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„Bildung in extremen Zeiten“

Bühler Initiative sucht gebrauchte Laptops für ukrainische Flüchtlingskinder

Die Bühler Tafel, das Hotel am Froschbächel und die gemeinnützige Unternehmensgesellschaft „morocco formare“ in Kooperation mit der ukrainisch-stämmigen Ilona Friedmann rufen dazu auf, gebrauchte Laptops für Flüchtlingskinder zu spenden.

Eine Schülerin tippt  auf der Tastatur ihres Laptops.
Dringend benötigt: Die Notebooks sollen ukrainischen Schülern die Teilnahme am Unterricht und Kontakt mit Verwandten und Freunden ermöglichen. Foto: Symbolfoto/Marc Tirl/dpa

Ziel ist, den Kindern die Kommunikation mit Verwandten und Freunden zu ermöglichen, gegebenenfalls auch mit ihrer ukrainischen Schule.

Wie Karl-Heinz Sternemann von morocco formare berichtet, findet in dem Kriegsland je nach Region Online-Unterricht statt, dem sich auch Kinder in Deutschland anschließen können. Wenn sie denn über eine mobile Internetlösung verfügen.

Schulalltag durch Fernunterricht

„Neben der Technik sind soziale Kontakte besonders wichtig“, befindet Sternemann. „Das Hotel stellt deshalb für gewisse Präsenzzeiten Räume zur Verfügung. Dort sollen die Kinder, sobald sie mit Laptops versorgt sind, von Ilona Friedmann in ihrer Muttersprache betreut werden. Falls erforderlich, erklärt sie ihnen auch den Umgang mit dem PC und verschiedene Anwendungen.“

Wie der Leiter des Schulamtes Rastatt, Wolfgang Held, informiert, organisiert auch das ukrainische Generalkonsulat aktuell Fernunterricht, dem Lehrplan der Ukraine folgend. „Hier sind wir in Kontakt mit dem Medienzentrum Mittelbaden, um alle Kinder mit der nötigen Hardware auszustatten.“

Mit der Bühler Initiative werde das Amt ebenfalls Kontakt aufnehmen. Generell bestehe für die Kinder in den ersten sechs Monaten ihres Aufenthalts in der Region keine Schulpflicht, betont er – auch, weil gar nicht klar sei, ob sie längerfristig blieben.

Gewisse Normalität für geflüchtete Familien

„Viele Ukrainer geben an, so bald wie möglich in die Heimat zurückkehren zu wollen.“ Dennoch biete das Schulamt den Familien zugleich an, ihre Kinder in den Schulalltag vor Ort einzugliedern und ihnen so feste Strukturen und eine gewisse Normalität zu geben. „Viele Eltern nehmen das Angebot gerne an.“

Ende März seien im Einzugsgebiet des Schulamtes schon rund 200 ukrainische Kinder und Jugendliche an Schulen untergebracht gewesen, Tendenz steigend, sagt er weiter. „Wir richten derzeit Vorbereitungsklassen ein, in denen ukrainische Schüler Deutsch lernen und vor Ort ‚ankommen‘ können.“

Ehrenamtliche Lehrer gesucht

Die Stellen für das entsprechende Lehrpersonal seien teils schon besetzt, die Ausschreibung für weitere laufe. „Eine Bewerbung ist über das Portal ‚Lehrer-online-BW‘ möglich. Voraussetzung sind pädagogische Erfahrung, gegebenenfalls auch im erzieherischen Bereich, und Deutschkenntnisse.

Wir setzen da ein Stück weit auf Ehrenamtliche im Rentenalter, die sich engagieren möchten, oder auf Studenten. Im Idealfall bringen sich Ukrainer oder Russen ein, die schon länger hier leben und gut Deutsch sprechen.

Wir benötigen aber von allen Bewerbern polizeiliche Führungszeugnisse, und die sind natürlich momentan für diese beiden Nationalitäten eher schwierig zu beschaffen.“ Lehrkräfte aus den Reihen der Flüchtlinge selbst könnten auf Wunsch den ukrainischen Online-Unterricht der Kinder und Jugendlichen begleiten.

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