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Corona-Lücken in den Ferien schließen

Bühler Eltern hätten sich mehr Plätze in den Lernbrücken gewünscht

Die Quote ist Spitze und die Schulverantwortlichen in Bühl sind zufrieden. Die Lernbrücken werden von 200 Schülerinnen und Schülern genutzt. Der Gesamtelternbeiratsvorsitzende sieht allerdings ein paar Schwächen im Detail. Es hätten durchaus noch mehr Plätze angeboten werden dürfen.

Freiwilliges Nachhilfeprogramm: Auch in Bühl gehen die Lernbrücken in die zweite Woche. 200 Schülerinnen und Schüler nehmen daran teil, fünf Schulen dienen als Lernbrückenstandort. Foto: Sebastian Gollnow picture alliance/dpa

Die Quote könnte nicht besser sein: Als auch in Bühl die Lernbrücken begannen, standen alle 200 dafür gemeldeten Schülerinnen und Schüler auf der Matte. „Die Rückmeldungen sind positiv”, berichtet Lisa Kohler, Abteilungsleiterin für Bildung und Jugend bei der Bühler Stadtverwaltung. An der Weststadtgrundschule hätten Eltern sogar den Familienurlaub abgesagt, damit ihre Kinder an den Lernbrücken teilnehmen können.

Auch Dirk Striebel findet lobende Worte: „Wie ich so mitbekommen habe, läuft es gut.” Doch der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats sieht die eine oder andere Schwäche im Detail: Dass in den maximal 20-köpfigen Lerngruppen Kinder unterschiedlicher Klassenstufen zusammengefasst werden, finde er nicht so gut. „Das liegt aber nicht an den Schulen”, so Striebel.

Angebot an fünf Standorten in Bühl

Lernbrücken - der Name ist Programm. „Es handelt sich um ein zusätzliches Bildungsangebot, durch das Schülerinnen und Schüler ihre Lernrückstände aufarbeiten können”, erläutert Klaus Dürk, Leiter des Fachbereichs Bildung - Kultur - Generationen bei der Stadtverwaltung. An fünf Standorten, Aloys-Schreiber-Schule, Carl-Netter-Realschule, Weststadtgrundschule, Grundschule Neusatz und Windeck-Gymnasium wird nun vor dem Schulstart am 14. September Deutsch, Mathe und Englisch gebüffelt. „Es ist ein freiwilliges Angebot auf Empfehlungsbasis der Lehrer”, betont Dürk. Der Unterricht findet jeweils montags bis freitags von 8 bis 11 Uhr statt.

Um diese Bildungsoffensive gegen die durch die Corona-Pandemie bedingten Lerndefizite zu ermöglichen, wurden Lehrer und Referendare der Bühler Schulen rekrutiert, „am Windeck-Gymnasium gibt es dazu noch externe Kräfte”, erläutert Dürk. Die Lernatmosphäre in den Kleingruppen sei angenehm, die Kinder seien aktiv dabei, das erfuhren Dürk und Kohler gerade bei einer Besprechung mit den Bühler Schulleitern, die damit auch das Meinungsbild der Elternschaft wiedergegeben hätten.

Lernbrücken-Plätze hätten es indes nach Ansicht von Dirk Striebel jedoch noch durchaus ein paar mehr sein dürfen. „Der Bedarf war größer als das Angebot.” Und dass das Ganze mit den Zeiten der anderen Nachhilfen kollidiere, findet er ebenfalls nicht optimal. Allerdings weiß der Gesamtelternbeirats-Vorsitzende: Die Lernbrücken seien kurzfristig eingerichtet worden, und prinzipiell hätten die Schulen die Corona-Zeit ja bislang gut gemeistert.

Landesweit gibt es gut 5.000 Lernbrücken

In der Summe nehmen dem baden-württembergischen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport zufolge landesweit 61.500 Schülerinnen und Schüler an diesen Lern- und Förderkursen teil. Mehr als 2.000 allgemeinbildende und berufliche Schulen sind mit im Boot, insgesamt wurden gut 5.000 Lernbrücken eingerichtet - so die offiziellen Zahlen aus Stuttgart.

Das Programm richtet sich schwerpunktmäßig an Schülerinnen und Schüler der Grundschulen, der Sekundarstufe I der weiterführenden Bildungseinrichtungen, an sonderpädagogische Bildungszentren, Berufsfachschulen und -kollegs sowie die Beruflichen Gymnasien - die durch das Fernlernen nur punktuell oder gar nicht erreicht werden konnten, so die ministerielle Beschreibung. Ziel sei es, die Schülerinnen und Schüler trotz vielfältiger Herausforderungen bestmöglich zu fördern, beschreibt Dürk die Intention. Dirk Striebel ist dabei etwas skeptisch, „ob da was hängen bleibt.“

An diesem Montag startet die zweite Lernbrücken-Woche. Dann beginnt für den Bildungsbetrieb etwas, was wohl nicht als Alltag bezeichnet werden kann. Es sei noch nie so schwierig für Schulträger und Schulen gewesen, den Start nach den Sommerferien vorzubereiten, konstatiert Dürk, denn obwohl alles minutiös durchgeplant sei, gebe es doch viele Ungewissheiten.

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