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Skandal um Biografie

Ausverkauft am ersten Tag: Prinz Harry lockt auch in Bühl die Leser in Scharen

Schon am ersten Verkaufstag ging die Biografie des britischen Prinzen Harry in Bühl weg wie warme Semmeln. Wer die Käufer sind und was die Händler dabei unterschätzt haben.

Prinz Harry Biografie bei Osiander in Bühl
Letztes Buch: Eine Mitarbeiterin in der Buchhandlung Osiander hält das letzte aber schon reservierte Exemplar der Biografie in der Hand. Foto: Andreas Bühler

Jede Persönlichkeit formt sich durch ihre Erfahrungen und daraus resultierende Gedanken: Im Fall von Prinz Harry, dem rothaarigen Spross des britischen Königshauses, sind das reichhaltige Einflüsse, die durch die königliche Familie, die Etikette, den tragischen Tod der Mutter, den Dienst bei den britischen Streitkräften geprägt wurden.

Was ist dran an dem skandalträchtigen Buch und zieht es durch den Schlüsselloch-Effekt auch die Bühler Leser in seinen Bann? Während immer mehr skandalöse Einzelheiten durch die Medien sickern, etwa der erste Sex des jungen Prinzen mit einer älteren Frau hinter einem Pub, ist der lockende Lesestoff im örtlichen Buchhandel schon nicht mehr zu haben.

Immerhin soll die deutsche Ausgabe mit den tiefen Einblicken in das Privatleben des umtriebigen Prinzen per Online-Bestellung innerhalb von ein bis zwei Wochen lieferbar sein. Bestellungen gibt es in den Bühler Buchhandlungen viele.

Bühler Händler sagen: Branche hat das Buch unterschätzt

In der Leseinsel zeigt man sich gegenüber dem Aufreger eher gelassen. „Wir haben, im Nachhinein gesehen, leider nur wenige Exemplare im Vorfeld geordert.

Auch der Verlag, in dem es erschienen ist, hat offenbar nicht damit gerechnet, dass diese Biografie von Prinz Harry so durch die Decke gehen würde“, sagt Christine Knuchel von der Leseinsel. Dabei handle es sich um eine der größten Verlagsgruppen.

„Die meisten Kunden sagen, sie bestellen nicht für sich, sondern für die Mutter. Die ältere Generation und die Liebhaber der Royals scheinen sich für dieses Thema zu interessieren“, vermutet Christine Knuchel. Das Buch sei generell in der Branche völlig unterschätzt worden. Dabei sei es zum richtigen Zeitpunkt gekommen, genau nach dem Tod der Queen.

Für die Leser gibt es natürlich den Schlüsselloch-Effekt.
Christine Knuchel, Buchhändlerin

„Es gibt offensichtlich genug Zielgruppen für diese Biografie. Das Buch war auch auf der Titelseite der Bild-Zeitung. Und es gibt natürlich den Schlüsselloch-Effekt“, zählt die Buchhändlerin weiter auf.

Die Leute hätten zur Zeit eigentlich genug von schlechten Nachrichten. „Aber das ist offensichtlich einerseits interessant und andererseits weit weg. Und es zeigt, dass auch in dieser privilegierten Familie vieles nicht so ist, wie es scheinen soll, weil das eben auch nur Menschen sind.“

Bei der Buchhandlung Osiander gingen die 20 Exemplare schon am ersten Tag weg wie warme Semmeln. „Den Käufern ist es manchmal peinlich, aber sie wollen wissen, was da so alles drin steht“, sagt Filialleiterin Jasmin Waidmann und lacht. Die pure Neugier sei ein starker Kaufanreiz.

Nun warten viele auf den Nachdruck. „Einige äußern auch Bedauern. Prinz Harry sei eine tragische Figur, die noch nicht seinen Weg gefunden hat.“

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