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Grüne Raritäten

„Zauberwald“ eröffnet: Im Friedrich-Eberts-Arboretum in Baden-Baden darf künftig jeder wandern

Mammutbäume, blühende Rhododendren und ungewöhnliche Exoten: Im Arboretum der Familie Eberts in Baden-Baden können Besucher nun eine große Pflanzenwelt bestaunen. Das Areal wurde am Mittwoch offiziell eröffnet.

Gemeinsame Baumpflanzung: Margret Mergen, Thomas Hauk, Markus Brunsing und Wolfgang Eberts (von links) legen Hand an. Foto: Sarah Reith

Künftig können Besucher und Einheimische in Baden-Baden nicht nur durch die Lichtentaler Allee oder durchs Obstgut Leisberg flanieren, sondern auch durch einen echten „Zauberwald“: So nannte Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) das Friedrich-Eberts-Arboretum am Mittwochabend bei der offiziellen Eröffnung. Die besondere Anlage am Fuß des Merkurs ist pünktlich zur Rhododendronblüte nun für die Öffentlichkeit zugänglich.

Baumhohe Rhododendronbüsche unter exotischen Bäumen aus aller Welt: Das Arboretum der Familie Eberts ist „etwas ganz Besonderes und ein riesiger Schatz“, wie Mergen betonte. Sie sprach von einer „ganz neuen Facette von Baden-Baden“, die Interessierte nun erkunden können.

Geprägt wurde das Areal von der Familie Eberts, die eine Baumschule betrieb. Friedrich Eberts pflanzte ab den 1970er Jahren auf dem Grundstück Bäume und Sträucher, die in der Baumschule übrig geblieben waren. Und er hatte, daran erinnerte sein Sohn Wolfgang Eberts, bereits in den 1960er Jahren die Vision, diese Baumsammlung eines Tages öffentlich zugänglich zu machen.

Irgendwo zwischen Parkanlage und Wald: Das Friedrich-Eberts-Arboretum ist eine neue Attraktion in Baden-Baden. Foto: Sarah Reith

Wolfgang Eberts, der ebenfalls über Jahrzehnte viel Zeit in das Arboretum investiert hat, setzte den Plan in die Tat um und verkaufte das Areal an die Stadt. Dank großzügiger Spender wie Rolf Metzmaier wurde es in den vergangenen Monaten verkehrssicher gestaltet und hergerichtet.

Damit sei ein „wichtiges Etappenziel erreicht“, machte Gartenamtschef Markus Brunsing deutlich. Er freue sich besonders, dass es gelungen sei, auch neue Wege zu schaffen, die Rundgänge über das rund fünf Hektar große Gelände ermöglichen. Eine große Hilfe war dabei ein Freiwilligeneinsatz des Bergwaldprojekts, ergänzte Forstamtschef Thomas Hauck: Die Helfer hätten über viele Stunden Wege angelegt und aufgeräumt.

Auch der direkt am Areal vorbeiführende Panoramaweg und der Weinweg sollen laut Hauck künftig über das Gelände geführt werden, damit noch mehr Menschen dieses erleben können. Es handle sich um eine Übergangszone zwischen Grünanlage und Wald, betonte Hauck. Dazu passe auch, dass man hier nicht mit Stöckelschuhen laufen könne und es vor Ort keine Parkplätze gebe. Daran wolle man nichts ändern.

Arboretum in Baden-Baden bietet seltene Pflanzen

Der „Exotenwald“ kann mit einigen Raritäten aufwarten, die zahlreichen Mammutbäume sind bereits heute ein beeindruckender Anblick. Die überregionale Bedeutung zeigt sich auch darin, dass bereits verschiedene Bachelor- und Masterarbeiten zu dem Areal entstanden sind.

Einer der Studenten, der seine Studienarbeit zum Arboretum verfasst hat, ist nun beim Gartenamt angestellt: Andreas Hosch wird künftig mit für die Gestaltung und weiteren Bepflanzung der Anlage verantwortlich sein.

Denn dieses Projekt sei ein Prozess, der mit der Eröffnung erst starte, betonte Hosch, der eigens dafür aus der Schweiz nach Baden-Baden gezogen ist. Nächster Schritt sollen Schilder sein – und Audio-Beiträge, in denen Wolfgang Eberts persönlich die Besucher durch die Sammlung führt.

Bis es soweit ist, wird es aber noch ein Weilchen dauern. Man hoffe, bis Jahresende fertig zu werden, sagte Brunsing. Zumindest die erste Neupflanzung wurde aber bereits zur Eröffnung vorgenommen: Zu ehren von OB Mergen wurde eine besondere Magnolie gepflanzt. Ihr Name: „Margret“.

Service

Das Arboretum ist nur fußläufig zu erreichen. Es befindet sich oberhalb der Eckhöfe in Baden-Baden (rechte Abzweigung des Wanderwegs). Die nächstgelegenen Parkplätze sind an der Merkur-Talstation und im Bereich des Friedhofs Lichtental. Der Besuch ist kostenlos, die Stadt würde sich über weitere Spenden und Unterstützung für die künftige Gestaltung aber freuen.

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