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Impfen in der Turnhalle

Bühler Windeck-Gymnasium beginnt Informationsoffensive in Sachen Corona-Impfung

Es gibt ein echt schulnahes Impfangebot beim Windeck-Gymnasium in Bühl. Denn just in der Turnhalle kann sich gegen Corona wappnen, wer dazu bereit ist.

Biologie-Lehrerin Barbara Becker mit einem „Corona-Virus-Modell“. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Dies ist für Biologie-Lehrerin Barbara Becker ein Grund, den Fokus nun auf Aufklärung zu lenken, um vielleicht doch noch dem einen oder anderen ein wenig Angst zu nehmen.

Zwei verschiedene Ansätze habe man in der Schule. „Wir haben in allen Klassenstufen eine aktuelle Stunde im Fach Biologie geplant. Thema wird das Impfen sein. Niemand soll ausgegrenzt werden, das ist ein ganz wichtiger Punkt, auf den Wert gelegt wird“, betont Schulleiterin Andrea Körner. „Denn letztlich gibt es wichtige Gründe, warum sich jemand dagegen entscheidet“, pflichtet ihr Becker bei.

Denn in die Köpfe könne keiner hineinschauen. Das müsse Privatsache bleiben und sei unbedingt zu tolerieren. In den aktuellen Stunden wird deshalb nicht einseitig beleuchtet. „Wir werden über die Risiken sprechen, aber auch über die Chancen.“ Vor allem sollten Fragen beantwortet werden.

Tendenz unter den Jugendlichen geht in Richtung pro Impfung

Damit auch die Eltern zum Zuge kommen, gibt es einen weiteren Ansatz. „Coronaimpfe – Fragen? Bedenken? Antworten!“ lautet das Motto, wenn die Fachschaft Biologie des Windeck-Gymnasiums alle Interessierten am kommenden Donnerstag zu einer Online-Infoveranstaltung einlädt. Als Fachvertreterin wird Barbara Becker bei einer Videokonferenz mit dem praktischen Arzt Bruno Eisemann den Biosaal einen Abend lang zum Filmstudio machen.

Von ungefähr komme die Initiative nicht, sieht man sich einer sich bereits aufbauenden vierten Welle gegenüber. „Deshalb ist es entscheidend, dass der Informationsstand zum Thema so gut wie eben möglich ist und sich neben den Schülern möglichst viele Erwachsene zu einer Impfe“, wie sie es nennt, entschließen.

Die engagierte Pädagogin erzählt von einer Siebtklässlerin, die ganz offen ihren Ängsten Luft gemacht hat: „Ich bin echt froh, dass Papa sich jetzt entschlossen hat.“ Insgesamt sei das ein großes Thema, vor allem bei den Jugendlichen, weiß Becker. Die Tendenz geht deutlich in Richtung Pro. „Sie sehen die großen Möglichkeiten der Freiheit, die eine Impfung Ihnen bringt.“ Die Kinder machen sich Sorgen, auch um ihre Eltern. Noch etwas anderes hat sie in den Gesprächen festgestellt: Hier wird nichts übers Knie gebrochen. „Sie wollen ihre Entscheidung verantwortlich treffen.“

Zwei Wochen lang habe man nach jetzigem Stand der Dinge das Impfzentrum noch genau vor der Tür. Diese Zeit möchte sie nutzen, um die Werbetrommel zu rühren, aufzuklären. „Das ist ja quasi ein Angebot auf dem Silbertablett.“ Wenn jemand einen Termin bekomme oder sich impfen lasse, dann werde er, wenn es erforderlich ist, dafür vom Unterricht freigestellt, macht auch Körner klar, dass man einer solchen Entscheidung nicht im Wege stehen werde. Im Gegenteil: Die Schule werde gegebenenfalls auch bei organisatorischen Dingen behilflich sein.

„Schon vor den Sommerferien hatten wir erste Schüler, die einen vollständigen Impfnachweis hatten“, berichtet sie. Ihnen bleibe dann das obligatorische Testen erspart. Und das sei im Moment zweimal wöchentlich, ab der dritten Schulwoche sogar dreimal wöchentlich erforderlich. Kurz vor Ferienende bekamen die Eltern von der Schulleitung Mails, damit die Schüler, falls sie zwischenzeitlich geimpft wurden, den Nachweis mitbringen.

Barbara Becker hofft nun auf große Bereitschaft. Denn nur das könne alle schützen, auch diejenigen, die sich nicht impfen lassen können. Auch sollte nicht vergessen werden, dass Kinder zwar seltener schwere Verläufe risikieren. „Es ist aber unklar, wie sich das Virus in Zukunft entwickeln wird. Jeder Erkrankte erhöht massiv die Wahrscheinlichkeit zur Entstehung neuer Mutanten, die aggressiver und ansteckender sein können“, erinnert sie.

Service

Anmeldungen zum Online-Infoabend unter anmeldung@windeck-gymnasium.de

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