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Richtfest gefeiert

Wenn die alte Wohnung zu groß wird: Baden-Badener Neubauprojekt soll das Problem lösen

Wenn die Kinder aus dem Haus sind, ist für die Eltern die alte Wohnung oft zu groß. Ein Wohnbauprojekt in Baden-Baden nimmt dieses Phänomen in den Blick. Jetzt war Richtfest.

Ein Rohbau
Foto: Karlheinz Fischer

Viele Menschen leben in Wohnungen, die für sie zu groß sind, weil die Kinder aus dem Haus sind, sagte Bürgermeister Roland Kaiser (Grüne) und fügt hinzu: „Wir müssten in Baden-Baden vielleicht gar nicht so viel neu bauen, wenn wir mehr an die jeweilige Lebenssituation angepassten Wohnraum hätten“.

Genau diesem Ziel dient das Neubauprojekt der städtischen Wohnbaugesellschaft GSE zwischen der Danziger und der Breslauer Straße. Am Freitag wurde Richtfest gefeiert. Im Rahmen der Quartiersentwicklung „Obere Breite“ entstehen zwölf kleinere Wohnungen, acht davon sind barrierefrei, und eine Tiefgarage.

Wir müssten in Baden-Baden vielleicht gar nicht so viel neu bauen.
Roland Kaiser, Bürgermeister

Große Wohnungen in den benachbarten Häusern der GSE seien derzeit oft mit nur einer einzigen Person bewohnt, sagte GSE-Geschäftsführer Alexander Wieland. Diese Menschen könnten nun ganz einfach in eine der neuen Wohnungen ziehen, ohne ihr gewohntes Umfeld in der Oberen Breite verlassen zu müssen.

Damit können die großen Wohnungen an Familien mit Kindern vermietet werden. Interessenten für einen solchen Wohnungswechsel haben sich bereits gemeldet, sagt Wieland, der beim Richtfest auch hervorhob, dass das Neubauprojekt auf die Wünsche der Bewohner des Gebietes abgestimmt ist und an einen Bürgerworkshop zur Quartiersentwicklung im Jahr 2020 anknüpft.

Quartiersentwicklung in Baden-Baden soll barrierefreien Wohnraum schaffen

Ziel dieser Quartiersentwicklung, für die in den vergangenen Jahren bereits mehrere Projekte umgesetzt wurden, ist neben einer attraktiveren Gestaltung der Straßen und Plätze auch die Schaffung von barrierefreiem Wohnraum. Der neue Gebäudekomplex, mit dessen Bau Anfang des Jahres begonnen worden war, soll im Juni 2023 bezugsfertig sein.

In zwei Gebäuden mit einer gemeinsamen Tiefgarage entstehen auf einer ehemaligen Grünfläche jeweils sechs Wohnungen, die entweder 65 oder 48 Quadratmeter groß sind. Die 22 Stellplätze in der Tiefgarage sollen auch an Mieter der benachbarten Häuser der GSE und der Baugenossenschaft Baden-Baden vermietet werden können und so die Straßen vom ruhenden Verkehr entlasten.

Es wird Mieter geben, die Schwierigkeiten haben.
Alexander Wieland, GSE-Geschäftsführer

Anders als die beiden örtlichen Baugenossenschaften will die GSE nach Auskunft Wielands trotz des sehr schwierig gewordenen wirtschaftlichen Umfelds auch weiterhin neue Bauprojekte angehen. „Als kommunale Wohnbaugesellschaft sehen wir uns in der Pflicht, auch weiterhin Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu schaffen“. In Bühl sieht man das übrigens ähnlich. Auch dort soll weiterhin neuer bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.

In Baden-Baden werden neue Projekte derzeit in der Oberen Breite, am Menton-Ring, in der Ooser Bahnhofstraße und an der Ecke Murgstraße/Briegelackerstraße vorbereitet. Wie immer bei der GSE soll dabei ein Teil der neuen Wohnungen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein, so genannte „Sozialwohnungen“, geschaffen werden.

Mieter könnten Probleme mit Nebenkosten bekommen

Dabei behält die GSE natürlich die weitere Entwicklung auf dem Bausektor genau im Blick. „Wir fahren auf Sicht“, stellt Wieland fest, und schließt damit nicht aus, dass auch das eine oder andere Projekt letztendlich doch noch gestrichen oder verändert werden muss, wenn sich die Rahmenbedingungen noch weiter verschlechtern.

Ähnlich wie die Baugenossenschaft Baden-Baden und die Baugenossenschaft Familienheim blickt auch Wieland mit Sorge auf die Entwicklung der Nebenkosten. „Es wird Mieter geben, die Schwierigkeiten haben, im nächsten Jahr ihre Strom- und Heizungskosten zu bezahlen“, obwohl derzeit noch nicht wirklich absehbar sei, wohin die Reise gehe, wie sich staatliche Hilfsmaßnahmen auswirken und wie sich der Markt entwickelt.

Vorsorglich habe die GSE bereits die monatlichen Abschläge für ihre Mieter deutlich erhöht, im Schnitt in etwa auf das Doppelte, denn soviel ist klar, mit den bisherigen Abschlägen würden die Nachzahlungen für die Abrechnungen im kommenden Jahr exorbitante Höhen erreichen.

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