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Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Bühler Waldwirtschaft gleicht einer Achterbahnfahrt

Nach schlechten Jahren ist das Interesse an Holz deutlich gestiegen. Das macht sich auch im Bühler Stadtwald bemerkbar. Selbst Brennholz ist Mangelware.

Schwarzwald
Das Holz aus dem Bühler Stadtwald ist wieder gefragt. Das freut den Klima- und Umweltausschuss des Gemeinderates. Auch beim Brennholz ist die Nachfrage groß.  Foto: Ulrich Coenen

Der Stadtwald bereitet dem Klima- und Umweltausschuss Freude. Das ist nach miesen Jahren eine Überraschung. „2022 war ein tolles Jahr“, berichtete Martin Damm, Leiter der Abteilung Forst im Rathaus, dem Gremium. Der Förster blickte auf das katastrophale Jahr 2020 und die langsame Erholung 2021 zurück.

„Wir konnten unser Holz zu sehr guten Preisen verkaufen“, stellte Damm fest. Trotz allem gibt es einen Wermutstropfen. Die schöne Bilanz wird nämlich durch Umlagen geschmälert. Die sorgen letztendlich dann doch für ein Minus in der Kasse. „Aber auf die Umlagen haben wir keinen Einfluss“, bedauerte der Abteilungsleiter.

Bühl nimmt mit Holz 1,68 Millionen Euro ein

Im Detail sieht das so aus. Die Stadt hat durch Holzverkauf 1,5 Millionen Euro eingenommen. Hinzu kommen Fördermittel für Waldschutz, Kulturen oder Bestandspflege. Bei den Anträgen für solche Subventionen ist die Forstabteilung immer fleißig. Insgesamt hat die Kommune 1,68 Millionen Euro eingenommen. Das ist deutlich mehr als erwartet, weil die Geschäfte im Jahr 2022 gut gelaufen sind.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr (FW) war begeistert. „Tolle Arbeit“, meinte er. Johannes Moosheimer (FW) lobte die „bemerkenswerte Flexibilität“ der Bühler Forstabteilung. Die habe die Holzwirtschaft in schlechten Jahren heruntergefahren und nun schnell wieder hochgefahren. „Wenn sich das im Ertrag niederschlägt, ist das doppelt gut“, konstatierte er.

Sinnvoller Waldumbau trägt in Bühl Früchte

Auch Barbara Becker (SPD) freute sich über das gute Ergebnis. Sie wies darauf hin, dass die Forstabteilung immer äußerst eifrig sei, wenn es darum gehe, Fördertöpfe anzuzapfen. Der sinnvolle Waldumbau der Stadt trage Früchte.

Georg Feuerer (CDU) stellte fest: „Die ganze Mannschaft hat ordentlich was geleistet.“ Der Fraktionsvorsitzende erinnerte an alte Zeiten: „Früher war der Stadtwald die Kasse der Gemeinde. Wenn die Entwicklung so weitergeht, nähern wir uns dem wieder an.“

Der Wald bleibt die grüne Lunge der Stadt.
Thomas Wäldele
Stadtrat (GAL)

Thomas Wäldele (GAL) hob die gute Arbeit der Forstabteilung in Richtung Waldwirtschaft und Naturschutz hervor. „Der Wald bleibt die grüne Lunge der Stadt“, meinte er.

Wie geht es weiter? Clemens Erbacher, Chef der Bezirksleitung Bühl des Kreisforstamts, berichtete von einem Holzmarkt, der einer Achterbahnfahrt gleiche. „Wir müssen uns zwischen Vollgas und Vollbremsung bewegen“, sagte er. Nachfrage und Preise seien extremen Schwankungen unterworfen. Aktuell sieht es allerdings gut aus.

Nachfrage nach Brennholz aus dem Bühler Stadtwald bleibt groß

Das wirkt sich natürlich auf das Brennholz aus. „Vergangenes Jahr war eines der stärksten, das wir je erlebt haben“, berichtete Damm. „Wir sind wegen der großen Nachfrage auf dem Zahnfleisch gegangen. Auch in diesem Jahr bewegt sich die Nachfrage auf hohem Niveau. Ich weiß nicht, ob wir alle Interessenten bedienen können.“

Kämmerer Thomas Bauer hatte eine wichtige Information für den Ausschuss, die indirekt das Brennholz betrifft. Die Kommune hat auf Nachfrage der Stadtwerke geprüft, ob die kommunale Nahwärme mit nachwachsendem Holz aus dem Stadtwald betrieben werden kann.

Das lässt sich aber für die Stadtwerke nicht wirtschaftlich darstellen, wäre also zu teuer. Zusätzlich hat die Sache einen weiteren Haken. Wird das Holz für die Nahwärme verfeuert, bleibt kein Brennholz für Bühler Bürger. Und das ist jetzt schon knapp.

Die Forstabteilung engagiert sich zudem in Sachen Ausbildung und hat keine Nachwuchsprobleme. Insgesamt werden fünf Lehrlinge ausgebildet. Im vergangenen Jahr gab es mehr Interessenten als Lehrstellen. „Wir mussten einem Bewerber schweren Herzens absagen“, bedauerte Damm.

Wir setzen auf unseren Nachwuchs.
Martin Damm
Abteilungsleiter Forst

Auch in diesem Jahr konnten beide Ausbildungsplätze besetzt werden. Allerdings sind zwei Facharbeiterstellen vakant. Für die lassen sich auf dem Arbeitsmarkt auch keine Interessenten finden. „Wir setzen auf unseren Nachwuchs“, sagte Damm.

Im nächsten Jahr will die Forstabteilung insgesamt 14.225 Festmeter Holz einschlagen, davon 4.765 Festmeter im Großen Wald (Forstbezirk 1), 3.800 Festmeter am Omerkopf (Forstbezirk 2) und 5.660 Festmeter im Auewald (Forstbezirk 3). Durch Holzverkauf will die Kommune 1,3 Millionen Euro einnehmen. Dem stehen Ausgaben von 431.000 Euro für die Holzernte entgegen.

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