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Pilotprojekt in der Erzdiözese Freiburg

Ein weltlicher Verwaltungsleiter managt künftig die Seelsorgeeinheit Baden-Baden

Johannes-Jürgen Laub ist in der Seelsorgeeinheit Baden-Baden ab Oktober für Personal, Gebäude und Finanzen zuständig. Erzbischof Stephan Burger setzt zum ersten Mal einen weltlichen Manager ein.

Neuer Verwaltungsleiter: Johannes-Jürgen Laub ist künftig für Personal, Gebäude und Finanzen zuständig. Foto: Marina Schell

Die Katholische Seelsorgeeinheit Baden-Baden erhält als erste Pfarrgemeinde in der Erzdiözese Freiburg einen weltlichen Verwaltungsleiter. Der 33 Jahre alte Johannes-Jürgen Laub wird seine Stelle im Herbst antreten.

„Das Ganze ist Teil eines Pilotprojekts“, erläutert Pfarrer Michael Teipel. Die Erzdiözese werde an fünf Orten eine Verwaltungsleitung einrichten. Laub ist in Baden-Baden künftig zuständig für Personal, Gebäude und Finanzen.

„Für mich ist das eine enorme Entlastung“, bekräftigt Teipel. Er verweist darauf, dass er neben seiner seelsorgerischen Arbeit Dienstherr von etwa 130 Beschäftigten in verschiedenen katholischen Einrichtungen und Organisationen ist. Laub werde ihm und dem Stiftungsrat einen großen Teil von Verwaltungsaufgaben abnehmen, sodass er sich wieder stärker auf seine seelsorgerischen Aufgaben konzentrieren könne.

Der neue Verwaltungschef ist derzeit Ortsbürgermeister

Der Stiftungsrat entschied sich unter zehn Bewerbern für Laub. Er ist derzeit Schulentwicklungs- und Kommunalberater sowie ehrenamtlicher Ortsbürgermeister in Neustadt am Rübenberge. Der neue Verwaltungschef der Seelsorgeeinheit stammt aus Pirmasens, ist verheiratet und hat einen Sohn.

Teipel freut sich zudem über eine weitere Personalentscheidung: Diakon Thomas Rudolf wird am 6. Oktober Nachfolger von Kaplan Pater Thomaskutty, der für seinen indischen Orden eine neue Aufgabe übernimmt.

Nach Auskunft des Pfarrers hat Freiburg zwar zugesagt, dass die Seelsorgeeinheit einen neuen Kaplan erhalten werde, er habe jedoch nicht damit gerechnet, dass es einen nahtlosen Übergang geben werde.

Thomas Rudolf ist 41 Jahre alt, in Schwetzingen geboren und in Wiesloch aufgewachsen. Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann und Sozialarbeiter beziehungsweise Sozialpädagogen hat er in verschiedenen Stellen gearbeitet. Bis vor seinem Eintritt in das Priesterseminar war er in der Katholischen Verrechnungsstelle Heidelberg angestellt.

Der künftige Kaplan Thomas Rudolf ist ein „Spätberufener”

Als „Spätberufener“ hat er im Oktober 2013 seinen Weg als pastoraler Mitarbeiter begonnen. „Es gab kein besonderes Erweckungserlebnis“, verrät der Diakon im Gespräch mit unserer Redaktion.

Mit 33 Jahren habe er jedoch die Frage nach dem Sinn seines Lebens gestellt und sei nach einer Supervision dem Ruf gefolgt, sich ganz in den Dienst von Gott und der Gemeinde zu stellen. Sein Theologie-Studium absolvierte er im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen.

Neuer Kaplan: Thomas Rudolf wird im Oktober Nachfolger von Pater Thomaskutty. Foto: Martha Klementowski

Die Weihe zum Diakon war im Juni 2019 in Karlsruhe. Rudolf arbeitete danach in der Seelsorgeeinheit Herbolzheim-Rheinhausen. Ursprünglich war seine Priesterweihe am 10. Mai dieses Jahres vorgesehen. Doch die Corona-Krise warf diesen Zeitplan über den Haufen.

Die Weihe ist nun am 20. September vorgesehen. Bis zu seinem Wechsel nach Baden-Baden unterstützt der 41-Jährige die Teams in den Seelsorgeeinheiten Villingen, Bregtal und St. Georgen. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem Taufen sowie Beerdigungs- und Predigtdienste.

Die Jugendarbeit in Baden-Baden könnte ein Schwerpunkt werden

Rudolf hat seine neue Wirkungsstätte in Baden-Baden bei einem Kurzbesuch bereits kennengelernt. „Ich war überrascht von der Vielfalt der Seelsorgeeinheit”, berichtet der künftige Kaplan, der zusammen mit Teipel im Pfarrhaus St. Bernhard wohnen wird. Er könne sich vorstellen, die Jugendarbeit von Pater Thomaskutty fortzusetzen.

Das Seelsorgeteam werde die einzelnen Arbeitsschwerpunkte bei einer Klausurtagung im Oktober festlegen. Zudem möchte er neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit Religion unterrichten. „Ich habe deshalb bereits Kontakt mit dem Schuldekan aufgenommen”, verrät der Diakon.

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