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Schon sechs Flächenbrände

Bühler Feuerwehrkommandant warnt vor Verbrennen von Abfällen in der Natur

Die Lage ist im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. Dass die Gefahr von Flächen- und Waldbränden noch durch unvorsichtiges Verhalten erhöht wird, veranlasst den Bühler Feuerwehrkommandanten zu einem Appell.

Von einem Feuerwehrauto aus löscht ein Feuerwehrmann ein brennendes Kornfeld.
Das Symbolbild zeigt einen Flächenbrand. Seit Monatsbeginn waren in Bühl sechs solcher Brände zu verzeichnen. Foto: Arnulf Stoffel/dpa

Die Lage ist im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. „Alle Feuerwehren sind in höchster Alarmbereitschaft“, sagt der Bühler Kommandant und stellvertretende Kreisbrandmeister Günter Dußmann, der in seiner langen Berufslaufbahn nur 2003 eine ähnliche Situation erlebt hat.

Nahezu täglich müsse irgendwo ein Löschtrupp ausrücken, um einen Flächen- oder Waldbrand zu bekämpfen. Erst am Dienstag sei der Alarm in Forbach und Bischweier ertönt. Auch die Bühler Truppe sei gefordert gewesen. In Altschweier war am Morgen eine Grünfläche in Brand geraten.

Nach 45 Minuten konnten die zehn angerückten Feuerwehrleute wieder zurück ins Gerätehaus. So weit, so gut? Da schüttelt Dußmann energisch den Kopf. Denn die Ursache für den Brand in Altschweier war das Verbrennen von Unrat, Reisig oder Ähnlichem, wie es auf der Internetseite der Bühler Feuerwehr heißt. Als ob das allein nicht genügte, war diese Art von Abfallentsorgung zum wiederholten Mal der Grund für einen Feuerwehreinsatz.

Deutliche Worte der Feuerwehr

„Seit dem 1. August mussten wir zu sechs Flächenbränden anrücken, unter anderem auch in Neusatz und Weitenung“, sagt Dußmann. „Drei davon waren auf das Verbrennen von irgendwelchen Abfällen zurückzuführen.“

Auf dem Internet-Auftritt der Feuerwehr ist ebenso Klartext zu lesen wie auf ihrer Facebook-Seite: „Manche haben immer noch nicht verstanden, dass es derzeit grob fahrlässig ist, ein Feuer auf einer Freifläche zu entzünden und dies auch noch unbeaufsichtigt zu lassen.“

Nicht in jedem Fall werde der Verursacher direkt angetroffen, und die weiteren Ermittlungen lägen in der Hand der Polizei. „Wenn wir am Brandort jemanden antreffen, dann ist eine gewisse Einsicht auch da“, sagt Dußmann.

„Es ist aber nicht nachvollziehbar, dass manche immer noch solche Feuer machen. Die Einsicht müsste es schon vorher geben.“ Durch die anhaltende Trockenheit und die dadurch große Gefahr von Flächen- und Waldbränden solle kein offenes Feuer in der Natur entzündet werden, appelliert der Feuerwehrkommandant.

Dem schließt sich auch die Polizei an. Grundsätzlich, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg, sei das Verbrennen von Gartenabfällen nicht verboten, solange es beispielsweise nicht im Wohngebiet geschehe und auch die notwendigen Abstände eingehalten seien.

Rauchen und offenes Feuer im Wald verboten

„Bei den aktuellen Temperaturen und der Trockenheit herrscht aber höchste Alarmstufe. Was liegen bleiben kann, bis wieder andere Wetterverhältnisse herrschen, sollte auch liegen bleiben.“ Ausdrücklich verboten sei es dagegen, im Wald offenes Feuer zu entfachen und zu rauchen.

Die Grillplätze in Bühl sind geschlossen, und auch hier appelliert Dußmann, sich an die Vorgabe zu halten. Das gelte auch für Lagerfeuer etwa in einer Steinkuhle. Gerade, wenn es wie zuletzt recht windig ist, sei ein solches Feuer nicht zu beherrschen. Dazu komme: „Wo ein Lagerfeuer ist oder gegrillt wird, da wird meistens auch geraucht.“

Für den Fall der Fälle habe die Feuerwehr Pläne erstellt, wie sie im Wald oder im Gelände an das notwendige Löschwasser kommt und wie sie es auch an den Brandort transportieren kann: „Wir haben uns für den Notfall gerüstet.“

Am liebsten wäre es Dußmann, der Notfall träte nicht ein, und auch auf die regelmäßigen Einsatzfahrten nach der Meldung einer Rauchsäule könnten seine Leute verzichten. Die Bürger seien sensibilisiert, schon die kleinste Rauchentwicklung werde gemeldet: „Das ist auch richtig und gut.“

Andererseits könne die Feuerwehr nicht wegen jeder Kleinigkeit ausrücken. Auch deshalb wünscht sich Dußmann, dass auf das Verbrennen von Abfällen in der Natur derzeit verzichtet wird.

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