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Klimaschutzmanager Martin Thiele stellt Konzept vor

Digitale Tauschbörse: Bühler sollen sich weniger Neuanschaffungen leisten

Der Bühler Klimaschutzmanager Martin Thiele will den Konsum seiner Mitbürger reduzieren. Die Stadt startet deshalb im Herbst eine digitale Tauschbörse für den südlichen Landkreis.

Die Vorbilder: Ebay Kleinanzeigen und der Verschenk- und Tauschmarkt des Landkreises Rastatt bieten bereits ein ähnliches Angebot, wie es die Stadt mit ihrer neuen „Sharing Plattform“ plant. Foto: Ulrich Coenen

Das große Vorbild ist Ebay Kleinanzeigen. Der Bühler Klimaschutzmanager Martin Thiele hat dem Umweltausschuss des Gemeinderates sein Konzept für eine „Sharing-Plattform“ vorgestellt. Der englische Begriff lässt sich mit Tauschbörse übersetzen. Wie Thiele einräumte, gibt es ein solches Angebot im Landkreis Rastatt bereits. Es ist der „Verschenk- und Tauschmarkt“ des Landratsamtes.

„Das ist eine einfache Homepage“, berichtete Thiele. „Sie läuft nicht so, wie sie es sollte und kann mit Ebay Kleinanzeigen nicht konkurrieren.“ Vor allem im südlichen Landkreis besteht nach Meinung Thieles im Hinblick auf eine solche Börse noch viel Luft nach oben.

Die Stadtverwaltung plant eine digitale Open Source Plattform für Bühl und Umgebung. Das ist wenig überraschend, denn im Hinblick auf die Software bevorzugt die Stadt grundsätzlich Computer-Programme, deren Quelltext öffentlich ist und die von jedem weiterentwickelt werden können. Darauf hat Eduard Itrich, Abteilungsleiter Digit bei der Stadt, gegenüber dieser Zeitung hingewiesen.

Es macht keinen Sinn, unser Angebot an der Gemarkungsgrenze enden zu lassen.
Martin Thiele, Klimaschutzmanager Bühl

„Es macht keinen Sinn, unser Angebot an der Gemarkungsgrenze enden zu lassen“, meinte Thiele mit Blick auf die Nachbargemeinden. Das Design soll im Juli und August rathausintern gestaltet werden. Gehostet werden soll die Seite aber bei einem externen Anbieter. Diesen Auftrag will die Stadt im September vergeben. Im Oktober oder November soll das neue Angebot an den Start gehen.

„Im Sinn der Kreislaufwirtschaft geht es darum, den Kauf von neuen Konsumgütern zu vermeiden“, erklärte Thiele. Jeder einzelne Verzicht auf eine Neuanschaffung helfe dem Klima. Deshalb solle die Nutzungsdauer von Geräten verlängert werden. Dies gelte allerdings nicht für „Stromfresser“.

Es wird also auf der neuen Plattform die Möglichkeit geben, Gegenstände, die man selbst nicht mehr benötigt, zum Verschenken oder Tauschen anzubieten. Thiele will die Diskussion innerhalb der Stadt über „nachhaltiges Handeln anregen und Teilen als modern vermitteln“.

Doch Thiele will mehr als einen Tauschmarkt für Gebrauchsartikel der verschiedensten Art. Die neue Börse soll in erheblichem Umfang auch Dienstleistungen und die gemeinsame Nutzung von Dingen umfassen. Städtische und private Angebote sollen auf der neuen Plattform ab Herbst möglich sein. Thiele nennt das Ausleihen eines E-Lastenrades, das ab Oktober angeboten wird, und einen Reparaturfinder.

Kleidertausch und Nachbarschaftsdienste sind gewünscht

In Verbindung mit Veranstaltungen zu Fairtraide nannte Thiele einen klimafreundlichen Konsum, Nachbarschaftsdienste und eine Klimaschule, zu der er auch Kleidertausch zählte. Eine digitale Vergütung ist angedacht.

„Die Plattform des Landkreises wird bei uns im Süden weniger genutzt“, meinte Ludwig Löschner (GAL). „Wenn wir diese Idee erweitern, ist das eine gute Sache.“ Löschner wies auf den Verein der Nutzpflanzenvielfalt hin, der Saatgut seltener Gemüsepflanzen tausche. Der könne diese Samen auf der neuen Plattform anbieten.

Der Erfolg ist aber eng mit der Werbung verbunden.
Franz Fallert, Stadtrat (Freie Wähler)

Franz Fallert (FW) sprach von einer guten Idee. „Der Erfolg ist aber eng mit der Werbung verbunden, die regelmäßig erfolgen muss“, meinte er. „Die Öffentlichkeitsarbeit in dieser Angelegenheit ist extrem wichtig.“

„Die Plattform braucht einen Eyecatcher“, forderte Timo Gretz (SPD). Beispielsweise könne man die E-Bikes, die die Stadt ausleihe, integrieren. „Es ist wichtig, dass möglichst viele Menschen auf die Seite zugreifen, dann ergibt sich vieles weiteres“, sagte er.

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