Skip to main content

Absage der Traditionsveranstaltung

Auch 2021 gibt es kein Bühler Zwetschgenfest

Kein Zwetschgenfest, kein Kultursommer - die Stadt Bühl hat die Veranstaltungen abgesagt. Stattdessen wurde die Reihe „Kultur im Klappstuhl“ entwickelt.

Stimmung beim Zwetschgenfest 2019. Nach der Absage im letzten Jahr wird das Fest auch 2021 nicht stattfinden. Foto: Margull Bernhard

Das Bühler Zwetschgenfest ist erneut abgesagt worden. Die Stadtverwaltung begründet den Schritt mit der fehlenden Zeit für die Planung, der Ungewissheit von Corona-Auflagen und einem zu hohen wirtschaftlichen Risiko.

Als Ersatz soll Ende Juni die Reihe „Kultur im Klappstuhl“ beginnen und bis Ende des Sommers laufen. Der Vorverkauf dafür soll nach Pfingsten beginnen, der erste Termin ist am 25. Juni, wenn auf der Burg Windeck der Bühler Kabarettist Jörg Kräuter auftritt.

„Wir sind mit der schlechten Nachricht sozusagen in guter Gesellschaft“, meinte Oberbürgermeister Hubert Schnurr mit Blick auf das bereits abgesagte Münchener Oktoberfest oder auch das Gernsbacher Altstadtfest. „Die ungewisse Entwicklung der Inzidenz- und Impfzahlen hat uns zu dieser Entscheidung bewogen.“ Sie sei in Abstimmung mit Festwirt Jürgen Kohler getroffen worden.

Vor der Absage seien viele Gespräche geführt worden, sagte Klaus Dürk, der städtische Fachbereichsleiter Bildung - Kultur - Generationen: „Das Herz blutet uns als Bühler natürlich, aber das größte Heimat- und Dankfest der Region kann unter den aktuellen Bedingungen nicht wie gewohnt durchgeführt werden.“ Lange sei gewartet und gerungen worden, aber das wirtschaftliche Risiko sei für Festwirt und Schausteller zu groß. Auch bei etwaigen Lockerungen müsse noch mit einer deutlichen Einschränkung des Festbetriebs gerechnet werden, eine Großveranstaltung sei unter diesen Vorzeichen nicht möglich. Außerdem benötige das Zwetschgenfest eine ausreichende Planungszeit.

Vor einem Jahr habe sich niemand träumen lassen, dass das 73. Zwetschgenfest auch 2021 nicht würde stattfinden können, sagte Bürgermeister Wolfgang Jokerst, die Stadt komme um die durch Corona geschaffenen Tatsachen jedoch nicht herum. „Wir stecken den Kopf aber nicht in den Sand, sondern haben die Köpfe zusammengesteckt“, meinte Jokerst.

Ein Team mit Klaus Dürk und Julia Huber, der Leiterin der Abteilung Kultur - Sport - Generationenarbeit, an der Spitze habe ein „wunderbares Programm“ entwickelt. Der Name sagt es bereits: Die Gäste bringen ihren eigenen Stuhl mit zur Veranstaltung. „Ganz bewusst wurden unterschiedliche Orte mit ganz besonderem Charme ausgesucht“, sagte Dürk, auch die Stadtteile seien integriert. Die Spielorte unter freiem Himmel tragen nach Ansicht von Jokerst wesentlich zum „unschlagbaren Charme“ der Reihe bei. Details des Programms müssten noch festgezurrt werden, sagte Julia Huber. Es gebe aber die unterschiedlichsten Angebote. Auch ein diner en blanc (ein Essen in Weiß) im Klostergarten von Maria Hilf sei in der Vorbereitung.

Festwirt Jürgen Kohler und Christian Gehr beim Zwetschgenfest 2019. Foto: Margull Bernhard

In der kommenden Woche sollen die Dinge festgelegt werden, damit nach Pfingsten der Vorverkauf beginnen könne, sagte Huber. Allerdings wolle man die Reihe auch flexibel und spontan gestalten, fügte Jokerst an. Das Programm könne bis zum Ende des Sommers weiterentwickelt werden, zusätzlich, kurzfristig organisierte Angebote sind also denkbar.

Der Eintrittspreis betrage pro Veranstaltung voraussichtlich fünf Euro und werde einem wohltätigen Zweck zugeführt, informierte Dürk. Karten werde es ausschließlich im Vorverkauf geben, eine Abendkasse werde es nicht geben. Das diene einerseits der notwendigen Registrierung der Gäste, andererseits könne die Einhaltung der zu erwartenden Obergrenze von maximal 100 Besuchern kontrolliert werden. Die Stadt wolle außerdem bei den einzelnen Veranstaltungen mit Gastronomen zusammenarbeiten: Sie bereiten für interessierte Genießer im Klappstuhl Picknick-Körbe vor.

Die Absicht hinter „Kultur im Klappstuhl“ ist nicht nur ein Ersatz für Zwetschgenfest und die Samstagabende im Kultursommer auf dem Europaplatz: „Wir wollen sofort, wenn es möglich ist, das kulturelle Leben wieder starten“, bekräftigte Dürk. „Was wäre eine Stadt wie Bühl ohne ihr kulturelles Leben?“ Oberbürgermeister Hubert Schnurr fasste das neue Angebot in vier Worten zusammen: „origineller Name, interessantes Format“.

nach oben Zurück zum Seitenanfang