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Sanierung und Tempo 30

Ab Sommer droht in Bühl wieder ein Verkehrschaos

In Bühl droht ab nächsten Sommer wieder ein Verkehrschaos. Die südliche Hauptstraße wird saniert und zur Tempo 30-Zone-umgestaltet. Die Stadt geht von 18 Monaten Bauzeit aus.

Die südliche Hauptstraße in Bühl wird saniert. Die Fahrbahn wird schmaler.
Die südliche Hauptstraße in Bühl wird saniert. Die Fahrbahn wird schmaler. Foto: Ulrich Coenen

Im nächsten Jahr ist Bühl wieder dicht. Nachdem die südliche Hauptstraße im Jahr 2020 wegen Leitungsverlegungen durch die Stadtwerke und dem Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern gesperrt worden war, stehen nun die Kanalsanierung und die Erneuerung der maroden Fahrbahn an.

Der Technische Ausschuss vergab am Donnerstagabend die Ingenieurleistungen für das insgesamt 1,64 Millionen Euro teure Projekt. Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, erwartet die Stadt einen Zuschuss von 313.000 Euro. Im Sommer 2023 soll mit den Arbeiten begonnen werden.

Die südliche Hauptstraße zwischen Jägerkreisel und Bühlertalstraße hat eine Fahrbahnbreite von 8,55 Meter. An beiden Seiten gibt es einen Fahrradschutzstreifen von 1,5 Metern. Nach Auskunft der Stadt liegt das tägliche Verkehrsaufkommen bei 12.685 Fahrzeugen, darunter 245 Schwerlastwagen.

Im Gegensatz zur Tempo-20-Zone zwischen Bühlertalstraße und Rheinstraße gilt auf diesem Abschnitt der Hauptstraße noch Tempo 50. Das soll sich nach der Sanierung ändern. Oberbürgermeister Hubert Schnurr (FW) kündigte Tempo 30 an.

Gleichzeitig soll die Fahrbahnbreite auf 7,5 Meter reduziert werden. Die Gehwege, die gepflastert werden, sollen entsprechend breiter werden. Die Schutzstreifen für die Radfahrer entfallen allerdings. Auf Längsparkplätze an der Ostseite soll völlig verzichtet werden. Außerdem werden Bäume gepflanzt. Schnurr sprach von der „einmaligen Chance, den südlichen Stadteingang klimatisch, lärmtechnisch und gestalterisch aufzuwerten“.

Was Bühler Politiker dazu sagen

Karl Ehinger (FW) begrüßte die Neugestaltung, kritisierte aber die mit 18 Monaten sehr lange Bauzeit und mahnte die Stadtverwaltung, dafür zu sorgen, dass Häuser und Geschäfte für Bewohner und Kunden erreichbar bleiben. Schnurr räumte ein, dass auch er sich über die Dauer der Bauzeit gewundert habe.

Wolfgang Schuchter, Leiter der Tiefbauabteilung im Rathaus, wies darauf hin, dass das Gesamtpaket mit Kanal, Fahrbahn und Gehwegen sehr umfangreich sei. „Wir werden aber versuchen, die Bauzeit zu unterschreiten“, versprach er.

Das Projekt wird in zwei Bauabschnitte geteilt. Der erste reicht vom Jägerkreisel bis zur Robert-Koch-Straße, der zweite von der Oberweierer-Straße bis zur Bühlertalstraße. Schuchter will in Abstimmung mit Polizei und Ordnungsamt Umleitungen ausweisen, hofft aber, dass eine einspurige Verkehrsführung im Baustellenbereich möglich sein wird.

Peter Teichmann (GAL) zeigte sich über die lange Bauzeit verärgert. „Wir werden in den Nebenstraßen die Hölle erleben“, ahnte er. „Der Verkehr sucht sich seine Wege.“ Teichmann drängte auf eine Umleitung über die Bundesstraße 3, um Schleichwege durch die Innenstadt zu vermeiden.

„Wo gehobelt wird, fallen Späne“, konstatierte Pit Hirn (SPD). „Es hat sich eingebürgert, Straßensanierungen zu kritisieren. Wer aber eine Verbesserung will, muss zunächst Einschränkungen hinnehmen. Die Straße muss gemacht werden.“

Margret Burget-Behm (CDU) mahnte die Verwaltung, die Anwohner rechtzeitig zu informieren. Schnurr berichtete, dass eine Bürgerinformationsveranstaltung geplant ist.

Lutz Jäckel (FDP) befürchtete, dass die eingeplanten 1,64 Millionen Euro nicht reichen und drängte in diesem Fall auf eine höhere Beteiligung des Landkreises. „In diesem Fall werden wir nachverhandeln“, versprach Wolfgang Eller, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung – Bauen – Immobilien.

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