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Reaktionen auf Kritikpunkte im Fahrradklimatest

Bühl installiert Servicesäulen: Eine Werkstatt für kleine Reparaturen am Fahrrad

Die Luft ist raus, wie geht es nun mit dem Fahrrad weiter? Mit drei Radservicestationen möchte die Stadt Bühl den Radfahrern kleinere Reparaturen ermöglichen. Die Verbesserung der Infrastruktur ist damit aber nicht abgeschlossen.

Neues Angebot: Hubert Schnurr und Beate Link präsentieren die Radservicesäule am Rathaus II. Weitere solche Säulen stehen am Schwarzwaldbad und am Trottenplatz in Eisental. Foto: Wilfried Lienhard

Mit drei Radservicestationen baut die Stadt Bühl die Radinfrastruktur weiter aus. Sie stehen am Rathaus II, am Schwarzwaldbad sowie am Trottenplatz in Eisental. Bei der Präsentation sprach Oberbürgermeister Hubert Schnurr von einer „hervorragenden Ergänzung“ und fügte an: „Die Servicesäulen erhöhen den Komfort für radelnde Gäste und Einheimische.“ Sie sind errichtet worden in einer Kooperation mit der Initiative Radkultur, innerhalb derer die Stadt bereits im zweiten Jahr finanziell stark gefördert wird.

Die Reparatursäulen halten neben einer Luftpumpe für alle gängigen Ventile auch Werkzeug für kleinere Reparaturen und eine Halterung zum Aufbocken des Rads bereit.

Das Werkzeug ist an der Säule befestigt, lässt sich aber ein Stück weit herausziehen. Vom platten Reifen über den falsch eingestellten Sattel bis hin zu lockeren Schrauben können die unterschiedlichsten Probleme behoben werden, auch ein kurzer Sicherheits-Check ist möglich. Für die Stadtverwaltung ist das ein Beitrag, um das Radfahren im Alltag einfach und flexibel zu gestalten.

Kritik wird aufgegriffen

Schnurr ordnete die Neuerung in den größeren Zusammenhang des städtischen Mobilitätskonzepts ein, das Fahrrad solle „weiterhin als klimafreundliche Alternative auf Alltagswegen in den Mittelpunkt rücken“.

Er verwies auf das Ergebnis des ADFC-Fahrradklimatests 2020, bei dem Bühl wie bereits berichtet im Vergleich mit anderen Kommunen gut abgeschnitten habe, was laut Schnurr auch „auf die äußerst engagierte Arbeit von Beate Link vom Referat Klima und Umwelt zurückzuführen“ sei.

Dass es aber weiterhin Handlungsbedarf gebe – die Bühler Gesamtnote liegt bei 3,5 –, dessen sei sich die Stadtverwaltung bewusst. „Insbesondere die kritischen Bewertungen des Fahrradklimatests finden Einzug in unseren städtischen Arbeitskreis zum Thema Fahrrad und werden behandelt“, versicherte Schnurr.

Bereits reagiert habe die Stadt auf die Kritik wegen der vergleichsweise hohen Zahl an Fahrraddiebstählen, wie Fritz Ell von der Abteilung Verkehr und Lärmschutz sagte. In die gesicherten Fahrradabstellanlagen, aus denen Fahrräder gestohlen worden waren, seien noch einmal 10.000 Euro investiert worden, und zwar in Elektronik und Material. Der zweite Aspekt, der eine schlechte Note eingebracht hatte, war die Führung an Baustellen.

„Wir sind sensibilisiert dafür, dass Fahrradfahrer und Fußgänger bedacht werden“, sagte Ell. Es gebe auf Baustellen aber auch Situationen, in denen schnell reagiert werden müsse. Der dritte Punkt waren die in den Augen der Umfrageteilnehmer zu laschen Kontrollen von Falschparkern auf Radwegen.

Ell kündigte für den 5. Mai die Teilnahme an einer landesweiten Aktion von Polizei und den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen an. Die genauen Schwerpunkte würden noch festgelegt, aber auf die zugeparkten Radwege werde auf jeden Fall ein Augenmerk gelegt.

Neue Radwege entstehen

Auch die Infrastruktur werde weiter ausgebaut. Dazu gehören Radwegverbindungen zwischen Weitenung und Leiberstung, Neusatz und Hub sowie in Müllenbach, außerdem liefen Untersuchungen für die Verbindung zwischen Balzhofen und Zell, sagte Ell.

Nachgedacht werde auch darüber, wie die Anbindung des Gewerbegebiets Süd an den Bahnhof verbessert werden könne. Die Stadt bringe sich zudem in die Trassenführung des geplanten Radschnellwegs ein, was sowohl für die aus Norden als auch die aus Süden kommende Verbindung gelte.

Auch eine weitere Reparatursäule am Bahnhof wird es geben. Sie wird Teil des dort geplanten Regioports, der zur Mobilitätsdrehscheibe werden soll, so Ell. Ein weiteres Element seien beispielsweise Mietfahrräder. Über die KVV-App könnten die einzelnen Angebote vernetzt werden. Die Arbeiten für den Regioport beginnen laut Hubert Schnurr im März des nächsten Jahres, spätestens im Herbst 2022 sollen sie abgeschlossen sein.

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