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Öffnung rechtzeitig zum Frühling

Blumengeschäfte dürfen wieder öffnen: Die Floristen in Bühl blühen auf

Natürlich waren die vergangenen Wochen und Monate auch für die Floristen in Bühl eine Durststrecke. Aber mit dem erfolgreichen Verkauf auf Bestellung haben sich die Geschäfte gut geschlagen. Jetzt freuen sich die Inhaber auf ein blühendes Frühlingsgeschäft.

Blumen von hier: Einige Händler haben kaufen bei regionalen Blumenbetrieben ein. Die Floristen wie Stefan Prelisauer sind froh, die Läden nach Wochen wieder öffnen zu können. Foto: Andreas Bühler

Die Inhaber der Blumengeschäfte in Bühl freuen sich auf ein blühendes Frühlingsgeschäft. Zwar haben auch die Floristen während der Schließung erfolgreich auf den Verkauf auf Bestellung gesetzt. Aber: Es sei wirklich schön, die Kunden wieder direkt im Geschäft beraten zu können, ist bei am ersten Tag der wieder erlaubten Öffnung zu hören.

„Uns geht es gut bis sehr gut“, sagt Nicole Bäuerle in ihrem Laden in der Bühlertalstraße. Es bringe nichts, Angst zu haben oder den Kopf in den Sand zu stecken. „Wir haben die Krise als Chance genutzt, und es ist gut gelaufen mit unserem SB-Markt, bei dem die Kunden mit EC-Karte im Freien bezahlen.“

Bunte Auswahl: Endlich können die Floristen wieder aus dem Vollen schöpfen und ihre Kunden wieder direkt im Blumenladen bedienen. Foto: Andreas Bühler

Das zunehmende Blumen- und Pflanzenangebot bei den Discountern hat sie sehr wohl wahrgenommen. „Da hat ja auch unser Fachverband geklagt. Aber unter dem Strich entscheidet der Kunde und greift eher zur Qualitätsware, vor allem bei Geschenken“, weiß Bäuerle.

Stefan Prelisauer zupft ein paar Blumen in seiner Hand zurecht: „Die Kunden merken, dass es große Unterschiede zum Fachhandel gibt. Für einen lockeren Frühlings-Blumenstrauß beziehen wir auch Blumen aus der Pfalz. Es muss nicht Ware aus dem Flugzeug oder Ferntransporter sein“, lenkt der Inhaber des gleichnamigen Geschäftes in der Rheinstraße den Blick auf „Werte, die nur der inhabergeführte Fachhandel zu bieten hat.“ Er verweist auf die Händler-Initiative „Wir sind von hier“, die Pflanzen von regionalen Gärtnern den Vorzug gibt.

Fachgeschäfte in der Warteschleife

Der Lockdown sei für alle schmerzhaft gewesen, vor allem für die Unternehmer, die für die Geschäftsräume jeden Monat die Miete aufbringen müssen. „Wir haben wirklich Glück, dass wir jetzt wieder öffnen dürfen. Und es tut mir leid für die anderen Fachgeschäfte das Handels, vor allem hier in Bühl, die noch ausharren müssen“, sagt Prelisauer.

„Haushaltsartikel, Elektrogeräte und Kleidung nehmen zu. Und zum Valentinstag am 14. Februar gab es ein breites Angebot an Blumen“, sagt Prelisauer auch mit Blick auf andere Fachgeschäfte, die mit der Konkurrenz durch Discounter zu kämpfen haben.

Wir packen die Sache neu an.
Nicole Bäuerle, Inhaberin BlumenWerk

„Es klingt abgedroschen, aber diese Krise ist für uns eine Chance“, betont BlumenWerk-Chefin Bäuerle, die nach dem Erfolg mit dem SB-Markt vor dem Geschäft in der Bühlertalstraße motiviert ist. „Wir packen die Sache neu an und suchen jetzt Geschäftsräume, weil wir uns grundlegend verändern wollen“, kündigt sie an. Es gehe ihr um qualitativ hochwertige Produkte. „Denn normale Pflanzen bekommen Sie schon seit geraumer Zeit in jedem Baumarkt.“

„Das ist ja das Schwierige bei uns Floristen. Wir haben eben keine tote Ware, sondern handeln hier mit hoch verderblichen Pflanzen“, verweist Angelika Huck, Inhaberin von Blumen Huck direkt am südlichen Eingang von Sinzheim, auf einen in der Krise nahezu unkalkulierbaren Wareneinkauf.

„Das muss man sich schon genau überlegen, was man da holt, wenn man keine Lieferungen mehr bekommt und quasi jeden Tag in den Großhandel nach Karlsruhe fahren muss“, beschreibt die Floristin die Schwierigkeiten beim Handel auf Bestellung während der Ladenschließung. Das sei eine völlig neue Situation gewesen, sagt die Inhaberin, die das Geschäft mit den Pflanzen und Blumen bereits in der dritten Generation direkt an der Alten Landstraße betreibt.

Angelika Huck ist mit dem Geschäft aufgewachsen und fand den Einschnitt durch den Lockdown vehement: „Es hat Wochen gedauert, bis sich das mit dem Bestellen vor dem Kaufen eingependelt hatte. Dabei ist uns auch noch das Geschäft mit Accessoires entgangen.“. Wenn die Kunden nur zum Abholen der Ware kommen, sind weitere Artikel nicht gefragt. „Wir bieten hier allerlei Keramik und schöne Accessoires an. Wenn aber jemand einen Blumenstrauß bestellt. dann ist er auf diese Bestellung fixiert“, berichtet die Sinzheimerin.

Freude beim Start

Unter dem Strich ist die Unternehmerin trotz Lockdowns mit Geschäftsschließung über Wochen eigentlich zufrieden. „Ich muss hier, Gott sei Dank, keine Miete bezahlen. Aber das Vorhalten der verderblichen Ware ist dennoch nicht zu unterschätzen“, sagt sie. „Über den Start an diesem Montag habe ich mich schon gefreut, aber ich denke, das ist noch zu früh. Denn wir sind ja noch nicht endgültig von Corona befreit“, meint Huck. „Es dürfen nicht mehr als zwei Kunden auf einmal hier in den Laden. Das finde ich auch gut, denn wir brauchen den weitreichenden Erfolg bei der Bekämpfung von Corona“, stellt sie klar. Das weiter bestehende Sicherheitskonzept sei in Ordnung. „Und sowieso ist ein bisschen Abstand gar nicht schlecht.“

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