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Rund 150 Anmeldungen

Impfaktion in Bühl: Kreisimpfzentrum bleibt weit von Belastungsgrenze entfernt

Rund 150 Impfwillige meldeten sich für die Sonder-Impfaktion im Bühler Kreisimpfzentrum am Samstag in der Schwarzwaldhalle an. Das Zentrum hatte kurzfristig eine größere Menge am Astraneneca-Impfstoff erhalten.

Dominik Zoller (links) und Carl Hoernecke organisierten die Sonderimpfaktion im Bühler Kreisimpfzentrum am Samstag, wobei das Interesse an Impfwilligen überschaubar blieb. Foto: Stefan Maue

Entspannt sitzt Angelika Holzheuer im Wartebereich vor dem Ausgang. „Heute morgen war es zwar etwa stressig, weil ich kurzfristig den Termin bekommen habe, aber insgesamt ist es super gelaufen“, sagt sie. Eigentlich hätte sie ihren zweiten Impftermin erst Ende Juli erhalten sollen. Nun aber geht es deutlich schneller.

Bei der Sonderaktion des Kreisimpfzentrums in der Bühler Schwarzwaldhalle bekommt sie den Impfstoff gegen das Coronavirus von Biontech – in der Hoffnung auf geringere Nebenwirkungen als nach der Erstimpfung mit Astrazeneca. „Da hatte ich anderthalb Tage Fieber und Schüttelfrost“, erzählt Holzheuer, die sich über die unbürokratische Sonderaktion freut. Denn: „Ich hätte mich sonst mit meinem Hausarzt in Verbindung gesetzt, ob ich die Zweitimpfung nicht früher erhalten kann“.

Genauso erfreut zeigt sich Joachim Hummer aus Bietigheim nach seiner nun erhaltenen Zweitimpfung: „Es ist toll, dass dies hier so ohne Wartezeit funktioniert.“

Leiter des Impfzentrums hat mehr Anmeldungen erwartet

Tatsächlich ist das Bühler Impfzentrum an diesem Samstagvormittag weit von seiner Belastungsgrenze entfernt. Jede Menge freie Kabinen gibt es, lediglich vereinzelt treffen über 50-jährige Impfwillige ein, die sich vorab per Mail angemeldet haben, um die Aktion des Landkreises wahrzunehmen und somit vorab kein – oft überlastetes – Online-Portal in Anspruch nehmen mussten.

Wir wollen den Stoff so schnell wie möglich verimpfen.
Dominik Zoller , Leiter der Taskforce des Landkreises Rastatt

„Wir haben durch den Bund kurzfristig mehr Astrazeneca bekommen, und da wir den Stoff möglichst schnell an viele Leute verimpfen wollen, haben wir diese Aktion gestartet“, erklärt Dominik Zoller, Leiter der für das Impfzentrum zuständigen Taskforce-Gruppe im Landratsamt.

Rund 150 Anmeldungen waren eingegangen, wobei Zoller und auch der ärztliche Leiter Carl Hoernecke mit etwas mehr Resonanz gerechnet hätten. Am Ende wird auf Wunsch auch für alle ein digitaler Impfpass ausgestellt. 25 Helfer sind mit von der Partie.

Niederschwelliges Angebot für Impf-Zögerer

Seit seiner Eröffnung im Januar seien rund 65.000 Personen geimpft worden, sagt Hoernecke. Die Kapazität liege bei etwa 1.000 Impfungen innerhalb einer von 7 bis 14 Uhr dauernden Schicht pro Tag.

Das zuletzt eher abflauende Impf-Interesse begründet er mit den sinkenden Inzidenzzahlen, aber auch den vermehrten Impfungen bei Haus- und Betriebsärzten. Dabei gelte es diesem Trend entschieden entgegenzusteuern: „Bis zum Herbst sollten so viele wie möglich geimpft sein.“

Es geht darum, ein möglichst niederschwelliges Angebot zu machen.
Dominik Zoller und Carl Hoernecke

Die Sonderaktion am Samstag bewerten Zoller und Hoernecke als Test. So sei es denkbar, dass bei einer weiteren Aktion überhaupt keine Voranmeldung mehr erforderlich sei: „Es geht darum, ein möglichst niederschwelliges Angebot zu machen“, wissen die Beiden um die Notwendigkeit, auch Zauderer und Zögerer vielleicht zu einem spontanen Impfermin zu bringen.

Stiko-Empfehlung für Astrazeneca-Erstgeimpfte wird in Bühl umgesetzt

Von der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) am vergangenen Donnerstag, beim zweiten Piks Biontech und Moderna bei allen Personen einzusetzen, die zuerst Astrazeneca erhalten haben, seien sie durchaus überrascht worden, räumen Zoller und Hoernecke ein. Die Umsetzung dieser Empfehlung wurde nun in Bühl aber postwendend schon am Samstag vollzogen: „Wir müssen da immer flexibel sein“, unterstreicht Hoernecke.

Er geht im übrigen auch fest von einer notwendig werdenden Auffrischungsimpfung zunächst für Bewohner von Pflegeheimen bis Ende dieses Jahres aus.

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