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Mehrere Stände

Auf dem Rathausplatz: Bühler Gruppe von Fridays for Future veranstaltet Klimafest

Mit einem Klimafest haben die Organisatoren von Friday for Future in Bühl auf die Situation aufmerksam gemacht. Was auf der Veranstaltung geboten wurde.

Gute Stimmung: Bei der Aktion auf dem Kirchplatz gab es einige interessante Info-Stände rund um die Themen Klimaschutz, Bioprodukte sowie Pflanzen von Bäumen.
Gute Stimmung: Bei der Aktion auf dem Kirchplatz gab es einige interessante Info-Stände rund um die Themen Klimaschutz, Bioprodukte sowie Pflanzen von Bäumen. Foto: Andreas Bühler

Mittlerweile reicht der Einsatz der Bühler Schüler für das Klima über etliche Kundgebungen und Demonstrationen hinweg. „Im Sommer 2019 hat alles begonnen. Wir haben das Thema Klima hier in Bühl mit unseren Aktionen für eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, schaut Theo Kaufmann, Mitorganisator von Fridays for Future auf dem Bühler Kirchplatz zurück.

Mittlerweile sei das Thema durch die Flutkatastrophe im Artal, Waldbrände etwa in Spanien und Griechenland und die eklatante Dürre in diesem Sommer auch hier vor Ort bei den Leuten angekommen. „Jetzt ist es an der Zeit, das Konzept zu ändern. Wir haben hier ein Fest mit Mitmach-Aktionen und vor allem Informationsständen rund ums Thema Klima“, zählt Theo Kaufmann auf.

Ein Baum ist immer eine lohnende Sache für alle.
Franz Rettig, Gärtner aus Ottersweier

Die Organisatoren um Theo Kaufmann, unter anderem auch Melanie Müßig, Milena Konde-König sowie Johanna Macharski, setzen auf einen regen Informationsaustausch und „vor allem auf einen freudigen konstruktiven Dialog an den Ständen mit den Menschen“, gibt Kaufmann zu verstehen.

„Natürlich kommen auch diesmal wieder Redner zu Wort. Das gehört nach wie vor dazu“, führt der Schüler aus. Da gibt es zum Beispiel Franz Rettig aus Ottersweier, der sich als Gärtner mit einem eigenen Betrieb für eine sinnvolle Nutzung von Grünflächen durch Baumpflanzungen auch hier in Bühl einsetzt.

„Ein Baum ist immer eine lohnende Sache für alle. Vor allem in den Innenstädten sorgen die Pflanzen für Kühlung in den heißen Sommern und sie binden vor allem Co2 und produzieren überdies Sauerstoff“, plädiert er für mehr Grün in der Bühler Innenstadt. Ein gutes Beispiel sei die Gestaltung des Kreisels in Ottersweier bei Maria Linden, fügt er an.

Familie Fröhlich aus dem Affental sorgt mit ihrem Permakulturgarten für Aufsehen

Auf dem Kirchplatz präsent ist auch die Familie Fröhlich aus dem nahen Affental, die mit ihrem großen Permakulturgarten, den sie Schlaraffental nennen, schon für Aufsehen gesorgt hat. Sie haben einen alten Rebhang renaturiert und dafür auch den Klimaschutzpreis 2021 der Stadt Bühl mit Platz zwei erhalten.

„Diese Projekte haben eine regionale Relevanz, da sie großen Wert auf Artenschutz und Artenvielfalt legen“, ergänzt Kaufmann. „Es geht in erster Linie um den gesunden Boden und die Wasserversorgung und wie man einen Garten ohne Kunstdünger und Spritzmittel bearbeiten kann“, schildert Frank Fröhlich seine Botschaft.

Zusammen mit seiner Frau Sonja bieten sie Schulklassen, bei VHS-Kursen und Führungen ihr Wissen um den Permakulturgarten an, um „es in die Breite zu bringen.“

Auf dem Bühler Klimafest können Besucher ihren „Footprint“ berechnen lassen

Auch die Umweltmentoren sind mit von der Partie und stellen die vielfältigen Aktivitäten dieser Green Heroes vor. Schüler Koen Dusamos hält ein Tablet in der Hand und fragt: „Haben Sie Interesse an ihrem persönlichen Co2-Footprint?“

Am Stand gibt unter anderem ein Klimaquiz. Und es werden auf dem Fest auch tatsächlich Bienenwachstücher vorgestellt und erklärt, wie diese hergestellt werden. Und auch Deckers Bioladen aus Weitenung ist präsent und gibt einen Einblick in die Vielfalt der Bio-Produkte bei Obst- und Gemüse, die auch an etliche Haushalte in der Region geliefert werden.

Fehlen darf auch nicht der Bühler Weltladen, dem fair gehandelte Produkte von Kaffee über Honig bis hin zur nachhaltigen Bauwolle am Herzen liegen, führte Karin Hördt am Stand aus.

Informieren und effektiv weiter entwickeln möchte die Initiativgruppe Bioregion Mittelbaden und damit die Region enkeltauglich machen. Deshalb haben sich 624 Erzeuger, Vermarkter, Verbraucher, Gastronomen sowie ein Stifterkreis zusammengeschlossen, um bis 2030 möglicht 40 Prozent der regionalen Landwirtschaftsfläche auf Bio umzustellen.

Eine weitere Anlaufstelle präsentiert sich unter rem, die sich bereits 1994 in Mittelbaden gegründet haben und „ein Netzwerk für alle bieten, die bei Themen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Bio-Lebensmittel schnell und direkt Ansprechpartner für Informationen und Projekte suchen“, bringt es Uwe Burkhardt als Vorsitzender des rem in Ottersweier auf den Punkt. www.rem-ev.de

Wir haben das Thema hier für eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Theo Kaufmann, Fridays for Future

„Ich bin der Baummensch in der Gegend“, sagt lachend Franz Rettig. Der Gärtnermeister verschenkt auf dem Klimafest Planzen: „Einfach mitnehmen und daheim einpflanzen“, sagt er. „Ich pflanze leidenschaftlich gerne Bäume, denn die verwandeln Co2 in wertvollen Sauerstoff“, freut er sich.

Dies sei angesichts des Klimawandels und „der immer heißer werdenden Innenstädte unheimich wichtig.“ Er habe vor allem in Ottersweier und mit einigen Kindergärten schon etliche Bäume gepflanzt, die das Klima nachhaltig verbessern werden. „Ein Baum steht eben für das Leben und für die Hoffnung“, stellt Franz Rettig bei seiner Ansprache fest und erntet dafür viel Applaus von den Besuchern des Klimafestes.

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