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Aus in den Bußmatten

Eventarena in den Bühler Bußmatten wegen Corona geschlossen

Die neuen Corona-Auflagen treffen die Bühler Sator Group hart. Sie hat nicht nur alle geplanten Veranstaltungen abgesagt, sondern auch ihre Eventarena in den Bußmatten geschlossen. Es wird vorzeitig abgebaut.

Hier spielt die Musik noch: Die Stadtkapelle Bühl bei einem Auftritt im Eventzelt in den Bußmatten. Künftig gibt es dort keine Auftritte mehr. Foto: Werner Vetter

Die neuen Corona-Regeln zwingen die Sator-Group zur Vollbremsung. Das Unternehmen, das im Frühjahr in den Bußmatten zunächst ein Autokino und dann ihr Eventzelt betrieben hatte, sagte sämtliche Veranstaltungen ab und baut das Zelt vorzeitig ab. Mit den maximal 100 zulässigen Besuchern könne das Zelt nicht vernünftig betrieben werden. So wird es auch nichts aus den für das Wochenende angekündigten Konzerten der Bühler Rockband Van Teichmann sowie der Stadtkapelle Bühl und dem Musikverein Bühlertal.

Die Nachfrage für das Dämmerschoppen-Konzert mit den Blasmusikern sei mit 200 verkauften Tickets gut gewesen, so Max Sator, neben Axel Sator – einer der beiden Geschäftsführer. Allerdings habe das Interesse zuletzt stark nachgelassen. Nach dem Lockdown im Frühjahr hatte der Veranstalter ein Konzept erarbeitet, das mit den bisherigen Vorschriften gut umsetzbar war.

Heute wären wir froh über 100 Besucher.
Max Sator / Geschäftsführer der Sator Group

Mit dem Autokino und dem Galazelt hatte Sator zwei neue Plattformen für Künstler geschaffen und einem Teil seiner Mitarbeiter eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit. 25.000 Besucher habe er bei den diversen Kulturveranstaltungen verzeichnet, von denen jedoch lediglich 3.000 aus Bühl gekommen seien. Der Großteil der Besucher reiste von weiter außerhalb an, teilweise wurden sogar Gäste aus Stuttgart begrüßt. Doch die Zahlen gingen immer weiter zurück, nur noch 30 bis 40 Besucher pro Event seien gekommen. „Heute wären wir froh über 100 Besucher“, so Sator. Der Herbst und die steigenden Infektionszahlen setzen dem Konzept nun ein Ende.

Auch das Konzert der Bühler Rockband Van Teichmann, das ebenfalls im Zelt über die Bühne gehen sollte, wurde abgesagt. Für die legendäre Rockband ist diese Situation frustrierend, zumal es der erste Auftritt seit Rosenmontag gewesen wäre: „Die Kultur wird vergessen, die bürokratischen Hürden sind zu groß“, sagt Peter Teichmann. „Kultur betrifft uns alle“, fügt er hinzu. Bereits der Vorverkauf für das Konzert sei nicht wie erhofft gelaufen. Lediglich 30 Tickets wurden verkauft. Er mache sich Sorgen um Kreativberufe. Bei einem zweiten Lockdown werde die Veranstaltungsbranche kaum zu retten sein, so Teichmann. Das Corona-Rettungspaket berücksichtige die Künstler nur marginal.

Die Kultur wird vergessen, die bürokratischen Hürden sind zu groß.
Peter Teichmann / Sänger der Rockgruppe VanTeichmann

Doch warum ist die Nachfrage nach Tickets für Kulturveranstaltungen so drastisch gesunken, nachdem im Frühjahr immer wieder bedauert wurde, dass alle Veranstaltungen ausfielen? Zum einen seien die Sorge und die Angst vor einer möglichen Infektion ein Grund, der viele Besucher fernhalte. Doch zum anderen, so Sator, sei es auch die neue Gewohnheit der Menschen. Denn durch den Lockdown im Frühjahr hätten sich viele Besucher an den Umstand gewöhnt, die Abende und Wochenenden fern von Großveranstaltungen zu verbringen. Nun ist klar, dass auch die steigenden Infektionszahlen und die strengeren Verordnungen die Veranstaltungsbranche ausbremsen.

Auch die Bühler Stadtkapelle und der Musikverein Bühlertal sind traurig über den geplatzten Auftritt beim Dämmerschoppen. Markus Sperl, zweiter Vorsitzender der Bühler Stadtkapelle, sagt, man sei euphorisch gewesen und habe versucht, die Mannschaft zusammenzuhalten. Auch, weil die Sorge groß sei, dass nach einer längeren Veranstaltungspause Mitglieder abspringen könnten. „Axel Sator hat eine Infrastruktur geschaffen, die wir so nicht hätten geben können“, so Sperl.

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