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Trotzdem Verluste

Weihnachtsschmaus to go: Gastronomen in Baden-Baden sind von Nachfrage überrascht

Zum selbst zubereiten oder zusammenstellen, traditionelle Martinsgans oder italienische Pizza. Die Baden-Badner Gastronomen haben sich für das Lockdown-Weihnachtsgeschäft einiges einfallen lassen. Dabei lohnt es sich für sie kaum.

Familie sitzt an Heiligabend gemeinsam am Tisch und geniesst das Weihnachtsessen, model released Family sits to Christmas Eve together at Table and enjoys the Christmas dinner Model released Foto: imago stock&people imago/Ralph Peters

Die Lage in der Gastronomie ist coronabedingt nicht erst seit dem Lockdown light im November angespannt. Trotzdem haben sich viele Baden-Badener Restaurants für ein „To-Go“-Angebot über die Weihnachtsfeiertage entschieden.

„Die Vorbestellungen laufen gut, trotzdem ist das Angebot mehr ein Service oder damit wir nicht in Vergessenheit geraten“, meint Roland Müller vom Restaurant Blume in Sandweier. Der Aufwand lohne sich eigentlich nicht.

Auf seiner kleinen Weihnachtskarte bietet der Gastronom unter anderem winterliche Wildgerichte an. Diese können jedoch nicht an Heiligabend bestellt werden, denn, so betont Müller: „Da haben wir traditionell zu.“

Zum ersten Mal Weihnachten in der Küche

Die Pizzeria Mamma Lina bricht in diesem Jahr das erste Mal seit fünf Jahren mit dieser Tradition. „Seit November ist die Anfrage für ein Weihnachtsangebot sehr groß, deswegen haben wir uns dafür entschieden“, erklärt Angelo Tortora vom Restaurant.

Für den 24. Dezember hätten sie auch bereits mehr als 25 Vorbestellungen, freut er sich: „Einer kommt extra aus Offenburg und holt hier was.“ Neben den klassischen Gerichten und extra Weihnachtsplatten bietet die Pizzeria außerdem ein „Do it Yourself“-Menü an. Dabei werden die Zutaten in Vakuum verpackt an die Kunden geliefert. „Das hat den Vorteil, dass nicht sofort gegessen werden muss, wenn die Lieferung kommt“, sagt Tortora.

Trotz Arbeit will der Chef den Mitarbeitern eine schöne Weihnachtszeit ermöglichen: „Jeder hat einen Tag frei für die Familie und wir haben den Laden auch jetzt dekoriert, mit einem Baum und Adventskranz.“

Auch im Gasthaus Auerhahn steht am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag die Belegschaft in der Küche. Der Besitzer Hans Schindler betont aber, dass sich alle freuen, überhaupt arbeiten zu können. „Sie wissen nicht, wie verrückt die Mitarbeiter werden, wenn sie nichts zu tun haben“, scherzt er über die schmerzhafte Zeit des Lockdowns.

Obwohl sein „To-Go“-Angebot „außergewöhnlich und überraschend gut laufe“, weiß der Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Baden-Baden, dass allen Gastronomen, dass Zusatzgeschäft fehlt. „Im Restaurant bestellen die Gäste zum Hauptgang noch eine Vorspeise, ein Dessert oder eine gute Flasche Wein - weil die Atmosphäre stimmt“, meint Schindler.

Kunden bestellen aus Solidarität

Doch das Abhol-Angebot habe auch Vorteile, erklärt der Gastronom: „Die Leute freuen sich, dass sie auf die Schnelle was bekommen, außerdem merke ich einen Solidaritätsgedanken.“ Damit meine er nicht, dass die Kunden aus Mitleid handeln, sondern ehrlich die Gastronomie vor Ort unterstützen möchten. Ihn habe die sehr hohe Nachfrage nach seiner Gans auf jeden Fall überrascht. Für den ersten Weihnachtsfeiertag könne er erst am 14 Uhr wieder Bestellungen aufnehmen, sonst reiche die Kapazität an Öfen nicht aus.

Wie der Gasthof Auerhahn bietet auch das Wirtshaus zur Geroldsauer Mühle sowie das Brenners Park-Hotel eine Martinsgans für Weihnachten an. „Wir liefern jedes Jahr, das hat bei uns bereits Tradition“, sagt Markus Beus. Der Marketing und Kommunikationsleiter des Fünf-Sterne Hotels weiß aber auch, dass diese Aktion 2020 nochmal zusätzliche Bedeutung hat.

„Gerade jetzt, wo wir auf den Großteil des Geschäftes verzichten müssen, haben wir natürlich die Hoffnung, dass es gut läuft“, betont Beus. Er blickt aber soweit positiv auf die Feiertage und rechnet mit vielen treuen Kunden, denen das Restaurant auch gerne Extrawünsche erfüllt.

Lieferung lohnt sich nur für Kunden

Um jedem Kunden ein individuelles Feiertagsmenü zu bieten, arbeite das Restaurant Rizzi mit einem „Choice-Menü“. Aus Vorspeise, Hauptgang, Beilage und Nachtisch können sich die Kunden ein eigenes Menü zusammenstellen. Aber auch von Seiten des Restaurants am Augustaplatz heißt es: „Die To-Go-Angebote sind eher, um bei den Kunden präsent zu bleiben.“ Die ausgebuchten Feiertage können damit nicht abgefangen werden.

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