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Nebel verschwindet

Rund 2.500 Personen beteiligen sich bei Bühlertäler Weinwandertag

Viele Menschen nutzen den Feiertag zum Wandern: So auch bei der 15. Auflage des Bühler Weinwandertags und der 9,5-Kilometer-Tour.

Menschen mit Wein
Foto: Katrin König-Derki

Es ist Montag, zehn Uhr. Dichter Nebel wabert aus der Ebene hoch ins zuvor sonnenbeschienene Bühlertal. Es ist Weinwandertag, und das ist kaum zu übersehen: Ohne Unterlass treffen am Startpunkt hinter der Tourist-Info Menschen ein.

Im Duo, in der Gruppe, als Familie, mit Kinderwagen und Hunden, Teenager wie Rentner. Die Teilnehmer erhalten hier den Wanderpass für die 9,5-Kilometer-Tour. Sie führt fast ausnahmslos entlang der Ortenauer Weinschleife Engelsberg bis zum Platz Faverges.

Der wird ebenfalls als Ausgangspunkt genutzt, um die Route in die Gegenrichtung zu laufen. Der Nebel bleibt übrigens, obwohl er sich am frühen Mittag zurückzieht, Gesprächsthema. Erst, weil er das grandiose Panorama in die Rheinebene verhindert; später, weil er genau diesen Blick dann doch wieder gnädig freigibt.

Optimisten glauben an die Sonne

Den Engelsberg hinan laufen auch Karl-Heinz Loose und Klaus Bloedt-Werner aus dem Rebland. Sie tragen Strohhüte, denn: „Die Sonne wird kommen“, ist Loose überzeugt. Er sei zum ersten Mal beim Weinwandertag, erzählt er, „dank meines Nachbarn Klaus, der kennt sich hier aus“.

Regelmäßig treffen sich die zwei zum Wandern, ein Gläschen heimischer Wein zum Abschluss zählt dazu. „Die Gesundheit und die guten Weine“ haben sie denn auch dazu bewogen, am Wandertag teilzunehmen, wie Loose sagt. Und die Schönheit der Landschaft, ergänzt Bloedt-Werner. „Unsere Heimat hat so viel zu bieten“, befindet er.

„Ich bitte Gott immer, mir noch ein paar Jahre in diesem irdischen Paradies zu lassen, bevor ich ins himmlische übergehe.“ Bester Laune sind auch die übrigen Wanderer: Man scherzt über den schweißtreibenden Anstieg, motiviert Kinder, hilft Senioren über schwierige Felsabschnitte hinweg.

Ein Herr stellt sich vor, wie mühsam die Traubenlese am steilen Berg sein muss. Marco und Susanne aus Bühlertal sind mit ihren Söhnen unterwegs: Der elfjährige Felix nutzt die Gelegenheit, um Blätter für die Schule zu sammeln, Mailo (3) „wollte wandern“, wie sein Vater sagt.

Falls er ermüdet, haben sie den Kinderwagen dabei. „Dafür sind extra breitere Wege ausgeschildert“, lobt die Mutter. Und Robby und Marion Fischer aus Ottersweier haben den Vortag vor allem „auf der Couch“ verbracht und freuen sich nun, dass der Regen sich verzogen hat.

Zehn Stationen für Verschnaufpausen

An den zehn Stationen entlang der Strecke legen die Wanderer gern Verschnaufpausen ein: um Weine von den Affentaler Winzern und dem Weinhaus am Mauerberg sowie von den Weingütern Volker Maier, Axel Bauer und Andreas Fritz zu genießen. Um zu schlemmen auch: Die Restaurants „Grüner Baum“ und „Meteora“ kredenzen regionale wie griechische Köstlichkeiten. Vier Vereine sind an weiteren Ständen präsent und verkaufen Essen und Getränke.

„Es läuft prima“, freut sich etwa Matthias Eckerle vom Sportverein Bühlertal an der Emil-Kern-Hütte. Rund 20 Personen aus den Reihen des Vereins engagierten sich, sogar die Jugend. Als Fotomotiv verweist er auf die appetitlich gerichteten „Schwarzwälder Häppchen“. Darin stecke „wochenlange Arbeit“, scherzt sein Kollege.

Tourismus-Chef Tino Rettig ist am Mittag sehr zufrieden mit dieser 15. Auflage des Bühlertäler Weinwandertages. „Bis zu 2.500 Personen haben teilgenommen, darunter viele Familien mit Kindern sowie junge Leute“, informiert er. Die Wanderer kämen vorrangig aus den Landkreisen Rastatt, Karlsruhe und Ortenau, aber auch aus einem Einzugsgebiet „von Freiburg bis Mannheim und Freudenstadt“. Der Preis für die größte teilnehmende Gruppe bleibe dieses Jahr vor Ort, so Rettig: „Er geht an den Schwarzwaldverein Bühlertal.“

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