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Krippenliebe hält seit 70 Jahren

Im Garten hat Adelbert Jost in Bühl-Altschweier eine neue Attraktion aufgebaut

Seine erste Krippe hat Adelbert Jost mit zehn Jahren gebastelt. Jetzt, 70 Jahre und etliche Krippen später, hat er ein neues Werk in seinem Garten aufgestellt. Seine Liebe zu den Krippen reicht weit - bis nach China.

Die Könige sind schon da: Mannshohe Figuren bilden das Ensemble der Gartenkrippe von Adelbert Jost in Altschweier. Foto: Wilfried Lienhard

Seine Freude an Weihnachtskrippen ist ansteckend. Adelbert Jost hat bis vor wenigen Jahren in Altschweier Krippenausstellungen organisiert, er kümmert sich um die Krippe in der St.-Gallus-Kirche und sorgt mit einem Ensemble in seinem Garten in der Winzerkellerstraße für Staunen bei Spaziergängern.

Die Krippe mit ihren mannshohen Figuren ist das neueste Werk des passionierten Krippenbauers. Im vergangenen Jahr hat Jost sie erstmals aufgebaut und jetzt zu der Heiligen Familie und den je zwei Hirten und Schafen die Heiligen Drei Könige dazugesellt.

Von der Idee bis zur Verwirklichung dauerte es ein wenig. Jost war auf eine Krippe im Pfarrgarten des elsässischen Wingersheim aufmerksam gemacht worden. Immer auf der Suche nach Neuem, holte er sich die Erlaubnis, die Krippe bei der Ausstellung in Altschweier zeigen zu dürfen. 2015 – zur bislang letzten Krippenausstellung – war es soweit.

Figuren aus Holz

Sie gefiel Jost so gut, dass er die Umrisse der Figuren auf Tischtuchpapier zeichnete. Doch erst fünf Jahre später wurde aus der Inspiration – Jost spricht lachend von Abkupfern – ein handfestes Werk. Anders als der Ideengeber aus dem Elsass setzte Jost beim Werkstoff aber nicht auf Styropor, sondern formte aus Holz die Figuren. Sein Bruder Peter übernahm die Feinarbeiten.

„Es hat sich rumgesprochen, was ich da stehen habe“, sagt Jost. Er freut sich, wenn die Leute kommen und Gefallen an der Gartenkrippe finden. Gerne würde er im Hof auch Glühwein ausschenken, aber das lasse die Corona-Pandemie nicht zu. Das Gesellige, das Miteinander, um das ging es auch, als Jost seine Liebe zum Krippenbau entdeckte. 70 Jahre liegt das zurück.

An der „Münchener Vorlage“ orientiert

Sein Vater hatte bereits in den 20er Jahren für sich den Krippenbau entdeckt; der Sohn war zehn Jahre alt und bei den Messdienern, als er 1951 die ersten Krippenschritte ging: „In der Jugendgruppe sägten wir, es gab ja sonst nicht viel für die Kinder“, erinnert sich Jost. Orientiert habe man sich an der in Süddeutschland verbreiteten „Münchener Vorlage“; zuletzt habe er in Moos eine Krippe dieser Machart gesehen. Die Figuren konnten damals in Bühl gekauft werden.

Die Begeisterung von damals lebt weiter. Fünf Krippen hat Jost gebaut. Allein in das Wunderwerk seiner orientalischen Krippe, das er im Wintergarten aufgebaut hat, steckte er sieben Jahre. Ein bisschen was findet sich darin auch aus früheren Krippen, eine Treppe etwa, die noch vom Vater stammt, oder „aufgehübschte“ Einzelteile der eigenen Krippenanfänge.

Wenn die Adventszeit kommt und die Krippe aufgebaut wird, ist das ein besonderes Fest. Nach getaner Arbeit bei einem Glas Wein das Werk zu betrachten, das ist ein Quell der Freude für Jost. Viele andere Menschen hat er schon damit angesteckt. Ein ganz spezielles Beispiel liegt 25 Jahre zurück, als er eine chinesische Familie als Mieter hatte.

Die Begeisterung war so groß, dass Jost ihr den Stall, der ihr besonders gefallen hatte, mitgab, als sie wieder nach Shanghai zog. Die Altschweierer Krippenfreude ist eben ansteckend und kennt keine Grenzen.

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