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Senioren erwarten Booster-Impfungen

Bühler Heimleiter drängen auf tägliche Corona-Tests

Die Mobilen Impfteams gehen zum Nachimpfen in die Bühler Seniorenheime. Heimleiter kritisieren angesichts der steigenden Infektionszahlen jedoch Schwachstellen bei den Corona-Kontrollen in Senioreneinrichtungen.

Einmal Kontrolle: An der Pforte des Erich-Burger-Heimes kann die Temperatur der Besucher gemessen werden. Das Ausfüllen eines Meldebogens ist Pflicht. Foto: Andreas Bühler

Der Fokus richtet sich angesichts noch mehr auf die Senioren. Neben kurzfristigen Impfangeboten gehen die Mobilen Impfteams auch in die Seniorenheime in Bühl – Booster-Impfung lautet das Schlagwort.

„Wir haben hier Anfang März die Zweitimpfung bekommen. Deshalb ist es höchste Zeit für eine Auffrischung bei unseren Bewohnern“, sagt Geschäftsführer Hubertus Seidler vom Schwarzwald-Wohnstift (SWB) in Bühl.

Auch im Erich-Burger-Heim trifft Heimleiter Theo Höll trifft Vorbereitungen für die Nachimpfung. Beide sind froh über die Impfungen, bemängeln aber Schwachstellen bei den Corona-Kontrollen.

Und was sagen die beiden Chefs zur aktuellen Corona-Situation? „Eigentlich hat es sich schon abgezeichnet, was sich jetzt ereignet. Ich bin froh, dass sich das Impfteam vom Landkreis gerade jetzt für die Auffrischung Mitte des Monats angekündigt hat“, meint Seidler.

Booster-Impfung: Abstimmung mit Hausärzten in Bühl läuft

Nach Angaben des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach lasse die Wirkung des Impfstoffes nach einem halben Jahr deutlich nach. „Das war also Anfang September. Deshalb ist es jetzt wichtig, ans Boostern zu gehen.“

Etwas anders sieht die Situation im Erich-Burger-Heim des Klinikums Mittelbaden aus: „Bei uns läuft die Abstimmung mit den Hausärzten, welche Personen noch geboostert werden. Die dritte Impfung gab es bereits Ende September. Jetzt geht es eigentlich nur um die Neuzugänge“, erklärt Theo Höll.

Derzeit werden in dem Seniorenheim 125 Personen stationär gepflegt und in sieben Appartements betreut. Der Begriff Booster beziehe sich generell auf die dritte Impfung.

Corona im Seniorenheim: Kritik an massiven Schwachstellen

Trotz der aktuellen Nachimpfung macht Seidler signifikante Schwachstellen für seine 95 betreuten Senioren in Bühl aus. „Das ist die Testung der Mitarbeiter und der Besucher“, stellt er fest. Bei den Mitarbeitern bestehe bekanntlich keine Impfpflicht gegen Corona.

Und zur Kontrolle gibt es bei uns drei Schnelltests pro Woche. Und das reicht nicht aus.
Hubertus Seidler, Geschäftsführer Schwarzwald-Wohnstift

„Und zur Kontrolle gibt es bei uns drei Schnelltests pro Woche. Und das reicht nicht aus“, meint er. Er kommt auf den SWB-Standort in Schriesheim zu sprechen. Dort sei eine Urlaubs-Rückkehrerin bei Arbeitsbeginn negativ getestet worden. Darauf arbeitete diese von „Montag bis Donnerstag als Pflegekraft dort in unserem Haus und nahm auch an Besprechungen teil, bis sie am Donnerstag positiv getestet wurde“, berichtet Seidler vom Verlauf, der für Aufsehen sorgte.

Denn in der Folge hatten sich in der Einrichtung 35 Personen, die Hälfte davon Pflegekräfte, mit Corona infiziert. Eine tote Mitbewohnerin sei zu beklagen, die zu dem Zeitpunkt jedoch bereits palliativ behandelt worden war.

„Die Kostenträger, also die Krankenkassen, zahlen zu wenige Schnelltests“, stellt Seidler fest. „Wir bräuchten tägliche Tests wie bei ungeimpften Mitarbeitern. Und auch die geimpften Personen, die hier unsere Senioren besuchen, stellen eine potenzielle Gefahr dar, weil diese keinen gültigen Test vorlegen müssen, aber trotzdem infektiös sein können.“

Das Problem sieht auch Theo Höll: „Grundsätzlich appelliere ich an meine Mitarbeiter, sich impfen zu lassen. Rund 18 Prozent sind nicht geimpft. Sie müssen arbeitstäglich einen Antigentest machen. Geimpfte müssen sich mindestens einmal in der Woche testen. Das halte ich für deutlich zu wenig.“

Kritik an Pflegeheim-Besuchen ohne Corona-Test

Mitarbeiter, die Erkältungssymptome zeigen, sollen zu Hause zu bleiben oder den Arzt aufzusuchen. Und auch die Besuche ohne aktuellen Test sieht er kritisch. „Das ist mir angesichts der momentanen Situation einfach zu lax. Es besteht trotz Impfung die Möglichkeit, Covid zu übertragen.“

Deshalb gebe es an der Pforte zudem eine Temperaturmessung. „Wenn die Einweisungen auf die Intensivstationen weiter so in die Höhe gehen, dann wird sich die Politik etwas einfallen lassen müssen.“

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