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Start mit drei Projekten

Auf dem Weg zu mehr Bio in Mittelbaden

Erstmals hat sich am Montag der Steuerungskreis der Biomusterregion Mittelbaden+ getroffen, um über Startprojekte zu beraten.

Digitales Zusammenkommen: Christina Cammerer moderiert das Zoom-Pressegespräch mit Mitgliedern des Steuerungskreises von der Geschäftsstelle des Naturparks in Bühlertal aus. Foto: Katrin König-Derki

Vor einem Jahr wurde die Biomusterregion Mittelbaden+ vom Land Baden-Württemberg ausgewählt. Ziel ist es, den Öko-Landbau voranzubringen, die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel bis 2030 um 30 bis 40 Prozent zu erhöhen und regionale Wertschöpfungsketten zu etablieren.

Verschiedene Kooperationspartner waren bei dem Treffen am Montag vertreten: Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord als Lead-Partner, bei dem mit Mona Jogerst auch das Regionalmanagement angesiedelt ist, die Landkreise Rastatt und Ortenau, die Städte Baden-Baden und Bühl, der Verein Bioregion Mittelbaden+ sowie weitere Organisationen und Betriebe.

Ein anschließendes Pressegespräch moderierte Christina Cammerer, Fachbereichsleiterin Regionalentwicklung und -vermarktung beim Naturpark. Sie verwies zunächst auf die Größe der Musterregion mit 74 Städten und Gemeinden: „Wir sind eine von landesweit 14 Modellregionen und freuen uns, dazuzugehören.“

Entstanden war das Projekt aus einer Initiativgruppe, dem heutigen Bioregion-Verein, die das Bewerbungskonzept entwickelte und beim Land einreichte. Helga Decker, Vereinsvorsitzende und Inhaberin von Deckers Biohof in Weitenung, verdeutlichte die Notwendigkeit, die benannten Ziele über die nunmehr offiziell besiegelte Modellregion anzugehen.

In der Region ist Bio mit rund fünf Prozent kaum spürbar.
Helga Decker, Vereinsvorsitzende und Inhaberin von Deckers Biohof in Weitenung,

„In der Region ist Bio mit rund fünf Prozent kaum spürbar“, betonte sie. „In meinem Geschäft stammen rund 70 Prozent der Lebensmittel aus dem Ausland. Hier muss mehr Bio erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden. Es gilt, die Strukturen aufzubauen.“

Im Verein fänden sich Erzeuger, Landwirte, Vermarkter und Verarbeiter zusammen, auch aus dem Elsass. Das Förderprogramm des Landes, so Cammerer, beziehe sich allerdings auf die definierte Gebietskulisse auf mittelbadischer Seite. Gewährt werden ihr zufolge 30.000 Euro jährlich zur Umsetzung der Biomusterregion sowie 75 Prozent der Personalkosten für das Regionalmanagement. Als einen wichtigen ersten Schritt bezeichnete sie die Startprojekte, die der Steuerungskreis nun beschloss.

„Die Auswahlkriterien: mehr Bioanbaufläche, hohe Reichweite, Innovationswert sowie Breitenwirkung.“ Überschrieben sind die Projekte wie folgt: Umsteller-Stammtisch, Außer-Haus-Verpflegung und Genuss-Events. Mit „Umstellern“ sind laut Jogerst landwirtschaftliche Betriebe gemeint, die auf ökologischen Anbau umstellen möchten.

Stammtisch stößt auf große Resonanz

„Es geht um offenen Austausch, um Infos sowie Unterstützung etwa durch erfahrene Bio-Landwirte und Vertreter der Landkreise.“ Der Stammtisch, der unter der Regie von Sven Wilhelm vom gleichnamigen Demeterhof bereits initiiert wurde und hohe Resonanz erfährt, sei breit aufgefächert. Erzeuger aus Obst-, Gemüse- und Weinbau, aber auch Tierhalter könnten sich anschließen.

Die „Außer-Haus-Verpflegung“ wiederum beziehe sich auf den Absatzmarkt. „Um dort mehr Bio zu integrieren, sollen etwa in einigen Kitas, Schulen und Kliniken bio-regionale Produkte eingebracht werden.“ Dies werde von manchen Institutionen längst vorbildhaft praktiziert, ergänzte Decker. „Der Kindergarten Weitenung hat zu 100 Prozent auf Bio umgestellt. Auf Fleisch wird verzichtet, um die Preise moderat zu halten.“

Die Genuss-Events schließlich dienen als Treffpunkt für Erzeuger, Verarbeiter und Verbraucher, wie Jogerst erklärte. „Im Mittelpunkt stehen biologische Lebensmittel.“ Dabei gehe es wie auch beim Stammtisch nicht zuletzt ums Netzwerken. „Es können zum Beispiel neue Kundenbeziehungen geknüpft werden.“

Nun steht laut Cammerer die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung bevor. Und: „Unsere Projektwerkstätten nehmen ihre Arbeit auf. Wir starten in die praktische Umsetzung.“

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