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Veränderte Nachfrage

Aus dem Bühler Autokino wird eine Kartbahn

Der Run auf das Autokino Drive-in in Bühl hat nachgelassen. Betreiber Axel Sator reagiert, indem er das Autokino zu einer Kartbahn macht. Ein Kino-Erlebnis bleibt aber weiter möglich.

Ein neues Angebot: Ab dem 29. August können Besucher im Drive-In mit einem Elektro-Kart ihre Runden drehen. Foto: Bernhard Margull bema

Aus der Aufstellfläche für das Autokino Drive-in in den Bühler Bußmatten wird eine Kartbahn. Das Interesse am Autokino, das Axel Sator im Frühjahr auf dem Schaeffler-Gelände eingerichtet hatte, habe nachgelassen, sagt der Unternehmer. Mit seiner Firma Sator Adventures - nicht zu verwechseln mit Sator Events - reagiert er auf Veränderungen im Besucherverhalten ebenso wie auf neue Vorgaben durch die Corona-Verordnung des Landes. Diese Flexibilität sei notwendig, um durch die Krise zu kommen.

„Die Eventbranche liegt am Boden”, sagt Sator. Von den Großkunden seien bis Mitte nächsten Jahres keine Aufträge zu erwarten; die von Sator Events betreuten Veranstaltungen bewegten sich in einer Größenordnung von 10.000 bis 50.000 Besuchern. „Bevor es keinen Impfstoff gibt, gibt es keine großen Messen mehr”, meint der Unternehmer.

Das Zelt-Musik-Festival auf dem Freiburger Mundenhof beispielsweise steht auf seiner Kundenliste, das Fest in Karlsruhe gehört ebenso dazu wie die Pfännle-Tour von SWR 1: „Alles, was es jetzt nicht mehr gibt, machen wir.” Eine der Konsequenzen daraus: Seit Anfang März sind 22 Festangestellte von Sator Events in 100-prozentiger Kurzarbeit.

Weil er aber nicht Däumchen drehen wolle, bespielt Sator Adventures mit der Familie und bis zu acht Aushilfskräften die von Schaeffler zur Verfügung gestellte Fläche in den Bußmatten. Aktuell wird dort umgebaut, bis einschließlich 28. August finden keine Veranstaltungen statt. Es entsteht ein Biergarten mit maximal 499 Plätzen, neben dem bereits errichteten Zelt wird eine Leinwand platziert.

Bei Regen kann in das Zelt ausgewichen werden, sodass eine Filmvorführung bei jedem Wetter möglich ist. Auf dem bisherigen Autokino-Platz entsteht derweil eine 3.000 Quadratmeter große Elektro-Kartbahn. Die zehn Karts stammen von der Eisbahn auf dem Wiedenfelsen, die Sator ebenfalls betreibt, und werden für einen Sommer-Einsatz umgebaut. Mit bis zu 60 Stundenkilometern kann ab dem 29. August der Parcours absolviert werden. Geöffnet ist der Parcours mittwochs bis sonntags, allerdings nur nach Voranmeldung auf www.drive-in-buehl-de. Mit Beginn der Saison auf der Eisbahn endet dieses Kapitel dann wieder.

Bevor es keinen Impfstoff gibt, gibt es keine großen Messen mehr.
Axel Sator, Geschäftsführer

Die Zeltbühne erlebe eine große Nachfrage von Künstlerseite, was sich Sator mit den weiterhin begrenzten Auftrittsmöglichkeiten begründet. Ein Auszug aus dem Programm: Die Stadtkapelle Bühl spielt am zweiten Sonntag im September, an dem eigentlich das Zwetschgenfest gefeiert würde, zum Frühschoppen auf. Zuvor sind schon das Duo „Sunny Wings” (9. September) und Eric Prinzinger als Elvis Presley (11. September) zu Gast. Im Oktober stehen das Pink Floyd Project (3.), Christoph Sonntag (11.) und Van Teichmann (31.) auf der Bühne. Auch größere Weihnachtsfeiern kann Sator sich im Zelt vorstellen.

Viel Zeit und viel Herzblut investiere die Familie in das Projekt, „und nicht viel weniger Geld”, fügt Sator auf Nachfrage hinzu. Die Veranstaltungsstätte sei derzeit die einzige Möglichkeit für sein Unternehmen, aktiv zu bleiben. Das Zelt werde deshalb auch bis ins nächste Jahr stehen bleiben, zumal ein Ende der Krise in der Eventbranche nicht in Sicht sei. Dank Schaeffler, kulanten Lieferanten, treuen Kunden und hoher Flexibilität hofft Sator, sie durchzustehen. Er sagt aber auch: „Das Ende ist weiterhin offen.”

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