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Bauarbeiten am neuen Kreisverkehr in der Rheinstraße

Bagger beschädigt Gasleitung: Bühler Innenstadt entgeht nur knapp einer Katastrophe

Weil ein Baggerfahrer eine Gashochdruckleitung beschädigt hat, dauern die Bauarbeiten am neuen Kreisverkehr in der Bühler Rheinstraße zwei Wochen länger. Die Innenstadt hatte Glück im Unglück, weil nur die Isolierung angekratzt wurde. Sonst wäre es zur Explosion gekommen.

Großbaustelle in der Rheinstraße: Bis Freitag soll der Verkehr aus der Innenstadt in Richtung neue Bundesstraße 3 wieder fließen können. Foto: Ulrich Coenen

Die Innenstadt ist nur knapp einer Katastrophe entgangen. Wie die Redaktion jetzt durch den Hinweis eines aufmerksamen Lesers erfahren hat, beschädigte ein Bagger Ende Juli an der Großbaustelle für den neuen Kreisverkehr in der Rheinstraße eine Gashochdruckleitung. Dies bestätigt Wolfgang Schuchter, Leiter der Abteilung Tiefbau im Rathaus, auf Anfrage dieser Zeitung.

„Wir haben Glück gehabt“, berichtete er. „Der Bagger hat lediglich die Isolierung beschädigt. Wenn er die Gashochdruckleitung richtig erwischt hätte, wäre eine Explosion möglich gewesen. Gott sei Dank ist das gutgegangen.“

Gott sei Dank ist das gut gegangen
Wolfgang Schuchter Abteilungsleiter Tiefbau

Schuchter betonte, dass der Baggereinsatz an Gashochdruckleitungen grundsätzlich verboten ist. „Darauf haben Stadt und Stadtwerke das beauftragte Unternehmen vor Beginn der Bauarbeiten noch einmal ausdrücklich hingewiesen“, berichtet der Chef der Tiefbauabteilung.

Die betroffene Gashochdruckleitung verläuft im Untergrund mit S-förmigen Schwung. Der Baggerfahrer ging offensichtlich davon aus, dass sie gerade verläuft und setzte den Biss der Schaufel falsch an. Das hätte nicht passieren dürfen. „Solche Arbeiten müssen grundsätzlich mit der Schaufel per Hand ausgeführt werden“, konstatiert Schuchter. Die Kommune will dem verantwortlichen Bauunternehmen die entstandenen Kosten in Rechnung stellen.

So ist es richtig: Dieser Bauarbeiter arbeitet mit der Schaufel an einer Gashochdruckleitung. Foto: Ulrich Coenen

Für die Stadt hat diese Panne aber auch ohne einen finanziellen Schaden Folgen. Die Bauarbeiten am Kreisverkehr verzögern sich durch diesen Unfall um 14 Tage. „Wir gehen aber davon aus, dass wir trotz allem Mitte Dezember fertig werden“, meint Schuchter. „Notfalls werden wir in die Abendstunden hinein und auch an den Samstagen arbeiten.“

Unternehmen waren vom Gas abgeschnitten

Neben der Verzögerung der Bauarbeiten hatte der Schaden auch für Bühler Unternehmen Auswirkungen. Weil die Gashochdruckleitung ausgewechselt werden musste, blieben sie mehrere Tage ohne Gasversorgung und mussten nach Mitteilung von Schuchter in dieser Zeit auf Heizöl umstellen. Privathaushalte waren nicht betroffen.

Abgesehen von diesem größeren Zwischenfall, der von der Öffentlichkeit bisher unbemerkt blieb, laufen die am 14. April begonnenen Bauarbeiten gut. Die Rheinstraße hat zwischen Schützenkreisel und Heidlauffstraße eine neue Asphaltdecke erhalten. Die Bauarbeiten wurden Ende Juli abgeschlossen, die Rheinstraße ist seitdem bis zur Kreisel-Baustelle wieder befahrbar.

Bordstein für Fußgänger abgesenkt

Weil die Rheinstraße eine Kreisstraße ist, übernimmt der Landkreis Rastatt die Kosten in Höhe von rund 200.000 Euro. In der Rheinstraße ergaben sich außerdem kleine Verbesserungen für die Fußgänger. So wurden die Bordsteine im Bereich des Zebrastreifens abgesenkt.

Abgesenkter Bordstein: Wolfgang Schuchter (links) und Dominik Weiler vom Tiefbauamt der Stadt weisen auf Verbesserungen für Fußgänger in der Rheinstraße hin. Foto: Ulrich Coenen

Der neue Kreisverkehr an der Kreuzung Rheinstraße/Steinstraße ist eines der zahlreichen Projekte im Rahmen der Campus-Gestaltung. 936.766 Euro lässt sich die Stadt das Prestigeprojekt kosten (abzüglich der 200.000 Euro vom Landkreis für die Rheinstraße). Der Kanal und die Gas- und Wasserleitung der Stadtwerke wurden im Kreuzungsbereich bereits erneuert. Jetzt geht es an den eigentlichen Ausbau des neuen Kreisels. „Wir nutzen den Synergieeffekt und schaffen Hand in Hand“, sagt Schuchter.

Gleich zwei problematische Baustellen in der City

Weil die Hauptstraße zwischen Oberweierer Straße und Tankstelle Jäger wegen Anschlussarbeiten für die beiden großen neuen Geschosswohnungsbauten durch die Stadtwerke vom 31. August bis voraussichtlich 25. September voll gesperrt werden muss, wird aktuell am Kreisverkehr mit Hochdruck gearbeitet.

„Neben der Hauptstraße ist die Rheinstraße die zweitwichtigste innerstädtische Straße“, stellt Schuchter fest. „Es ist deshalb extrem wichtig, dass diese bis spätestens Montag für den einspurigen Verkehr von der Innenstadt in Richtung neue B3 geöffnet wird.“

Nach jetzigem Stand soll diese einspurige Freigabe bereits im Laufe des Freitags erfolgen. Ohne diese Ost-West-Verbindung würden die erheblichen Verkehrsprobleme, mit denen die Bühler in den nächsten Wochen rechnen müssen, wohl vollends im Chaos enden.

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