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Christian Reinschmidt beim Zwetschgenfest

Matinee im Bühler Bürgerhaus: Festredner über den Sport der Verständigung und Toleranz schafft

Bühl ist Sportstadt. Kein Wunder, dass Christian Reinschmidt als Festredner zur Matinee des Zwetschgenfestes eingeladen wurde. Der Fachmann erklärte, wie wichtig Sport als Kitt für die Gesellschaft ist.

Die Matinee wurde durch das Bühler Salonorchester der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl unter der Leitung von Bernhard Löffler umrahmt.
Die Matinee wurde durch das Bühler Salonorchester der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl unter der Leitung von Bernhard Löffler umrahmt. Foto: Bernhard Margull

Bühl ist eine Sportstadt. Das betont Oberbürgermeister Hubert Schnurr (FW) immer wieder gerne. Dass der Rathauschef in Personalunion Präsident des größten Sportvereins der Stadt ist, passt ins Bild. Kein Wunder, dass Schnurr Christian Reinschmidt, den Leiter der Sportschule Baden-Baden-Steinbach, als Festredner zur Matinee des Zwetschgenfestes eingeladen hat.

Schließlich feiert der TV Bühl seinen 175. Geburtstag. Noch als Student hat Reinschmidt seine Karriere 1988 als Trainer der leistungsorientierten Schwimmgruppe des Vereins begonnen. So stellte er seinen Vortrag unter den Leitgedanken „Die Bedeutung des Sports für unsere Gesellschaft“.

Sport kennt keine Grenzen und verbindet.
Hubert Schnurr, Oberbürgermeister

„Sport kennt keine Grenzen und verbindet“, meinte Schnurr in seiner Begrüßung. „Er braucht kein Vokabular. Diese Sprache des Sports ist für jeden verständlich.“ Dies zeige sich in besonderer Weise am Beispiel der Bühler Städtepartnerschaften. „Beim Schwimm-Meeting im Juni dieses Jahres haben sich viele Schwimmerinnen und Schwimmer aus ganz Europa getroffen“, berichtete der OB.

Sport hat große Bedeutung für die Gesellschaft

Christian Reinschmidt stellte den TV Bühl als „Sportverein für alle“ vor. Der Verein habe 1.800 Mitglieder und biete vom Kinderturnen über Fitness- und Gesundheitssport bis zum Seniorensport Sportstunden an, sei gleichzeitig im Rehabereich mit „Sport nach Krebs“ aktiv. So sei der TV mit 175 Jahren jung geblieben.

Die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft ist nach Meinung Reinschmidts riesengroß. „Wo kann man als junger Mensch besser Erfahrungen sammeln als in einem Sportverein?“, fragte er. „Wo kann man die Zielstrebigkeit und das Durchhaltevermögen besser unter Beweis stellen als beim Training sportlicher Fähigkeiten? Und haben wir nicht alle erlebt, dass gerade im sportlichen Wettkampf die Erhöhung der Frustrationstoleranz eine entscheidende Bedeutung für die eigene Weiterentwicklung hat?“

Christian Reinschmidt
Christian Reinschmidt bei seiner Rede. Foto: Bernhard Margull

Sport habe ein großes Integrationspotenzial. Er biete große Chancen, Menschen von unterschiedlicher kultureller Herkunft zusammenzuführen. „Gemeinsame sportliche Aktivitäten schaffen Verständigung und gegenseitige Toleranz“, konstatierte Reinschmidt. „Unsicherheiten können nirgends schneller abgebaut werden als beim gemeinsamen Sporttreiben.“

Der Schulleiter, der während seiner Rede mehrfach lauten Zwischenbeifall erhielt, skizzierte die Herausforderung für „unser Sportsystem“. Er nannte Inklusion („Wenn alle mitmachen können“), Leistungssport („Wir freuen uns, wenn deutsche Athleten bei internationalen Meisterschaften erfolgreich sind“) und Ehrenamt.

„Wenn man sich mit ehrenamtlichen Vereinsmitarbeitern unterhält, dann entsteht oft der Eindruck, dass in einem Sportverein immer weniger Ehrenamtliche, immer mehr schultern müssen“, sagte Reinschmidt. „Damit dies nicht zu Überlastungen und Frustrationen führt, gibt es praxiserprobte Lösungsansätze. Vorstandsämter werden in unterschiedlichen Fachbereichen auf verschiedene Personen verteilt, damit nicht eine Person allein die Last des ersten Vorstands trägt.“

Wunsch nach hauptamtlichen Mitarbeiter – zur Entlastung der Ehrenamtlichen

Ein weiterer Lösungsansatz ist aus seiner Sicht ein hauptamtlicher Mitarbeiter in der Vereinsgeschäftsstelle, der die Ehrenamtlichen entlastet. „Vielleicht bedeutet dies für mehrere kleine Sportvereine, dass man sich gemeinsam eine Geschäftsstelle teilt“, empfahl er.

Reinschmidt fand klare Worte: „Es tut sowohl den Übungsleitern und Trainern als auch den Vorstandsmitgliedern eines Vereins gut, wenn auch mal zwischendurch Danke gesagt wird und eine Wertschätzung für die geleistete ehrenamtliche Arbeit zum Ausdruck kommt.“

Die Matinee wurde durch das Bühler Salonorchester der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl unter der Leitung von Bernhard Löffler umrahmt. Die Musikstücke nahmen Bezug zu den Partnerstädten und zum Sport.

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