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Positive Bilanz

Bunt und friedlich: Zwetschgenfest in Bühl lockt 100.000 Gäste

Das 74. Zwetschgenfest in Bühl ist zu Ende. Die Stadt zieht eine positive Bilanz. Im Rathaus laufen bereits die Vorbereitungen für das Jubiläum im nächsten Jahr.

Das Fahrgeschäft „Chaos“ ist eines der größten auf dem Vergnügungspark des 74 Zwetschgenfestes.
Das Fahrgeschäft „Chaos“ ist eines der größten auf dem Vergnügungspark des 74. Zwetschgenfestes, das am Montag endete. Der Rummel im Herzen der Stadt ist auch mit dem ÖPNV gut zu erreichen. Im Hintergrund ist der Bahnhof zu sehen. Foto: Ulrich Coenen

„Wir machen uns schon Gedanken, was wir im nächsten Jahr zum 75. Zwetschgenfest bieten“, sagt Oberbürgermeister Hubert Schnurr. Mit dem gerade zu Ende gegangenen 74. Zwetschgenfest ist er hochzufrieden. Alles habe gepasst, stellt der OB fest, angefangen beim Wetter, das er im Hinblick auf den Besuch von Innenminister Thomas Strobl als „Minister-Wetter“ bezeichnete. Von „Kaiserwetter“ könne man ja in einer Demokratie nicht sprechen.

Schnurr lobt die gelungenen Premieren der neuen Blauen Königin Alexandra Grasmik, des neuen Schausteller-Sprechers Benjamin Lindig und der neuen Festwirte. Lindig, der bereits seit einem Vierteljahrhundert mit seinem Imbissstand zum Vergnügungspark kommt, zeigt sich ebenfalls sehr zufrieden. „Allerdings war es über Tag fast ein wenig zu warm“, stellt er fest. Das könne mitunter schlimmer als Regen sein. Doch in den kühleren Abendstunden seien die Gäste in Scharen auf den Rummel geströmt. „Da konnten wir einiges wettmachen“, berichtet Lindig.

Die frühere Zwetschgenkönigin Jessica Stiefel, inzwischen Mitarbeiterin im Rathaus, hatte als Organisatorin des Vergnügungsparks und damit als Nachfolgerin von Andreas Bohnert in diesem Jahr ebenfalls Premiere.

„Ich bin sehr zufrieden“, meint sie. „Für das erste Jahr ist es ausgezeichnet gelaufen. Es gab keine größeren Zwischenfälle. Das Zwetschgenfest war insgesamt friedlich.“

Das bestätigt auch die Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Offenburg, die nur von einem etwas kuriosen Fall berichtet. Am Montagabend kurz nach 22 Uhr kam es ausgerechnet am Boxautomaten zu Streitigkeiten zwischen mehreren Personen. Zwei Männer im Alter von 31 und 40 Jahren sollen laut Polizei von einer drei- bis vierköpfigen Gruppe attackiert und anschließend von rund 30 Personen verfolgt worden sein.

Privater Sicherheitsdienst arbeitet mit der Polizei zusammen

Klaus Dürk, Fachbereichsleiter Kultur bei der Stadt, hält die Sicherheit auf dem Zwetschgenfest für keinen Zufall. „Wir sind präventiv unterwegs“, erklärt er. Dürk weist darauf hin, dass Stadt und Festwirt seit vielen Jahren denselben Sicherheitsdienst einsetzen. „Der ist erfahren und zuverlässig“, betont der Fachbereichsleiter. „Außerdem arbeitet er hervorragend mit der Polizei zusammen. Die Rückmeldungen von Polizei und Deutschem Roten Kreuz (DRK) sind auch in diesem Jahr positiv.“

Diesen Eindruck bestätigt die DRK-Kreisbereitschaftsleitung. „An vier Tagen waren 76 Sanitätskräfte mit 162 Schichtpositionen eingesetzt“, teilt Martin Striebitz für die Kreisbereitschaftsleitung mit. Die ehrenamtlichen Helfer leisteten 707,5 Arbeitsstunden. 84 Mal mussten die Helfer eingreifen.

Es gab 13 Prellungen, die meist auf den Boxautomaten zurückzuführen waren, außerdem sieben Wundversorgungen. Die Bandbreite war in dieser Hinsicht groß. Mal reichte ein Pflaster, ein anderes Mal musste eine Stichverletzung versorgt werden. 17 Festbesucher hatten Herz-Kreislauf-Probleme, neun brauchten Hilfe, weil sie unter massivem Alkoholeinfluss standen.

Am Samstagabend war die Hölle los.
Klaus Dürk
Fachbereichsleiter Stadt Bühl

Martina Rumpf vom Kulturbüro der Stadt lobt den Festumzug am Sonntag mit 66 Gruppen und Wagen. „Vor allem die Trachtengruppen haben dem Publikum gefallen“, berichtet sie. „Wir haben für dieses bunte Spektakel viel Lob und Anerkennung erhalten.“

Die Umzugsteilnehmer kämpften am frühen Nachmittag mit der spätsommerlichen Hitze. Die Stadt hatte dafür gesorgt, dass ihnen unterwegs auf der Strecke Wasser gereicht wurde. Das war vor allem für die Trachtenträger mit ihrer dicken Kleidung hilfreich.

Kulturprogramm nur mit heimischen Künstlern kommt gut an

Die Zahl der Besucher lässt sich schwer schätzen. Klaus Dürk ist aber sicher, dass an den fünf Festtagen die magische Marke von 100.000 Gästen wieder einmal geknackt wurde. „Am Samstagabend, als die Hitze nachgelassen hat, war die Hölle los“, sagt er.

Dürk verweist auf das vom Kulturbüro organisierte Kulturprogramm, das gut angekommen sei. „Ausschließlich mit heimischen Künstlern“, betont er.

OB Schnurr nennt zwei Zwetschgenstadt-Aktionen als Garanten für den Erfolg. „Der Zwetschgenfest-Ballon ist ein Sympathieträger“, findet er. „Als er gestartet ist, herrschte Volksfeststimmung und auch in den sozialen Medien im Internet ist er sehr gut angekommen.“

Schnurr spricht von „unzähligen erstaunten und freudigen Blicken gen Himmel“, die er beobachtet habe. Ein „Volltreffer“ sei auch die Kunst-Zwetschgen-Aktion gewesen. Die Ausstellungsobjekte hätten viel Interesse gefunden. Bei Aktionen waren natürlich sorgfältig geplant. Schließlich darf sich Bühl seit Beginn des Jahres offiziell Zwetschgenstadt nennen.

Rathausintern macht man sich längst Gedanken über das Jubiläum im nächsten Jahr. „Ich freue mich“, sagt Dürk und Schnurr konstatiert. „Nach dem Fest ist vor dem Fest.“

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