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Großeinsatz für Polizei und Feuerwehr

Drei Personen nach Brand in Haus mit Seniorenwohnungen in Bühl im Krankenhaus

In einem Haus mit Seniorenwohnungen Bühl ist am Samstagvormittag ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Das Feuer war in einer Küche ausgebrochen.

Das Feuer war in der Küche einer Seniorenwohnung in Bühl ausgebrochen. Foto: Bernhard Margull

Beim Brandort handelt es sich um ein Gebäude mitten in Bühl in der Heidlauffstraße. In dem Wohnhaus befinden sich im Erdgeschoss Räume der Sozialstation für die Tagespflege, darüber Eigentumswohnungen, die Senioren mit Zusatzleistungen anmieten können. Das Gebäude, das somit kein Altenheim im eigentlichen Sinn ist, wurde von den Rettungsorganisationen umgehend geräumt.

Drei Personen sind laut Polizei ins Krankenhaus gebracht worden, darunter die Bewohnerin der Wohnung, in der das Feuer ausbrach. Die Frau konnte durch beherztes Eingreifen eines Zeugen aus ihrer Wohnung gerettet werden, teilte das zuständige Polizeipräsidium Offenburg mit. Die Seniorin wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Sie wurde schwer verletzt, wobei ihr Zustand laut Polizei als stabil bezeichnet werden kann.

Zwei Rettungshubschrauber vor Ort

Ein weiterer Rettungshubschrauber, der vorsorglich vor Ort gerufen worden war, wurde nicht benötigt. Zwei weitere Bewohner wurden mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser gebracht. Auch ihr Zustand soll stabil sein, heißt es. Drei weitere Bewohner wurden vor Ort behandelt.

Brand brach in Küche einer Seniorenwohnung aus

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei ist das Feuer im Küchenbereich einer Bewohnerin im Obergeschoss des vierstöckigen Gebäudes ausgebrochen. Das Feuer lockte umgehend zahlreiche Schaulustige an, weil es an einer belebten Einkaufsmeile der Zwetschgenstadt liegt. Darunter waren auch besorgte Angehörige von Senioren, die in dem Haus leben.

In der Nachbarschaft der Immobilie sind etwa der Supermarkt Kaufland und der Elektrofachmarkt Octomedia. Der Supermarkt räumte wegen des Notfalls im Gebäude der Sozialstation sein Getränkelager, um dort vorübergehend Bewohner der vom Brand betroffenen Immobilie zu versorgen. Auch in einer nahen Bäckerei kamen betroffene Senioren zunächst unter.

Zwei Rettungshubschrauber waren nach dem Brand in einem Seniorenwohnheim in Bühl im Einsatz. Foto: Bernhard Margull

Nach Angaben von Einsatzleiter Günter Dußmann ging der Alarm um 11.29 Uhr ein. Die Feuerwehr war umgehend am Brandort, weil ohnehin acht Wehrangehörige im nahen Gerätehaus tätig waren. Beim Eintreffen des ersten Fahrzeugs der Floriansjünger unmittelbar nach dem Alarm schlugen bereits Flammen aus der Wohnung, in der der Brand ausgebrochen war.

Passanten helfen Flüchtenden beim Verlassen des Hauses

Zu dem Zeitpunkt herrschte große Aufregung unter den Bewohner der 23 Wohnungen, die alle ihr Domizil verlassen wollten und unter Menschen, die in der Nähe waren und auf den Brand aufmerksam wurden. Einige Passanten reagierten auch schnell und halfen beherzt den Flüchtenden beim Verlassen der Immobilie über Nottreppen. Es heißt, dass alle Wohnungen auf den drei Stockwerken mit jeweils einer Person bewohnt waren.

Das Feuer war am Samstagmittag im dritten Stock des Bühler Altenwohnheims ausgebrochen. Foto: Wilfried Lienhard

Im Einsatz waren mehrere Feuerwehrabteilungen aus Bühl und ein weiterer Trupp aus Rheinmünster. Die beiden Wehren hatten jeweils eine Drehleiter im Einsatz. Vor Ort war zudem Kreisbrandmeister Heiko Schäfer. Weitere Floriansjünger standen auf Abruf bereit.

Gegen 13 Uhr hieß es von Seiten der Einsatzleitung, dass der Brand gelöscht sei. Zu dem Zeitpunkt fanden allerdings noch Nacharbeiten am Gebäude statt. Unter anderem wurde ein Dachvorsprung mit Spezialgerät geöffnet, um sicherzustellen, dass keine Brandnester vorhanden sind. Das wir nicht der Fall, teilte Feuerwehrkommandant Dußmann auf Anfrage mit.

Senioren werden nach Brand in Hotels untergebracht

Vor allem die Wohnungen in den oberen Geschossen sind vorerst nicht bewohnbar. Durch offene Türen und Fenster wurden die Domizile verrußt. Die Wohnung, in der das Feuer ausbrach, ist komplett ausgebrannt. Einsatzleiter Dußmann zeigte sich überrascht, „wie schnell das durchgezündet hat“. Konkrete Angaben zur Brandursache waren deshalb zunächst noch nicht möglich.

Die Rettungsorganisation waren umgehend bemüht, die betroffenen Senioren in Hotels in Bühl unterzubringen. Eine umgehende Zusage lag von einem Haus im Stadtteil Vimbuch vor, zudem wurde eine weitere Unterkunft in de Stadt gefunden. Einige Betroffene kommen zudem vorübergehend bei Angehörigen unter, berichtete Dußmann.

Einsatzleiter lobt auch beherztes Eingreifen von Passanten

Der Einsatz habe für alle einen Ausnahmezustand bedeutet. Unter dem Strich sei das Unglück allerdings noch glimpflich ausgegangen. „Die Zusammenarbeit aller Beteiligten hat sehr gut geklappt“, resümierte Dußmann. Er lobte auch den Einsatz von Passanten unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers. Wann wieder Bewohner in ihre Wohnung zurückkehren können, müsse hingegen die Hausverwaltung entscheiden. Erste Senioren bereits am Wochenende wieder in ihre Domizile zu lassen, sei jedoch nicht vertretbar.

Tagespflege bleibt am Montag geschlossen

Die Tagespflege der Sozialstation im Untergeschoss, die dort seit Oktober 2018 besteht, wird auf jeden Fall auch am Montag noch geschlossen bleiben. Dort bestehen eigentlich 15 Plätze, wegen der Corona-Pandemie und den Abstandsvorgaben werden aktuell nur zehn genutzt. Man müsse abwarten, ob noch weiteres Löschwasser eindringe, sagte Geschäftsführer Martin Mörmann.

„Essen auf Rädern“ wird am Montag wie gewohnt geliefert

Zunächst waren zwei Räume der Sozialstation von von oben eindringendem Löschwasser betroffen. Das Angebot „Essen auf Rädern“ könne dagegen weiterhin aufrechterhalten werden. Dafür sei kein ständiger Aufenthalt im Gebäude erforderlich.

Die Sozialstation ist auch für die Betreuung der Senioren in den Wohnungen zuständig, sofern diese entsprechende Angebote gebucht haben. Diese sollen den Betroffenen auch in den Hotelunterkünften geboten werden. „Diese Versorgung möchten und können wir auch dort gewährleisten“, sagte der für die Sozialstation zuständige Daniel König. Noch am Samstagnachmittag traf das dafür zuständige Team zusammen, um die anstehenden Aufgaben zu koordinieren.

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