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Erleichterung für Eltern

Anmeldung in Kindergärten: Neues Online-System soll Verfahren in Bühl vereinfachen

Eltern die in Bühl einen Kindergartenplatz wünschen, landen zum Teil auf der Warteliste. Die Anmeldung wird jetzt aber stark vereinfacht. Sie ist digital und über das Internet möglich.

Weststadtkindergarten
Eltern brauchen Geduld: Nicht jedes Kind in Bühl bekommt sofort einen Kindergartenplatz. Dabei gibt es immerhin 1.350 Plätze in 18 Kitas wie dem Kinderhaus in der Weststadt. Foto: Ulrich Coenen

Kindergartenplätze sind in Bühl Mangelware. Die Warteliste ist inzwischen 50 Mädchen und Jungen lang. Dabei kann man der Stadt kaum vorwerfen, dass sie in den vergangenen Jahren in Sachen Kita-Ausbau nichts unternommen hat. Insgesamt gibt es 18 Einrichtungen in der Stadt, die sich in Trägerschaft der Kommune und anderer Institutionen, meist der Kirche, befinden. Dort werden aktuell 1.350 Kinder betreut.

Mit dem neuen zentralen Online-System zur Anmeldung will die Stadt die bisherige Zettelwirtschaft in den Kindergärten ersetzen, das Verfahren für die Eltern vereinfachen und die Erzieherinnen von Verwaltungsaufgaben entlasten. Zusätzliche Kitaplätze schafft das freilich nicht.

Stark nachgefragt: Kindergärten wie das Kinderhaus Kind & Co. in Weitenung. Dessen Leiterin ist für die Koordinierung aller Kitas in Bühl zuständig.
Stark nachgefragt: Kindergärten wie das Kinderhaus Kind & Co. in Weitenung. Dessen Leiterin ist für die Koordinierung aller Kitas in Bühl zuständig. Foto: Ulrich Coenen

Eigentlich hat jedes Kind in Deutschland ab dem vollendeten dritten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Das klappt in vielen Kommunen nicht.

Tatjana Horcher ist Leiterin des Kinderhauses Kind und Co. in Weitenung und gleichzeitig für die Koordinierung aller Kitas im Stadtgebiet zuständig. „Bei uns ist die Situation immerhin noch besser als in zahlreichen anderen Gemeinden in Mittelbaden“, sagt sie. „Wir geben unser Bestes.“

Kindergartenplätze: Bürgermeister Jokerst sieht „große Herausforderung“

„Wir haben in die vergangenen eineinhalb Jahrzehnten stark in unsere Kitas investiert und hatten deshalb mit der gesetzlichen Vorgabe über viele Jahre keine Probleme“, berichtet Bürgermeister Wolfgang Jokerst (Grüne).

Er ist als Erster Beigeordneter für das Bildungswesen der Stadt verantwortlich. „Wir stehen aber jetzt vor der großen Herausforderung, ausreichend Plätze bereitzustellen. Die Zahl der Kinder in Bühl nimmt immer noch zu, nicht nur durch Zuzug, sondern auch durch Geburten.“

Ich erhalte fast jede Woche Anrufe von drei bis vier Familien mit Kindern, die nach Bühl ziehen.
Tatjana Horcher, Kindergartenleiterin

Das bereitet dem Rathaus-Team Probleme. „Ich erhalte fast jede Woche Anrufe von drei bis vier Familien mit Kindern, die nach Bühl ziehen“, berichtet Horcher. Manche Mütter und Väter, die nach drei Jahren Elternzeit in den Beruf zurückkehren müssen, stehen vor gewaltigen Herausforderungen, weil sie keine Betreuung finden. „Wir haben aber bisher immer noch eine Lösung gefunden“, sagt Horcher.

Das sogenannte elektronische Vormerksystem für die Kindergarteneinrichtung soll es jetzt für Eltern und Erzieherinnen einfacher machen. Bisher mussten die Eltern ihre Kinder direkt in ihrem Wunsch-Kindergarten im Stadtgebiet anmelden.

Doppelmeldungen machten Situation unübersichtlich

Weil dieser Wunschplatz keineswegs sicher ist, kündigten Mütter oder Väter ihre Kinder gleich in mehreren dieser Einrichtungen an. Dort landeten deren Namen dann auf verschiedenen Zetteln, die später im Bühler Rathaus mühsam zusammengeführt werden mussten. Die Übersicht war schwierig. Doppelmeldungen waren üblich.

Bettina Fröhlich, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Bildung – Kultur – Generationen im Rathaus, sieht im neuen internetbasierten System erhebliche Vorteile. „Eltern können ihre Kinder rund um die Uhr bequem von daheim aus am PC anmelden“, erklärt sie. Online können die Eltern neben ihrer Wunscheinrichtung zwei Alternativen angeben.

Das Bühler System basiert dabei auf der Onlineplattform „Kita-Data-Webhouse“ (KWD), das vom Landesjungendamt zur Verfügung gestellt ist. Die Stadt hat dieses System in den vergangenen zwölf Monaten an ihre Bedürfnisse angepasst. Horcher weist aber ausdrücklich darauf hin, dass Eltern ohne Internetanschluss nicht alleine gelassen werden. Sie können sich persönlich oder telefonisch im Rathaus melden.

Für Wolfgang Jokerst ist die Sache klar: „Mit diesen Neuerungen wird der Weg zu einem Kita-Platz vereinfacht und strukturierter. Wir gehen einen weiteren wichtigen Schritt für ein familienfreundliches Bühl.“

Elektronische Vormerkungen landen in den Bühler Kitas

Die elektronischen Vormerkungen für die Wunschkindergärten landen nicht nur dezentral im Rathaus, sondern ebenfalls in den Kitas. „Die Leitungen dieser Einrichtungen planen jeweils zum Quartalsende die möglichen Gruppenzusammensetzungen“, erklärt Horcher. „Sie vergeben anschließend selbst die Betreuungsplätze und sagen den Eltern verbindlich zu. Ist eine Zusage in der ersten Einrichtung nicht möglich, wird die Anfrage an die nächste weitergeleitet.“

Haben alle Kitas keine Kapazitäten, landet das Kind auf der Warteliste. In dieser gibt es ein Punktesystem, bei dem beispielsweise im Hinblick auf Alter, Wohnort und Geschwisterkinder Punkte vergeben werden. Es gilt also nicht das Windhundprinzip.

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