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Arbeiten im Zeitplan

Wiedereröffnung der Stiftskirche Baden-Baden an Ostern 2023 geplant

Weil die Stiftskirche in Baden-Baden über den Thermalquellen steht, leidet sie unter aufsteigender Feuchtigkeit. Das Salz aus dem Thermalwasser greift Wände und Kunstwerke an. Derzeit wird das Gotteshaus mit Millionenaufwand saniert.

In die Innensanierung der Stiftskirche fließen Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Das Geld stammt auch aus Erlösen der Glücksspirale. Foto: Bernd Kamleitner

Das Millionenprojekt der Sanierung der Stiftskirche in Baden-Baden liegt im Zeitplan und im Finanzrahmen. Das teilt der Verwaltungsleiter der Kirchengemeinde, Johannes-Jürgen Laub, bei einem Termin mit Vertretern der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem baden-württembergischen Lotto-Geschäftsführer Georg Wacker mit.

Die Kirchengemeinde sei guter Dinge, das katholische Gotteshaus zu Ostern im Jahr 2023 wieder öffnen zu können, betont Laub.

Wer derzeit einen Blick in das Innere der Stiftskirche erhaschen kann, mag daran auf Anhieb nicht so recht glauben: Der Innenraum der Kirche, die nach Expertenmeinung zu den bedeutendsten im Südwesten gehört, steht voll mit Gerüsten.

Stiftskirche Baden-Baden ist viel Arbeit für Restauratoren

Wertvolle Kunstgegenstände sind verhüllt, um sie vor Schaden in der Bauzeit zu bewahren. Darunter ein spätgotisches Sandsteinkruzifix im Chor, das im Besitz der Stadt Baden-Baden ist.

Das 6,40 Meter hohe Kreuz mit einem 2,3 Meter hohen Korpus wurde von dem niederländischen Bildhauer Niclas Gerhaert van Leyden im Jahr 1467 geschaffen. Bis zum Jahr 1967 stand es auf dem ehemaligen Stadtfriedhof bei der Spitalkirche - in der Nähe der heutigen Caracalla-Therme.

Handwerker und Restauratoren haben in der Stiftskirche am Marktplatz viel zu tun. Sie müssen unter anderem Schäden beheben, die mit dem Untergrund des Bauwerks in Verbindung stehen. Dort sprudeln die Baden-Badener Thermalquellen.

Mit der aufsteigenden Feuchtigkeit geht eine enorme Belastung einher. Das Thermalwassersalz greift die wertvolle Bausubstanz an. Ein Problem, das die Geschichte der Kirche seit Jahrhunderten begleitet.

Vorläufer der heutigen Stiftskirche wurde 987 gebaut

Ihr Vorläufer wurde im Jahr 987 über den antiken römischen Thermen gebaut. Ein weiteres Bauwerk folgte im 13. Jahrhundert.

Vor 1477 bekam die Kirche einen neuen Chor und das Langhaus mit Turm und neuen Nebenchören. Ein verheerender Brand erforderte im Jahr 1689 die Neugestaltung des Bauwerks, berichtet Matthias Stöhr.

Der Erzbischöflicher Baudirektor ist aber guter Dinge, das vorgegebene Ziel für die Fertigstellung einhalten zu können. So wird etwa der im Jahr 1968 bei der letzten großen Sanierung eingebaute Betonboden durch Sandstein ersetzt - so wie es einmal war.

Bauausschuss entscheidet über Altar-Standort

Außerdem soll der Altar näher zu den Gläubigen rücken und sein Standort abgesenkt werden. In welcher Form das konkret realisiert wird, darüber wird der Bauausschuss der Kirchengemeinde letztendlich entscheiden.

Derzeit ist ein Modell provisorisch aufgebaut, damit sich die Mitglieder des Gremiums ein konkretes Bild machen können und eine Entscheidungshilfe erhalten, die über ein virtuelles Modell hinaus geht.

Verwaltungsleiter Laub freut sich derweil über eine großzügige finanzielle Unterstützung der Kirchensanierung. Das zeige, welch „tolles Bauwerk“ die Kirche sei.

Eine aktuelle Förderung von 100.000 Euro aus Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) soll für die Restaurierung von Wänden und Gewölbe eingesetzt werden.

Den symbolischen Scheck nahm Laub aus den Händen von Steffen Skudelny, dem DSD-Vorstand, und dem Geschäftsführer von Toto-Lotto Baden-Württemberg, Georg Wacker, entgegen.

Mittel kommen aus der Rentenlotterie Glücksspirale

Denkmale prägen Orte, dokumentieren Geschichte und bieten Orientierung, betonte Skudelny. Der Einsatz für historische Bauwerke, die so über Generationen hinweg erhalten werden, sei zudem ein Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Mit Mitteln aus der Rentenlotterie Glücksspirale könne die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wertvolle Kulturdenkmale erhalten, stellte Wacker heraus. „Unser Landesunternehmen leistet damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.“

Aus dem Denkmalförderprogramm des Landes flossen im Jahr 2019 bereits rund 460.000 Euro in die Sanierung des Gotteshauses, das in Baden-Baden als Stiftskirche Liebfrauen bekannt ist und im 15. Jahrhundert auch den Namen Pfarrkirche St. Petrus und Paulus bekam.

Beide Namen seien gängig, berichtet Stöhr. Ein vergoldeter Petrus thront auf dem bereits sanierten und über 60 Meter hohen Kirchturm.

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