Skip to main content

Kulturreihe findet statt

Das Novemberlicht leuchtet trotz Corona wieder in Baden und im Elsass

Es ist eine gute Nachricht für Kulturfreunde: Die grenzüberschreitende Novemberlicht-Reihe in Baden und im Elsass findet trotz Corona statt. Beginn ist am 7. November im Bühler Bürgerhaus Neuer Markt.

Kurpfälzisch-badisches Duo: Joana und René Egles beim Novemberlicht 2010. Foto: Daniela Busam

Bluegrass-Festival, Theateraufführungen, der Kultursommer, Konzerte: Die Corona-Pandemie hat auch den Spielplan der Kultur gründlich ausradiert. Mit den veränderten Rahmenbedingungen ist der Kulturbetrieb wieder angelaufen, wenn auch noch auf kleiner Flamme. Nun aber gibt es in Bühl eine gute Nachricht: Die Novemberlicht-Reihe findet statt.

Das sagte der städtische Pressesprecher Matthias Buschert auf ABB-Anfrage. Nach dem für September geplanten Wiederbeginn des Kulturprogramms im Bürgerhaus Neuer Markt „wollen wir auch, dass das Novemberlicht wieder leuchtet und der Kulturentzug nicht fortgeführt wird”, so Buschert.

Auftakt in gewohnter Form

Vom 7. bis 29. November präsentieren die badisch-elsässischen Kulturtage wieder auf beiden Rheinseiten Kultur der unterschiedlichsten Spielarten, von Musik über Kabarett bis zum Schauspiel, und die Mundart von „hiwwe un driwwe” spielt dabei auch eine große Rolle. Den Auftakt soll wieder eine Veranstaltung im Bühler Bürgerhaus Neuer Markt machen.

Dabei folgen die Programmplaner einer schon zur Tradition gewordenen Besetzung: Auf der Bühne stehen werden der Bühler Kabarettist Jörg Kräuter und voraussichtlich der elsässische Liedermacher René Egles. Mit dem Blick auf die Corona-Pandemie und die dadurch erzwungene Verbannung der Künstler von den Bühnenbrettern freut sich Kräuter, dass das Novemberlicht wieder leuchten soll: „Im Rheingraben hat sich im Frühjahr ja undurchdringliche Düsternis breit gemacht, und auch für das Novemberlicht sah es zwischenzeitlich nicht gut aus.”

Die Fackel der Kultur strahle zwar nicht gerade kräftig, sondern flackere eher, aber er wolle im Bürgerhaus „wie all die Jahre zuvor die Lichthungrigen erleuchten, besser gesagt, durchleuchten”.

Start vor 25 Jahren

Die „badischen-elsässischen Lichtfestspiele”, wie Kräuter sie nennt, feiern im Übrigen ein Jubiläum. Am 28. Oktober 1995 waren 500 Besucher ins Bürgerhaus gekommen, um den Liedern von René Egles und den Geschichten von Paul Güde, auf der Gitarre begleitet von Andreas Güde, zu lauschen. „Wir machen Europa auf unsere Art”, beschrieb Egles damals das Ansinnen der Künstler von beiden Seiten des Rheins.

In seinem Element: Wenn er hier beim Novemberlicht 2008 Geschichten erzählen konnte, war Paul Güde in seinem Element. Foto: Melanie Stern

Paul Güde und René Egles hatten gemeinsam mit dem damaligen Bühler ABB-Redaktionsleiter Knut Schilling maßgeblich dazu beigetragen, das Novemberlicht zu entzünden. In den 25 Jahren, die seither vergangen sind, standen zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus den unterschiedlichsten Sparten auf den Bühnen der Region, seien es die „Gälfiäßler” oder „Folk de la rue des dentelles”, André Weckmann las aus seinen Büchern, in denen er dem Elsass eine literarische Stimme gab,

Harald Hurst präsentierte seine Geschichten, Roger Siffer kam mit seinem „Papa Rhein”-Theater über den selbigen: Wer einen Namen in der badisch-elsässischen Kulturszene hat, der muss beim Novemberlicht dabei gewesen sein - wobei der Blick auch mal über den alemannisch-fränkischen Sprachraum hinausgeht.

Programm soll Ende November stehen

Elf deutsche und französische Kommunen sind am Novemberlicht beteiligt. Details zum mittlerweile 13. Programm könnten noch nicht genannt werden, sagte Matthias Buschert. Aktuell werde daran gearbeitet: „Wir sind durch Corona etwas später dran als sonst, aber Ende September sollte das Programm stehen und der Kartenvorverkauf beginnen können.” Vieles spricht aber dafür, dass es wieder eine bunte Mischung aus Musik, Kabarett und Theater gibt.

Auch das Baal-novo-Theater Eurodistrict wird nach ABB-Informationen wohl wieder auf dem Spielplan stehen, wenn auch aus Corona-Gründen nicht mit dem ursprünglichen geplanten Stück über eine deutsch-elsässische Nachkriegsgeschichte. Das Theater passt haargenau zum Ansinnen der Novemberlicht-Reihe: 2005 als grenzüberschreitendes Theater gegründet, ist es bisher das einzige bi-nationale Theater in Europa, mit einem französischen Verein mit Sitz in Straßburg und einem deutschen Verein mit Sitz in Offenburg.

Adventsmarkt

Ob der Bühler Adventsmarkt in diesem Jahr stattfinden kann, ist noch unklar, wie der städtische Pressesprecher Matthias Buschert auf Anfrage sagte. „Sobald das Land eine Corona-Verordnung vorlegt, die Klarheit darüber schafft, was am Jahresende möglich sein wird, können wir über das Thema sprechen”, so Buschert. Bei entsprechenden Auflagen sei über eine abgespeckte Form nachzudenken, die es Schaustellern und Budenbetreibern ermögliche, einen Markt aufzubauen. Konzerte, wie sie an den Freitagabenden zu den Höhepunkten des Adventsmarkts zählen, seien unter Corona-Bedingungen aber nur schwer vorstellbar.

nach oben Zurück zum Seitenanfang