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Unterricht unter Corona-Bedingungen

Wie Kitas und Schulen in Baden-Baden durch den Herbst kommen wollen

Nach den Sommerferien kehren viele Kinder und Jugendliche in ihren Alltag zurück. Die Stadt möchte einen erneuten Herbst-Lockdown verhindern und stellt ein neues Konzept auf die Beine. Welche Regelungen gelten für das Kita- und Schuljahr?

Start ins zweite Corona-Schuljahr: Schüler der weiterführenden Schulen müssen sich zweimal pro Woche selbst auf das Corona-Virus testen. Ab dem Ende September soll das Testungsintervall auf dreimal wöchentlich angehoben werden. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die Stadt Baden-Baden führt weitere Schutzmaßnahmen sowohl an Kitas als auch an Schulen ein. Damit möchte sie nach dem Ende der Sommerferien die Bildungseinrichtungen für den Präsenzunterricht offen halten und einen möglichst reibungslosen Betrieb gewährleisten.

Bei einem Pressetermin stellten Sozialbürgermeister Roland Kaiser (Grüne) sowie Steffen Miller und Annemarie Harrer, Vertreter des städtischen Fachbereichs Bildung und Soziales, den neuen Fahrplan an Baden-Badener Kitas und Schulen vor.

Seit Anfang dieser Woche sind in Deutschland die Sommerferien offiziell zu Ende und die Schule hat wieder begonnen. Für Schüler ist es bereits das dritte Schuljahr unter Corona-Bedingungen.

Bis zu drei Testungen pro Woche an Schulen

Der neue Fahrplan durch den Corona-Herbst sieht vor, dass sich Schüler zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen müssen. Grundschüler werden entweder in der Schule oder zu Hause unter Beaufsichtigung ihrer Eltern getestet.

Schüler an weiterführenden Schulen testen sich selbst vor Ort. Vom 27. September bis zum 29. Oktober steigt die Zahl der Testungen auf dreimal wöchentlich. Nach den Herbstferien sinkt das Testintervall dann auf zwei Testungen pro Woche.

Für geimpfte und genesene Kinder und Jugendliche entfällt die Testpflicht. Dies gilt auch für geimpftes und genesenes Personal. Alle ungeimpften Beschäftigten müssen sich täglich testen lassen. Die Regelung gilt zunächst bis zu den Herbstferien. Danach möchte das Rathaus sein Konzept entsprechend dem Infektionsgeschehen anpassen. Was unverändert bleibt, ist die Maskenpflicht im Unterricht und im Schulgebäude.

„Bis jetzt gab es in den vergangenen Tagen nur an einer Baden-Badener Schule ein positives Testergebnis“, sagt Harrer und fügt hinzu, dass der Betroffene in Quarantäne musste. Die niedrigen Zahlen sind für Sozialbürgermeister Kaiser ein erfreuliches Ergebnis: „Wir beobachten eine starke Zunahme an Tests, aber eine Abnahme von positiven Ergebnissen. In einer Woche werden wissen, ob die vierte Welle überwunden ist und die Kurve wieder abflaut.“

Neue Quarantäne-Regelungen an Schulen

Die Schutzmaßnahmen stießen bei Eltern, Schülern und Lehrern auf Zustimmung und Kritik, sagt Kaiser. In den vergangenen Wochen habe sich aber die Impfdynamik unter Schülern geändert. „Wir beobachten, dass sich Schüler eher impfen, wenn sich ihre Freunde auch haben impfen lassen“, sagt er.

Es ist okay, wenn sich jemand nicht impfen lassen möchte. Aber man muss mit Einschränkungen rechnen.
Roland Kaiser, Sozialbürgermeister

Letztlich solle aber jede Person für sich selbst entscheiden: „Es ist okay, wenn sich jemand nicht impfen lassen möchte. Aber man muss mit Einschränkungen rechnen.“

Die Stadt plant am kommenden Donnerstag, 23. September, zwischen 13 und 17 Uhr eine Impfaktion im Gewerbepark Cité 1. Mobile Impfteams werden Erwachsene, Jugendliche und Kinder impfen. Letztere dürfen jedoch erst ab dem zwölften Lebensjahr und bis zum 16. Lebensjahr nur mit der Einwilligung der Eltern geimpft werden.

Auch an den Schulen gibt es neue Quarantäne-Regeln. Schüler mit positivem Testergebnis müssen sich wie bisher umgehend zum PCR-Test und anschließend nach Hause begeben. In der Landesverordnung heißt es allerdings weiter, dass Schüler aus derselben Klasse oder Lerngruppe zunächst einmal nicht von der Quarantänepflicht betroffen sind. Diese müssen sich jedoch fünf Tage lang auf das Coronavirus testen lassen. Für geimpfte und genesene Schüler gilt diese Regelung nicht. Diese ist an Kitas und weiteren Kindertageseinrichtungen identisch.

PCR-Lollitests an Kitas in Baden-Baden ab Ende September

An Kitas ist die Testung bisher freiwillig, die Eltern nehmen diese vor. „Wir sind auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen“, sagt Kaiser. Angelehnt an ein Freiburger Pilotprojekt, entwickelte die Stadt Baden-Baden ein Vergabeverfahren für eine PCR-Pool-Reihentestung. Es sieht vor, Kinder zweimal wöchentlich zu testen. Das gilt bis zu den Herbstferien.

Erst wenn 50 Prozent aller Kita-Kinder am Verfahren teilnehmen, lohnt sich der Aufwand.
Steffen Miller, Fachgebietsleiter Bereich Kita

„Eltern melden ihre Kinder freiwillig bei dieser Reihentestung an“, sagt Miller, „der PCR-Lollitest funktioniert genau so wie der bereits bekannte Lollitest. Ein Baden-Badener Labor wertet die Speichelproben sofort aus. Das Ergebnis kommt viel schneller als bei den herkömmlichen PCR-Tests“. Seit dieser Woche informiert die Stadt Familien über die Abläufe und Teilnahme am Verfahren. Ende September beginnt dann die Reihentestung.

„Nach unseren Informationen laufen die Testungen nach den Sommerferien gut“, heißt es beim Pressegespräch. Miller appelliert allerdings an die Eltern der Kita-Kinder: „Erst wenn 50 Prozent aller Kita-Kinder am Verfahren teilnehmen, lohnt sich der Aufwand.“ Erst dann seien die Ergebnisse überhaupt aussagekräftig.

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