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In Baden-Baden sind 13 Betriebe betroffen

Zwangspause für das Sexgewerbe in Baden-Baden dauert an

„Kein Sex! Nur Information!”: Unter diesem Motto öffnen bundesweit Bordelle für einen Tag der offenen Tür. In Baden-Baden gewährt keine der 13 Einrichtungen einen Einblick.

Der Betrieb muss wegen Corona ruhen: In Baden-Baden gibt es 13 Betriebe, in denen sexuelle Dienstleistungen angeboten werden. Foto: Andreas Arnold /dpa

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie musste der Betrieb eingestellt werden: Das Sexgewerbe unterliegt auch in der Bäderstadt Baden-Baden einer vom Land verordneten Zwangspause. An diesem Donnerstag öffnen bundesweit Bordelle – aber nicht fürs reguläre Geschäft. Die Betreiber wollen vielmehr über das Thema „Sexarbeit 2020 Corona und dann?“ Informieren. Das Motto: „Kein Sex! Nur Informationen!“

Im Baden-Badener Rathaus liegen keine Informationen darüber vor, dass ein Betrieb an der Oos an der Aktion teilnimmt – anders als etwa in Rastatt oder Karlsruhe.

Ordnungsamt muss Teilnahme genehmigen

Ohne eine Meldung beim Ordnungsamt der Verwaltung der Kurstadt wäre das auch nicht möglich. Diesen Tipp haben die Organisatoren der Aktion möglichen Teilnehmern auf ihrer Homepage mit auf den Weg gegeben.

Etwa ein Dutzend Betriebe erwirtschaften in Baden-Baden Erträge mit sexuellen Dienstleistungen. Ganz genau sind es derzeit 13, wie Petra Kurpisz erläutert. Die Zahl schwankte in den vergangenen Jahren nur gering, berichtet die Leiterin des Fachgebiets Öffentliche Ordnung.

Bundesweit sind nach Angaben der Organisatoren des bundesweiten Tages der offenen Tür rund 32.800 Menschen offiziell als Sexarbeiterin oder Sexarbeiter nach dem im Jahr 2017 beschlossenen Prostituiertenschutzgesetz registriert. Die Zahl basiert auf einer Statistik des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2018.

Ein Verstoß gegen Corona-Anordnung

In Baden-Baden sind 45 Prostituierte gemeldet. Sie können dies mit einem Ausweis nachweisen. Verstöße gegen den coronabedingte Schließung der Bordelle in Baden-Baden waren zuletzt die Ausnahme, berichtet Kurpisz. Zwei wurden gemeldet, davon hatte sich nach einer Kontrolle durch die Polizei nur einer bestätigt.

Stadt berät auch über einen Ausstieg aus der Szene

Beim Fachgebiet öffentlich Ordnung der Stadtverwaltung können sich Prostituierten übrigens unter anderem über Steuer- oder Rechtsfragen zu ihrer Tätigkeit beraten lassen.

Auch ein möglicher Ausstieg aus der Szene kann in einem Gespräch thematisiert werden. Nach der Statistik des Statischen Bundesamtes waren 76 Prozent der gemeldeten Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in Deutschland zwischen 21 und 44 Jahre alt, sechs Prozent zwischen 18 und 20 Jahren.

Prostitution ist seit dem Jahr 2002 nicht mehr sittenwidrig

Seit dem Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes im Jahr 2002 gilt die Ausübung des ältesten Gewerbes der Welt nicht mehr als sittenwidrig. Zwei Betreiberinnen von Bordellen in Konstanz, Baden-Baden und Heidelberg waren jüngst mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim gescheitert.

Der Eingriff in die Berufsfreiheit der Antragsstellerinnen durch die Corona-Verordnung des Landes sei gerechtfertigt, so die Richter. Bordelle müssen demnach weiter geschlossen bleiben.

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