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Grundausbildung

Zwei junge Frauen gehen zur Baden-Badener Feuerwehr: Was motiviert sie in der Männerdomäne?

Zwei Baden-Badenerinnen entscheiden sich für die Feuerwehr. Darum haben sie eine Grundausbildung absolviert. Was sie dabei alles gelernt haben und was die beiden Frauen motiviert.

Aleyna Can (links) und Anna-Tabea Braxmaier haben erfolgreich die Grundausbildung bei der Feuerwehr absolviert
Von der Feuerwehr begeistert: Aleyna Can (links) und Anna-Tabea Braxmaier haben die Grundausbildung bei der Feuerwehr absolviert. Foto: Bertold Wagner

Die Frauen sind auf dem Vormarsch, da macht die Feuerwehr keine Ausnahme. Zwei junge Anwärterinnen absolvierten jetzt erfolgreich die Grundausbildung und zeigen sich im Nachhinein beeindruckt, unter anderem von der tollen Kameradschaft im Team.

Aleyna Can absolviert bei der Feuerwehr in der Schwarzwaldstraße ihr Freiwilliges Soziales Jahr und sagte sofort zu, als ihr die Teilnahme an der Grundausbildung angeboten wurde.

Sie leistete bereits Unterstützung in der Schlauchwerkstatt beim Waschen und Aufrollen der Schläuche oder in der Kleiderkammer. Ihr hat es gefallen, bei der Grundausbildung bei Einsätzen den Profis über die Schulter zu schauen und auch selbst eine helfende Hand mit anzulegen.

Baden-Badenerin engagiert sich bei der Jugendfeuerwehr

Anna-Tabea Braxmaier ist bei der Feuerwehr schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sie ist in der Jugendfeuerwehr Lichtental aktiv und hat die Grundausbildung abgeschlossen, um künftig bei Einsätzen vor Ort ihr Wissen und Können einzubringen.

„Außerdem fand ich es interessant, mal was anderes zu machen“, sagt die junge Frau. Ab 17 Jahren werden Interessenten zur Grundausbildung zugelassen, sobald sie 18 ist, darf Braxmaier Einsätze aktiv begleiten.

Can findet den Alltag bei der Feuerwehr „echt spannend“. Sie hatte von Freunden gehört „wie cool es dort ist“ und wie hilfsbereit alle sind und kann das nur bestätigen.

Bei der rund 70 Stunden umfassenden Grundausbildung wird unterschieden in Theorie und Praxis, erklärt Lehrgangsleiter Jonas Link. Dabei werden Themen behandelt wie etwa technische Hilfeleistung.

„Stellen Sie sich vor, ein Pkw ist umgekippt und darin befinden sich Personen, die befreit werden müssen“, bekommen die Teilnehmer vielleicht von Link zu hören und müssen dann entsprechend reagieren.

Frauen unterstützen sich vor Prüfung gegenseitig

Eine erweiterte Erste-Hilfe-Ausbildung, die über das Wissen für die Führerscheinprüfung deutlich hinausgeht, wird in Theorie und Praxis geprobt. Dazu zählt etwa die Bedienung eines Defibrillators, der Umgang mit Kreislaufstillstand und die Reanimation eines Menschen.

Brandbekämpfung über einen klassischen Löschangriff, die Rettung aufgefundener Personen etwa über eine Steckleiter sind weitere Aufgaben, deren Lösung in Fleisch und Blut übergehen sollte.

Nicht so viel nachdenken und immer nur auf den nächsten Schritt fokussieren.
Anna-Tabea Braxmaier, Feuerwehrmitglied

Die Nervosität vor der Prüfung wurde durch die gegenseitige Unterstützung etwas gemildert, erzählen beide Teilnehmerinnen. Trotzdem war Aleyna Can während der Fahrt „echt übel aufgeregt“. Doch man lerne, abzuschalten und sich ganz auf die jeweilige Situation zu konzentrieren, gibt sie sich pragmatisch.

„Nicht so viel nachdenken und immer nur auf den nächsten Schritt fokussieren“, ist auch Anna-Tabea Braxmaiers Prämisse. Zum Glück bekomme man bei einem echten Einsatz immer einen Partner an die Seite gestellt, agiert wird im Zweier-Trupp.

„Es gibt ein klar aufgebautes Befehlsschema“, erläutert Jonas Link. Ein Truppführer muss den erteilten Befehl wiederholen, um zu sichern, dass alles richtig verstanden wurde.

Nicht alle Teilnehmer bleiben bei der Feuerwehr

Geleitet wird die Ausbildung von hauptberuflichen und erfahrenen Freiwilligen der Feuerwehr. Danach gehen die Absolventen zurück zu ihren jeweiligen Abteilungen und haben nun zwei Jahre Zeit, diverse Themenfelder zu bearbeiten, bevor sie das bronzene Abzeichen ablegen können. Dafür braucht es dann unter anderem einen Atemschutzlehrgang.

Von den Teilnehmern, diesmal waren es 16, bleiben nicht alle bei der Feuerwehr. Can möchte beispielsweise wie ihre Tante und ihr Onkel später zur Polizei und bekommt ganz strahlende Augen, wenn sie von ihrem sehnlichen Berufswunsch spricht.

Braxmaier macht zwar weiter bei der Freiwilligen Feuerwehr in Lichtental, sieht ihre Verwirklichung aber als Musikerin im Orchester der Bundeswehr. Ihr gefällt die Stilrichtung mit Märschen und modernen Stücken, „anders als bei der Philharmonie“.

Insgesamt sei bei der Feuerwehr ein „krasser Zuwachs“ an Mädchen und jungen Frauen zu beobachten, sagt Jonas Link und bestätigt damit den allgemeinen Trend.

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