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Taktung wird erhöht

Ab Sonntag fahren mehr Busse: Bühl investiert in den ÖPNV

Trotz leerer Stadtkasse wird die Citylinie in Bühl ausgebaut. Statt fünf sind nun sieben Busse unterwegs. Auch die Taktung wird verbessert. Der Zuschussbedarf steigt auf 1,1 Millionen Euro.

Probefahrt mit dem neuen Elektrobus der Citylinie: Martin Thiele, Klimaschutzmanager der Stadt (vorne links), Busunternehmerin Nicole Fallert ((vorne Mitte) und Jörg Zimmer, im Rathaus für den ÖPNV zuständig (rechts). Foto: Ulrich Coenen

In finanziell schwierigen Zeiten investiert die Kommune massiv in den ÖPNV. Trotz der wegen wegbrechender Gewerbesteuer leeren Stadtkasse werden die Subventionen auf 1,1 Millionen Euro jährlich aufgestockt. Bisher waren es nur 650.000 Euro.

Dieses Geld wird für die Fahrgäste mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag zu spürbaren Verbesserungen führen. Bei der offiziellen Vorstellung des neuen Konzepts zeigt sich Matthias Buschert, Pressesprecher der Stadt, optimistisch. „Es gibt mehr Fahrten und die sind auch auf Bahn und Stadtbahn besser abgestimmt“, verspricht er.

„Wir haben vor der Frage gestanden: Machen wir mehr oder weniger?“, berichtet Jörg Zimmer, der bei der Stadtverwaltung für die Citylinie verantwortlich ist. Im Zusammenhang mit dem Klimaschutzkonzept fiel die Entscheidung im Gemeinderat für eine deutliche Verbesserung und mehr Ausgaben. Der Konzessionär Faller ist mit den Citylinien 271 bis 277 deshalb ab Sonntag im Auftrag der Stadt mit sieben statt bisher nur mit fünf Bussen unterwegs. „Obendrein gibt es auch Verbesserungen beim sogenannten Anruf-Linien-Taxi (ALT)“, sagt Buschert.

Wir haben vor der Frage gestanden: Machen wir mehr oder weniger?
Jörg Zimmer, ÖPNV-Manager der Stadt Bühl

In jedem Fall wird die Taktung dichter. Außerdem gibt es zwei neue Linien. „So werden Weitenung und Eisental ab der Fahrplanumstellung unter der Woche jede halbe Stunde statt bislang einmal die Stunde angefahren“, berichtet der Pressesprecher. „Für Eisental sind zwei unterschiedliche Fahrstrecken notwendig, um den neuen Halbstunden-Takt gewährleisten zu können“, erklärt Fahrplan-Managerin Iris Volz. Samstags setzt die Stadt statt auf den Bus allerdings in Zukunft auf das ALT.

Gleich zwei neue Linien in die Gewerbegebiete

„Durch die beiden neuen Linien in die Gewerbegebiete gibt es nun sieben Verbindungen, die der Stadtbus bedient“, freut sich Buschert. „Die Linie 275 hat eine neue Route erhalten und führt nun von Vimbuch über Balzhofen und Moos nach Oberbruch und zurück. Außerdem gibt es Verbindungen von der Kernstadt nach Rittersbach und Kappelwindeck (271) sowie in die Stadtteile Weitenung (272), Neusatz (273) und Eisental (274).“

Es gibt aber auch Einschränkungen. Nicht erreicht werden können mit dem Stadtbus der Ortskern von Vimbuch und Altschweier. Dort verkehren nach wie vor die Linien 263 und 264 (Altschweier) sowie 267 und 268 (Vimbuch). Betreiber der Linien 263 und 264 ist das Busunternehmen Friedrich Müller aus Schwäbisch Hall. Samstags sind nur noch die Linien 272 und 273 im Einsatz.

„Bei der bisherigen Linie 275 (Bühl-Oberweier-Balzhofen-Moos-Oberbruch-Bühl) war die Auslastung zu gering“, konstatiert Buschert. Das hat Folgen. „Sie wird deshalb in ALT umgewandelt, das künftig die westlichen Stadtteile untereinander verknüpft. Dies war nur möglich, weil das Land die Regiobuslinie X 34 bis nach Bühl verlängert hat. Sie führt neu vom Baden-Airpark weiter über Söllingen, Stollhofen, Ulm, Moos, Balzhofen und Oberweier bis nach Bühl.“ Die Route der neuen Citylinie 275 führt laut Jörg Zimmer von Vimbuch über Balzhofen und Moos nach Oberbruch und zurück.

Linien-Taxi hält künftig an jeder Haltestelle

Das Anruf-Linien-Taxi, das es in seiner bisherigen Form seit 2012 gibt, erfährt nach Auskunft von Buschert eine deutliche Attraktivitätssteigerung. „Beförderte das per Anruf bestellte Fahrzeug bislang den Kunden nur vom Zentralen Omnibusbahnhof zur gewünschten Haltestelle oder umgekehrt, ist es künftig möglich, an jeder Haltestelle der Citylinie zu- oder auszusteigen“, sagt er.

Die im Fahrplan ausgewiesenen ALT-Fahrten werden nur nach telefonischer Voranmeldung unter (0 72 23) 33 19, durchgeführt (spätestens 45 Minuten vor der Fahrt) zum Preis des normalen Linienverkehrs angeboten. Das neue Modell ist zunächst auf zwei Jahre befristet und wird von der Firma Zeller aus Bühl betreut.

Buschert weist mit Nachdruck auf zwei ganz neue Linien hin, die die Gewerbegebiete direkt ansteuern. „Die Linie 276 verfügt über eine Schnellbusanbindung an die Gewerbegebiete Bußmatten und Nord“, sagt er. „Hierbei werden auch die Haltestelle Industriegebiet (Höhe der Autobahnpolizei) und die Haltestelle Industriestraße (Höhe Schaeffler) bedient. Die für Berufstätige eingerichteten Fahrten sind morgens Richtung Bußmatten zwischen 6.35 und 9.25 Uhr und mittags Richtung Bühl zwischen 15.31 Uhr und 17.03 Uhr.“

Die Linie 277 fährt nach Auskunft der städtischen Pressestelle ins Industriegebiet Süd mit den Haltestellen Draisstraße und Robert-Bosch-Straße. Die Abfahrtszeiten dieses Schnellbusses sind morgens zwischen 6.10 und 9.25 Uhr und mittags zurück zwischen 16.04 und 18.04 Uhr. Die Anbindungen sind jeweils auf Bahn und S-Bahn abgestimmt.

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