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Weihnachtsdekorationen

Etwas für das Auge und die Seele: Bürger organisieren Adventslichterweg in Bühl-Balzhofen

Jeden Tag leuchtet eine weitere Station auf: Im kleinen Dorf Bühl-Balzhofen bauen Anwohner im Dezember aufwendige Weihnachtsdekorationen auf. Der ganze Ort verwandelt sich in einen begehbaren Adventskalender.

Ein Neuling und zwei Wiederholungstäter: Claire-Janine Ruckmich (links) trifft vor ihrer Lichterwegstation Claudia und Roland Meier, die zum zweiten Mal dabei sind. Foto: Holger Siebnich

Kurz vor dem Beginn bricht Hektik aus. Die Zeitschaltuhr versagt ihren Dienst. Die Weihnachtsbäume, die Sterne und der Bollerwagen mit den Heuballen bleiben im Dunkeln. Dabei stehen die ersten Schaulustigen schon vor dem Haus.

Doch nach wenigen Augenblicken hat Claire-Janine Ruckmich die Technik neu gestartet und es ward Licht in ihrem Vorgarten in Balzhofen.

Sie und ihre Familie machen mit beim Adventslichterweg, den die Dorfgemeinschaft zum zweiten Mal organisiert hat. Corona gab im vergangenen Jahr den Anlass zur Premiere. Elke Meier von der Dorfgemeinschaft sagt: „Wir haben wegen der Pandemie gedacht, dass wir etwas machen müssen, um den Menschen Freude in der Adventszeit zu bereiten.“

Die Resonanz war ganz toll.
Elke Meier, Organisatorin

Gemeinsam mit Elisabeth Künstel stellte sie ein Konzept auf die Beine, das 2020 einschlug wie eine Bombe: „Die Resonanz war ganz toll.“ Die Dorfgemeinschaft suchte Abnehmer für 24 durchnummerierte Holztafeln. Die Teilnehmer bauten an ihren Häusern weihnachtlich dekorierte Stationen auf, in die sie die Nummer integrierten. Jeden Tag im Dezember bis Weihnachten leuchtete eine weitere Station auf.

Bürger in Bühl-Balzhofen stecken viel Arbeit in den Adventslichterweg

Die Balzhofener zeigten nicht nur enorme Kreativität, sondern steckten auch reichlich Arbeit in ihre Kunstwerke. Die Spaziergänger wandelten abends im Dorf vorbei an einer Winterlandschaft mit historischen Sportgeräten, einem riesigen Nikolaus-Thron oder einem Lebkuchenhaus.

Türchen Nummer 3 des begehbaren Adventskalenders: ein Rentierschlitten unterm Weihnachtsstern. Foto: Holger Siebnich

Auch Claire-Janine Ruckmich lief den Weg mit ihrem Mann und ihrem Sohn oft ab: „Es war toll, was sich die Leute haben einfallen lassen.“ Als die Dorfgemeinschaft in diesem Jahr neue Teilnehmer suchte, hob sie gleich die Hand. Sie übernahm die Nummer 4, die nach gelösten Zeitschaltuhr-Problem an diesem Sonntag erstmals aufleuchtete.

Dass die Teilnehmer im vergangenen Jahr die Latte sehr hoch gehängt haben, schreckte sie nicht ab. Auch Roland und Claudia Meier hatten 2020 mit einer Art Weihnachtschaukasten ein filigranes Kunstwerk geschaffen. Diesmal sind sie wieder dabei.

Spaziergänger und Gastgeber kommen beim Adventslichterweg ins Gespräch

„Wir hatten noch eine Idee und haben gleich gesagt, dass wir die dann im nächsten Jahr machen“, sagt Claudia Meier. Deshalb haben sie ihre Nummer 17 behalten. Was die beiden sich dafür haben einfallen lassen, wollen sie noch nicht verraten.

Neben den kreativen Stationen freut sich Claudia Meier vor allem über das Gemeinschaftsgefühl, das der Weg erzeugt. „Wir sind mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen, auch mit Fremden“, schildert sie ihre Erfahrungen vom vergangenen Jahr. Der Adventsweg ist etwas fürs Auge und die Seele.

Die Fenster der Nummer 5 strahlen hell: Mitglieder des Musikvereins Harmonie Balzhofen spielen sonntags Weihnachtslieder an den Stationen. Foto: Holger Siebnich

Damit sich jeder zurechtfindet, hat die Dorfgemeinschaft einen Flyer herausgegeben, in dem die Stationen eingezeichnet sind. So kann jeder seinen Abendspaziergang planen. Von Gedankenspielen, an den Wochenenden einen Glühweinausschank oder zum Ende hin ein kleines Fest zu veranstalten, mussten sich die Organisatoren wegen Corona verabschieden.

Meier hofft, dass das 2022 möglich sein wird. Zweifel, dass Balzhofen den begehbaren Adventskalender auch dann wieder realisiert, hat sie nicht: „Wir haben schon wieder die ersten Interessenten für die Nummern.“

Stationen in Bühl-Balzhofen stehen bis zum 6. Januar

In diesem Jahr bleibt es bei einem Minimal-Rahmenprogramm. Mitglieder des Musikvereins wollen jeden Sonntag zwischen 17 und 19 Uhr Weihnachtslieder an den Stationen spielen.

Und so erklingt auch vor dem Haus von Claire-Janine Ruckmich „Kling, Glöckchen, klingelingeling“, als ihre Station an diesem Sonntag in Betrieb geht. Die Zeitschaltuhr muss bis zum Dreikönigstag durchhalten. So lange bleiben die Stationen des Lichterwegs stehen.

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