lesen. Sie beziehen sich auf angebliche und heimlich abgehörte sowie aufgezeichnete Gespräche gefangener Wehrmachtsoffiziere im britischen Kriegsgefangenenlager Trent Park nördlich von London durch den britischen Geheimdienst.

Aussagen in Abhörprotokoll

Laut einem in Abschrift angeblich erhaltenen Abhörprotokoll vom 29. August 1944 soll von Choltitz gesagt haben: „Den schwersten Auftrag, den ich je durchgeführt habe – allerdings dann mit größter Konsequenz durchgeführt habe –, ist die Liquidation der Juden.“ Hat der Sohn möglicherweise die Vergangenheit seines Vaters verharmlost, als er in unserem Beitrag über den „Retter von Paris” beteuerte, dass sein Vater an der Ermordung von Juden zu keiner Zeit beteiligt war?

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