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PFC-belasteter Boden stoppt Ausbau vorerst

Der Abwasserzweckverband Bühl setzt auf Zwischenlagerung

Weil das Grundwasser den Boden mit PFC verseucht hat, ist der Ausbau des Klärwerks im Bühler Stadtteil Vimbuch vorerst gestoppt worden. Der Verband setzt nun auf eine Zwischenlagerung des belasteten Bodenmaterials.

Blick auf die Kläranlage in Vimbuch: Der Ausbau um die vierte Reinigungsstufe zur Elimination von Spurenstoffen wurde wegen PFC-belasteten Bodens vorerst gestoppt. Foto: Bernhard Margull

Der Umgang mit dem PFC-belasteten Bodenmaterial auf dem Klärwerk in Vimbuch stand im Mittelpunkt einer öffentlichen Sitzung des Abwasserzweckverbands Bühl und Umgebung. Wie berichtet, hat die PFC-Belastung den im November begonnenen Ausbau um die vierte Reinigungsstufe zur Elimination von Spurenstoffen gestoppt.

Die Alternative wären 500 Lkw-Fahrten nach Köln

Der Boden sei durch hochstehendes Grundwasser mit PFC belastet, berichtete Mario Bitsch vom Büro Weber-Ingenieure. Geplant sei, den Erdaushub in den Bühler Bußmatten zwischenzulagern. Von den notwendigen 14.500 Kubikmetern könnten 7.500 Kubikmeter wieder auf der Kläranlage verwertet werden, der Rest würde Teil des Sanierungsprojekts Bußmatten, dem der Bühler Gemeinderat in der vergangenen Woche zugestimmt hat. Als Alternative böte sich die Entsorgung auf einer Deponie in Köln an. Die Kosten beliefen sich indes auf 1,7 Millionen Euro; auch die notwendigen rund 500 Lkw-Fahrten von Vimbuch nach Köln seien kaum mit dem „Schutz der Umwelt“ in Einklang zu bringen, den sich der Verband zur Aufgabe gemacht habe, so Bitsch.

Auf ein Jahr beschränkt

Für die Zwischenlagerung werden laut Bitsch bereits Abstimmungsgespräche mit dem Landratsamt geführt. Es müsse ein immissionsschutzrechtlicher Antrag für die Zwischenlagerung von bis zu einem Jahr für nicht gefährliche Abfälle gestellt werden, vorab seien weitere Bodenproben erforderlich gewesen. Die Zwischenlagerung solle beantragt werden, um sich zeitlich von einer Entscheidung über das Sanierungskonzept Bußmatten abzukoppeln. Sobald die Genehmigung vorliege, könnten die Rohbauarbeiten für den ersten Bauabschnitt ausgeschrieben werden.

Wolfgang Hennegriff, der Leiter des Umweltamts im Rastatter Landratsamt, machte darauf aufmerksam, dass in seiner Behörde noch kein Antrag eingegangen sei. Die Bearbeitung könne im vereinfachten Verfahren drei Monate dauern. Zu klären seien noch die Rahmenbedingungen und rechtliche Vorgaben, etwa die Frage, ob die Zwischenlagerung über maximal ein Jahr auch ausreiche. Es seien fünf Bodenanalysen vorgenommen worden. Das Bodenmaterial sei technisch verwertbar und könne innerhalb eines gesicherten Einbaus verwendet werden. Von der Zwischenlagerung dürfe keine schädliche Umweltauswirkung ausgehen, es müsse sichergestellt werden, dass die PFC nicht aus dem Boden ausgewaschen werden und ins Grundwasser gelangen.

Der Bühlertäler Bürgermeister Hans-Peter Braun bat um ein rasches Signal aus dem Landratsamt, ob Aussicht auf Genehmigung bestehe. Sein Laufer Amtskollege Oliver Rastetter kritisierte, dass er am Samstagmorgen bei der ABB-Lektüre vom PFC-Problem erfahren habe, das stehe im Widerspruch zur bislang guten Informationspolitik im Verband. Der Ottersweierer Bürgermeister Jürgen Pfetzer regte umfassendere öffentliche Informationen an: „Ich habe den Eindruck, dass bei dem Sanierungsvorhaben Unverständnis aus Unkenntnis herrscht.“ Hubert Schnurr, als Bühler Oberbürgermeister auch Verbandsvorsitzender, kündigte für die Zeit nach der Sommerpause öffentliche Informationsveranstaltungen an.

Auftrag für Filtertechnik vergeben.

Vergeben wurde in der Verbandsversammlung bereits die Filtertechnik, obwohl sie erst 2023/24 eingebaut werden soll. Den Zuschlag erhielt zum Angebotspreis von rund 831.000 Euro ein Unternehmen aus der Schweiz. Der Auftrag beinhaltet auch eine Wartung über vier Jahre. Die Kalkulation ist hier um etwa acht Prozent unterschritten.

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