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Ganzes Dorf beteiligt sich an Videoprojekt

Eisental sendet per Video eine Weihnachtsbotschaft in die Welt

Es herrscht noch Leben im Dorf: Diese Botschaft verbreitet ein fast halbstündiges Video, zu dem alle Eisentaler Vereine beigetragen haben.

Kamera läuft: Rainer Heiland, Bernhard Foos und Ewald Haitz (von links) bei den Dreharbeiten für die Eisentaler Weihnachtsbotschaft, an der sich alle Vereine beteiligten und die im Internet zu sehen ist. Foto: Wilfried Lienhard

Das gab es bisher auch noch nicht: Bühl-Eisental schickt per Video eine Weihnachtsbotschaft in die Welt. Zu dem fast 30 Minuten langen Film haben alle Vereine des Bühler Stadtteils beigetragen. Er ist auf Youtube eingestellt.

Er ist ein kleiner Ersatz für all die Veranstaltungen, die in den vergangenen Wochen wegen der Corona-Pandemie ausfallen mussten und die auch in den kommenden Tagen und Wochen nicht stattfinden können. Die städtische Seniorenfeier, der Dorv-Adventsmarkt am Trottenplatz, der Neujahrsempfang – alles musste gestrichen werden.

Da die Vereine zuvor schon auf viele Veranstaltungen hatten verzichten müssen, hatte Ortsvorsteher Jürgen Lauten bereits Anfang November zu einem Treffen eingeladen, um zu erfahren, wo die Vereine in der Corona-Krise der Schuh drückt und wie sie aktuell zurechtkommen. Dabei schlug er auch den dann umgesetzten Adventsweg durch den Ort vor. Mit dabei war bei der Besprechung auch Bernhard Foos.

Video soll zeigen, dass in Bühl-Eisental noch Leben herrscht

Dem Filmemacher und früheren SWR-Redakteur, der schon Interview-DVDs mit älteren Männern und Frauen aus dem Ort produziert hat, kam eine Idee: „Wir könnten doch ein Video drehen, das auch den älteren und vielleicht nicht mehr so mobilen Leuten zeigt, dass in Eisental immer noch Leben herrscht.“ Doch bevor er die Idee in die große Runde einwarf, wollte er sie noch mit Jürgen Lauten besprechen. Beim Ortsvorsteher musste er nicht lange dafür werben.

Foos entwickelte das Konzept. Die Idee: Die Vereine sollten eigene Beiträge erstellen und bekamen dafür eine Minute „Sendezeit“. Nicht nur die Vereine machten mit, von der Frauengemeinschaft bis zum Turnverein, auch die Grundschule machte sich an die Arbeit. Herausgekommen sind die unterschiedlichsten Beiträge. „Manche holten einen Film aus dem Archiv, andere stellten Bilder zusammen, und es gab tolle kreative Beiträge“, freut sich Foos.

Die Vereine sind der Motor in unserer Gesellschaft.
Jürgen Lauten, Ortsvorsteher Eisental

Wie aber sie aneinanderreihen? Was für eine Frage, wenn es doch Ewald Haitz gibt. Der Affentaler kehrte eigens für diese Aktion nach einem Jahr vorübergehend aus dem Dorfbott-Ruhestand zurück, schwang seine Bottschelle, verkündete Neues und verknüpfte die Episoden mit seiner humorigen Moderation.

Dafür erarbeitete Regisseur Foos eigens einen Drehplan, Rainer Heiland übernahm Kamera und Schnitt. An den unterschiedlichsten Stellen des Orts leitete Haitz die Beiträge ein, sei es an der „Großbaustelle Trottenplatz“, beim Kräutergarten des Heimatvereins, vor der Affentaler Kapelle oder am Schnapsbrunnen in den Tillmatten.

Vereine werden durch Video trotz Corona-Pandemie wieder sichtbar

Mancher Beitrag sei spontan entstanden, berichtet Haitz: Während der Dreharbeiten am Schnapsbrunnen kam der junge Gabriel Ernst auf den Balkon und blies ein kurzes Stück auf der Trompete. So wurde der Film ein ganz spezielles Eisentaler Gemeinschaftswerk, das mit dem Gedanken an die älteren Menschen begann und sich nun an alle Generationen richtet.

Das freut auch Ortsvorsteher Jürgen Lauten. Es sei ein schwieriges Jahr für die Vereine gewesen, und das Video trage dazu bei, sie und ihre Arbeit wieder sichtbar zu machen: „Die Vereine sind der Motor in unserer Gesellschaft.“

Am Ende ging es dann ganz schnell. Am vierten Adventssonntag, so lautete der Plan, sollte die Weihnachtsbotschaft online sein. Doch schon am Mittwochabend war es so weit. Was dann passierte, erfreute Bernhard Foos: Bereits in den ersten 24 Stunden sei das Video mehr als 1.000-mal angeklickt worden. Bis Freitagnachmittag waren es schon mehr als 1.250-mal: „Wenn man bedenkt, dass Eisental nur gut 2.000 Einwohner hat, dann ist das sensationell erfreulich.“

Daheim isch daheim, und da fühle mir uns alle wohl.
Ewald Haitz, Dorfbott in Eisental

Dabei habe die Videobotschaft auch Kreise weit über den Ort hinaus gezogen: Aus der Schweiz, Frankreich und den USA seien positive Rückmeldungen gekommen. So geht die Eisentaler Weihnachtsbotschaft hinaus in die Welt, ein Gruß aus der Heimat, die Ewald Haitz so charakterisierte: „Daheim isch daheim, und da fühle mir uns alle wohl.“

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