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Bislang 28.000 Besucher

Bühler „AugenBlicke“ werden mit der 100. Veranstaltung 20 Jahre alt

Mit ihrer Vortragsreihe „AugenBlicke“ entführen Isabelle und Lothar Himmel seit 20 Jahren ihre Besucher in alle Welt. Zum Start ins neue Programm, dass das Ehepaar trotz Corona und anders als viele andere Veranstalter zusammengestellt, steht die 100. Veranstaltung an.

Heute: Carolin, Isabelle und Lothar Himmel mit ihren Eseln Camille und Martin. Foto: Lothar Himmel

Bühl. Isabelle und Lothar Himmel haben mit ihrer Vortragsreihe „AugenBlicke“ doppelten Grund zur Freude. Als Lothar Himmel zuhause in Steinbach die notwendigen Daten für eine Statistik der vor 20 Jahre begonnenen Reihe zusammentrug, bemerkte er, dass der nächste Vortrag der 100. sein wird - es ist just ein eigener Vortrag, mit dem das Ehepaar in die neue Saison im Bühler Bürgerhaus Neuer Markt einsteigt. „Das war mir bis dahin gar nicht klar gewesen“, schmunzelt Himmel. Aber es passe wunderbar.

Zwei Fäden miteinander verknüpft

1997 war es, als er mit eigenen Vorträgen begonnen hat. Reisereportagen hätten es ihm angetan, und weil er auch gern fotografiere, habe er diese beiden Fäden verknüpft: „Es lag nahe, eigene Vorträge zu produzieren.“

Drei Jahre später machte er den nächsten Schritt: „Bis dahin hatte ich mir selbst die Veranstalter gesucht, jetzt drehte ich das um“. Ein Motiv dafür sei auch gewesen, die Kontakte in die Vortragsszene zu intensivieren.

Damals: 2008 war Familie Himmel mit ihren Eseln auf dem Jakobsweg unterwegs. Foto: Lothar Himmel

Dass die „AugenBlicke“ ihre Heimat im Bühler Bürgerhaus Neuer Markt fanden, war für Lothar Himmel fast schon logisch: „Hier hatten sich auch externe Veranstalter mit Vorträgen eingebucht, die Volkshochschule war mit einer Vortragsreihe dort zu Gast, hatte diese aber schon beendet, als wir angefangen haben.“

Dazu komme die technische Ausstattung des Hauses, das von vielen Referenten gelobt werde. Außerdem habe es eine passende Größe, die Abstufung der Sitzpläne sei ein Vorteil, und barrierefrei sei es auch, zählt Isabelle Himmel weitere Vorteile auf.

700 Besucher bei Rüdiger Nehberg

Der erste Referent war Günter Wamser, der über seine Reise mit drei Pferden von Feuerland nach Ecuador berichtete. 98 Veranstaltungen folgten, die insgesamt rund 28.000 Besucher anlockten. Im Schnitt seien es um die 300 Gäste, berichtet Lothar Himmel. In der Spitze seien es auch schon mal 700 gewesen.

Sie verfolgten Rüdiger Nehbergs „Querschnitt durch ein aufregendes Leben“. Manche Referenten hätten eine eigene Fangemeinde, sagt Himmel. Thematisch besonders gefragt seien Vorträge über Südtirol, Neuseeland und Irland, ergänzt Isabelle Himmel.

Asien, Syrien, Damaskus: Café Noufara, beruehmtes Café in der Altstadt. Hier hat viele Jahre der Geschichtenerzaehler Abu Schadi vorgelesen. Foto: Lutz Jaekel

Etwa ein Jahr vor Saisonstart beginnt das Ehepaar mit den Vorbereitungen. Angebote von Referenten gehen in Steinbach ein, gleichzeitig halten Himmels die Augen nach guten Vorträgen offen. Was aber macht einen solchen aus? „Er muss eine Geschichte erzählen, einen roten Faden haben“, sagt Isabelle Himmel.

„Schöne Bilder allein reichen nicht aus.“ Rein touristische Vorträge, fügt Lothar Himmel an, würden nicht ins Programm aufgenommen. Ein persönliches Element sei wichtig, „das Wissen der Referenten aus eigener Erfahrung, das macht die Attraktivität des Mediums aus. Je persönlicher ein Vortrag ist, desto interessanter ist er. Dadurch hebt er sich auch von Dokus im Fernsehen ab.“

Vortragsbörse in Braunfels

Bei der Auswahl ist die zweieinhalbtägige Vortragsbörse der Gesellschaft für Bild und Vortrag wichtig. Der Berufsverband für Vortragsreferenten, dem Lothar Himmel angehört, veranstaltet sie alle zwei Jahre im hessischen Braunfels. Bei der Börse zeigen Etablierte ebenso wie Newcomer rund zehn Minuten lange Ausschnitte ihrer neuen Produktionen. Auch ein solcher kurzer Eindruck könne viel aussagen, sagt Isabelle Himmel.

Das Programm für die Saison 2021/22 sollte Anfang des kommenden Jahres stehen, so Lothar Himmel. Er sei gespannt, denn die Termine könnten sich drängen und viele Referenten weitgehend ausgebucht sein. Der Grund: Die jetzt beginnende Saison sei von vielen Veranstaltern mit Blick auf Corona komplett gestrichen worden. Das Ehepaar Himmel geht bewusst einen anderen Weg, trotz schwieriger Bedingungen und Mehrarbeit soll es in den kommenden Monaten ein Programmangebot geben.

„Wir wollen ein bisschen Kultur bieten, weil diese in den vergangenen Monaten ein Stück weit unter die Räder gekommen ist“, sagt Lothar Himmel. „Auch für die Referenten ist es wichtig, dass es ein Angebot gibt. Sie sitzen teilweise fast auf dem Trockenen und müssen schauen, wo sie bleiben.“

Start mit dem Jakobsweg

Unter Corona-Regeln startet die Saison am Sonntag, 4. Oktober, um 15 und 18 Uhr mit einem Benefizvortrag. Maximal 224 Besucher sind pro Termin möglich, wenn das Ehepaar seinen Vortrag „Jakobsweg“ zeigt - in einer etwas gekürzten Form, um Tochter Carolin die Möglichkeit für einen Kurzbeitrag über ihren Aufenthalt in einem Straßenkinder- und Waisenheim in Bolivien zu geben.

Spenden, die an diesem Abend eingehen - der Eintritt selbst ist frei -, gehen an diese massiv durch den Corona-Folgen betroffene Einrichtung. Alex Kunz von der gleichnamigen Band steuert ein wenig Live-Musik bei. Isabell und Lothar Himmel freuen sich schon auf diesen Tag - schließlich ist es schon etwas Besonderes, wenn pünktlich zum 20. Geburtstag die 100. Veranstaltung auf dem Programm steht.

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