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Gesundheitsamt verlangt Anwendungskonzept

Dringend nötige Schnelltests für Seniorenheime brauchen in Bühl viel Zeit

Die Leitungen in den Seniorenheimen warten auf die Corona-Schnelltests. Doch zuvor müssen sie ein detailliertes Konzept für die Anwendung beim Gesundheitsamt einreichen. Wie das genau aussehen soll, ist jedoch nicht bekannt. Jetzt soll es ein entsprechendes Antragsformular geben.

Blick auf einen Corona-Schnelltest in einer Teststation des Gesundheitsamts der niederländischen Stadt Groningen. Foto: Vincent Jannink/ANP/dpa

Die Leiter der Seniorenheime in Bühl wollen aufgrund der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen – auch in Heimen in der Umgebung – umgehend Schnelltests für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter und Bewohner. Für eine behördliche Genehmigung müssen sie aber zuerst ein Anwendungskonzept vorlegen.

Vor allem bei Besuchern, die etwa Erkältungssymptome aufweisen, möchten die Heimleitungen mit Schnelltests auf Nummer sicher gehen. „Das ist ein akutes Thema, bei dem es noch einige Unklarheiten gibt. Zunächst verlangt das Bundesgesundheitsministerium von potenziellen Schnelltest-Anwendern wie Krankenhäusern oder eben Seniorenheimen ein detailliertes Konzept.

Formular soll in ein paar Tagen kommen

Bezogen auf die betreuten Personen, Beschäftigte und Besucher, ergibt sich daraus die Anzahl der benötigten Schnelltests“, erklärt Stefan Biehl. Der Leiter des Sozialdezernats im Landratsamt Rastatt sagt jedoch, dass es bis dato noch keine spezifischen Vorgaben bei der Antragstellung gibt. „Diese erwarten wir in absehbarer Zeit. Wohl in ein paar Tagen soll es ein Formblatt geben, nachdem die Einrichtungen schnell die Angaben zur sogenannten Tatkonzeption durchgeben können.“

Über die Verfügbarkeit von Schnelltests kann Stefan Biehl keine Angaben machen, denn die Anwender müssten sich diese nach der erfolgten Genehmigung auf dem freien Markt besorgen. „Ich gehe davon aus, dass die Einrichtungen zeitnah mitgeteilt bekommen, welche der vier potenziellen Tests infrage kommen.“

Und wie sieht es mit der finanziellen Seite aus? Die Verordnung gebe vermutlich vor, welche Tests in Frage kommen. „Die Kosten trägt zunächst der Anwender, der dann später mit den Krankenkassen abrechnet“, erklärt Biehl.

Schnelltest muss so schnell wie möglich kommen

Die Zeit drängt, denn nach seinen Angaben sind Landkreis Rastatt bereits Sars-CoV-2-Infektionen in Seniorenheimen gemeldet. „Der Bedarf an Schnelltests ist auf jeden Fall gegeben. Gerade in sensiblen Einrichtungen wie Seniorenresidenzen oder Krankenhäusern ist es enorm wichtig, mittels eines Tests schnell Klarheit in der Situation zu erhalten. Dadurch können umgehend weitere Infektionen von Mitarbeitern und in der Folge auch Heimbewohner sicher verhindert werden“, betont Biehl.

Jürgen Jung vom Klinikum Mittelbaden in Baden-Baden hat für die schnelle Erarbeitung des Konzeptes mehrere Fachleute zurate gezogen. „Speziell ausgebildete Fachleute stimmen sich derzeit mit unseren Mitarbeitern ab, wie das Konzept aussehen soll. Dann werden wir es, so schnell es geht, dem Gesundheitsamt in Rastatt zukommen lassen. Das ganze gestaltet sich etwas schwierig, weil es leider keine genauen Vorgaben für dieses vom Bundesgesundheitsministerium geforderte Konzept gibt. Zumindest bis jetzt noch nicht“, sagt Jung, der beim Klinikum für die Seniorenbetreuung verantwortlich ist.

Während die meisten Heimleitungen mit dem Erstellen der Corona-Konzepte beschäftigt sind, hat Hubertus Seidler, Geschäftsführer des Schwarzwald-Wohnstiftes in Bühl, bereits Tatsachen geschaffen und über einen Arzt Schnelltests eingekauft. „Ich wollte einfach nicht länger warten, bis endlich etwas läuft in Bezug auf die Schnelltests. Wir haben ein kleines Kontingent über einen hiesigen Arzt bezogen. Und ich muss sagen, dass wir nur positive Erfahrungen mit den Schnelltests gemacht haben. Damit meine ich nicht die Ergebnisse der Tests. In unseren insgesamt 16 Senioreneinrichtungen gibt es Gott-sei-Dank noch keine Sars-CoV-2-Infektion.“

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