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Suche nach neuen Geschäftsmodellen

Bühler Bürgerenergiegenossenschaft schüttet 24.000 Euro an Mitglieder aus

Die Bühler Bürgerenergiegenossenschaft sieht sich von ihrem Ziel der Treibhausgas-Neutralität im Jahr 2050 noch weit entfernt. Die jüngste Mitgliederversammlung beschäftigte sich mit Geschäftsfeldern der Zukunft.

Kräftige Investitionen in Fotovoltaikanlagen: Auch für 2021 hat sich die BürgerEnergiegenossenschaft Region Karlsruhe Ettlingen einiges vorgenommen. Die Windenergie bleibt weiter außen vor. Foto: Symbolbild: Gustavo Alabiso / VISUM Gustavo Alabiso / VISUM

Von Katrin König-Derki

Die neunte Mitgliederversammlung der Bühler Bürgerenergiegenossenschaft eG blieb nicht von den Konsequenzen der Corona-Pandemie verschont: Die USM-Montagehalle bot den nötigen Raum für Mindestabstände; auch hatte im Vorfeld der BBEG-Aufsichtsrat, einer corona-geschuldeten Gesetzesnovelle folgend, ausnahmsweise den Jahresabschluss abgesegnet.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr, in Personalunion Vorsitzender des Aufsichtsrats, begrüßte die Mitglieder. Vorstand Hans Striebel skizzierte im Geschäftsbericht 2019 zunächst die bereits erfolgten und noch notwendigen Schritte hin zur Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland. Insgesamt beschrieb er eine positive Entwicklung; so würden etwa Treibhausgase zunehmend vermieden, vor allem durch regenerative Stromerzeugung.

Noch weit vom Ziel entfernt

Die erfolgreichsten Energieträger seien Photovoltaikanlagen und Windenergie. „Von dem Ziel der Treibhausgas-Neutralität im Jahr 2050 sind wir aber noch weit entfernt.“ Seit 2012, rückte er das Wirken der Bühler Genossenschaft in den Fokus, leiste die BBEG ihren lokalen Beitrag zum Gelingen der Energiewende. „Nahezu 450 Mitglieder haben sich zusammengeschlossen, um mit Hilfe der Solar-, Wind- und Wasserkraft die Produktion von Ökostrom zu unterstützen. Wir haben einen beachtlichen Anlagebestand aufgebaut und sind erfolgreiche Beteiligungen eingegangen.“

Die 16 PV-Anlagen verzeichneten inklusive des Wasserkraftwerks Immenstein ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber 2018, Netzausfälle einzelner Anlagen hielten sich in Grenzen. „Zugenommen hat der Reinigungsaufwand.“

Die Beteiligungen an Kraftwerksparks von „Green City Energy“ brächten eine jährliche Rendite von bis zu 4,75 Prozent. Das bidirektionale Kalt-Wärme-Netz in einem Neubaugebiet von Gutach im Breisach wiederum erweise sich nach anderthalb Jahren Laufzeit als gelungen: „Alle Grundstücksbesitzer haben mit uns einen Anschluss- und Nutzungsvertrag abgeschlossen, so dass das Netz alsbald vollständig seine Funktion als Versorgungssystem erfüllen kann.“

24.000 Euro für die Mitglieder

Zudem habe sich die BBEG mit dem Thema „Kooperationspartner“ beschäftigt; die Verhandlungen mit einem ersten möglichen Partner seien leider gescheitert. Den aktuellen Energiemarkt bezeichnete er als „schwierig“, auch aufgrund der begrenzten Ressourcen und Kapazitäten, die Energiegenossenschaften prägten.

Die Kernfrage der Zukunft werde sein, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, zum Beispiel Geschäftsbereiche zu diversifizieren, Kooperationen zu gründen und sich weiter zu professionalisieren. Als mögliche Handlungsfelder nannte er die PV-Direktlieferung, die Versorgung mit Nahwärme oder auch die Elektromobilität. Mittel- bis langfristig könne man darüber hinaus Speicher- und Quartierskonzepte entwickeln.

BBEG-Vorstand Thomas Bauer präsentierte Details zum Jahresabschluss 2019. Den Bilanzgewinn bezifferte er auf etwa 24.400 Euro. Der Aufsichtsrat schlage vor, 24.000 Euro davon an die Mitglieder auszuschütten und den Rest auf neue Rechnung vorzutragen. „Die Rendite ist mit 1,13 Prozent gut.“ Schnurr verlas den Tätigkeitbericht des Aufsichtsrats, Christel Dietmeier die Erklärung des Gremiums zur Prüfung des Jahresabschlusses; sie bescheinigte ordnungsgemäße Arbeit. Die Versammlung sprach sich für die beschriebene Gewinnverwendung aus. Mitglied Jörg Woytal bat um Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, der geschlossen stattgegeben wurde.

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