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Ausbau ist seit Jahrzehnten ein Thema

Ein Aufreger seit vielen Jahren: Ausbau der Bühler Seite in Altschweier dauert noch

Seit vielen Jahren schon steht der Ausbau der Bühler Seite auf der Altschweierer Wunschliste. Ortvorsteher Manfred Müller rechnet nicht mit einem baldigen Ausbau der Straße.

Eng geht es zu auf der Bühler Seite: Der Ausbau der Straße ist seit Jahrzehnten ein Thema in Altschweier. Foto: Bernhard Margull

Altschweier ist in zwei Teile getrennt, die Kappler Seite und die Bühler Seite. Letztere gibt auch einer Straße den Namen. Die Bühler Seite beschäftigt Verwaltung und Kommunalpolitik seit vielen Jahren, doch zum angestrebten Ausbau ist es bislang nicht gekommen.

Im Gespräch mit ABB-Redaktionsmitglied Wilfried Lienhard erläutert der Altschweierer Ortsvorsteher Manfred Müller die Probleme, die mit der Bühler Seite verbunden sind.

Herr Müller, die Bühler Seite ist ein kommunalpolitischer Dauerbrenner. Ihr Zustand wird derweil nicht besser. Ist Abhilfe in Sicht?
Müller

Nein, da ist noch zu viel unklar. Auch im Wettbewerb „Unser Dorf war Zukunft“ war das ein Thema. Doch mehr ist noch nicht draus geworden. Im Haushaltsplan der Stadt steht jetzt zumindest eine Planungsrate. Mit Blick auf mögliche Erschließungskosten hat die Stadt das Gebiet untersuchen lassen, die Ergebnisse sind bei uns in der Ortsverwaltung aber noch nicht eingegangen.

Die Bühler Seite galt doch stets als historische Straße. In einer solchen sind Erschließungsbeiträge nicht erforderlich. Ist diese Einschätzung überholt?
Müller

Früher war man hier der Meinung, dass von der ehemaligen Stärkefabrik bis zur Gelben Mühle alles historisch sei. Dem ist aber nicht so. In den Gesetzestexten steht ein Satz, wonach eine Anhäufung von Wohngebäuden mit einer Hauptstraße nur dann historisch sein kann, wenn es zwischendrin keine größeren Lücken gibt. Diese Voraussetzung macht uns jetzt zu schaffen. Es muss geprüft werden, welche Bereiche der Bühler Seite dies betrifft, welche als historische Straße einzustufen sind und welche nicht.

Kostet das nicht weitere Zeit?
Müller

Ja, aber das sehe ich nicht so dramatisch. Es ist auch nicht so, dass die Bühler Seite in den nächsten beiden Jahren saniert würde. Der nächste Schritt müsste es sein, Anwohnern und Beteiligten zu sagen, was historisch ist und was nicht. Sie müssen wissen, was auf sie kommt, wenn sie ein Grundstück haben, das an die Bühler Seite angrenzt.

Das riecht nach Ärger.
Müller

Das riecht nicht nur, das gibt Ärger. Auch das wird viel Zeit in Anspruch nehmen, denn wenn Einsprüche kommen, geht das wohl vor Gericht. Die Arbeiten selbst sind auch eine Wahnsinnsaufgabe, wir haben eine sehr enge Straße, mit einem Bagger kann da nur bedingt gearbeitet werden.

Was müsste getan werden?
Müller

Der Regenwasserkanal ist nicht so schlecht, da gäbe es vielleicht eine andere Lösung als den Austausch. Aber ansonsten muss alles erneuert werden, Strom, Wasser, Glasfaser muss auch rein, und dann ist da natürlich noch der Straßenbelag.

Wäre es eine Option, nur den Straßenbelag zu erneuern?
Müller

Nein, dann könnten wir die kaputte Infrastruktur nicht erneuern. Die Wasserleitungen zum Beispiel sind uralt, das geht nicht mehr. Wenn wir die Bühler Seite angehen, müssen wir es richtig machen. Das wird dann halt in Abschnitte aufgeteilt und über Jahre gehen. Wir können schließlich nicht die ganze Bühler Seite aufreißen. Die Häuser müssen ja auch erreichbar bleiben, auch an den besonders engen Stellen.

Warum ist der Ausbau der Bühler Seite schon so lange ein Thema?
Müller

Die schwierigen Bedingungen, die ich eben genannt habe, waren wohl auch ein Grund, warum man immer wieder einen Bogen drum herum gemacht hat. Das geht jetzt aber nicht mehr. Teile der Bachmauer sind einsturzgefährdet, und auf der anderen Straßenseite muss man sich wundern, dass an den Mauern zu den Grundstücken hin noch nichts passiert ist.

Rechnen Sie damit, dass dieses Thema noch in Ihrer Amtszeit als Ortsvorsteher erledigt wird?
Müller

Der Ausbau der Bühler Seite war schon ein Thema, da habe ich mich noch gar nicht so intensiv mit der Politik befasst. Das ist mindestens 30 Jahre her. Der Ausbau stand immer auf der Wunschliste, aber er war schon immer mit hohen Kosten verbunden. Nein, gerade mit dem Blick auf die finanzielle Lage der Stadt rechne ich nicht damit. Wenn ich noch einen Plan zu sehen bekäme, das wäre auch schon etwas.

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