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Umfrage

Ansturm auf Gas- und Ölheizungen bei Bühler Unternehmen

Energiekrise und die Diskussion um ein Verbot bestimmter Heizungsarten haben bei den örtlichen Heizungs- und Sanitärbetrieben einen Ansturm auf Öl- und Gasheizungen ausgelöst.

Gasheizung und Warmwasserspeicher, Heizungsraum in einer Privatwohnung
Gastherme gefragt: Vor allem viele ältere Hausbesitzer schrecken vor hohen Investitionen zurück setzen wieder verstärkt auf herkömmliche Heizsysteme. Foto: imago/Wolfgang Maria Weber

Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine sind die Energiepreise gestiegen und die Diskussionen um die Heizung der Zukunft entfachen bei den Kunden eine Nervosität, die auch die Sanitär- und Heizungsbetriebe in der Region deutlich zu spüren bekommen.

„Es gibt regelrechte Panikkäufe bei den Gas- und Ölheizungen und die meisten fragen sich, ob ihr Haus für den Betrieb einer Wärmepumpe geeignet ist“, fasst Günther Theurer vom gleichnamigen Sanitärbetrieb in Bühl zusammen.

Der Markt ist nicht erst seit der Habeck-Debatte nervös.
Martin Schweikhardt, Obermeister SHK-Innung

„Der Markt ist nicht erst seit der Habeck-Debatte nervös. Es gibt lange Wartezeiten, die Betriebe haben zu wenig Leute und bekommen bestimmte Teile nicht und der Energiemarkt schwankt stark“, bestätigt Obermeister Martin Schweikhardt von der Sanitär-, Heizung- und Klima-Innung (SHK) Rastatt, Baden-Baden und Bühl.

Gas und Öl wieder gefragt

„Alle reden und debattieren über die Energiewende. Aber wie die letztlich aussehen soll, weiß keiner. Das ist das Dilemma, denn es gibt im Bereich Wärmeversorgung kein Patentrezept“, sagt Schweikhardt, der selbst Mitgeschäftsführer eines SHK-Betriebs ist.

Derzeit gebe es einen eindeutigen Nachfragesprung bei den konventionellen Heizungen mit Gas und Öl. „Vor allem die Menschen ab 60 entscheiden sich weiter für Öl oder Gas, wenn sie mit dieser Technologie bislang gut gefahren sind und im Haus die Infrastruktur vorhanden ist“, bestätigt Schweikhardt.

Markus Kohler von der Firma Entech in Bühl erklärt ebenfalls, dass das Alter des Kunden bei der Entscheidung für eine künftige Technologie eine Rolle spiele.

Lebenssituation spielt eine Rolle

„Wenn ich in einem abbezahlten Haus lebe und schon älter bin, werde ich in der Regel nicht alles total umkrempeln“, geht Schweikhardt auf den Bestand ein. Vor allem bei einer Gasheizung, die in der Regel nach rund 15 Jahren erneuert werden muss, sei ein Tausch die günstigste Variante.

„Und wer bei Öl mit den entsprechenden Tanks ist, der wird weiter bei Öl bleiben“, spricht Schweikhardt aus Erfahrung. Schwierig sei auch immer: Sehr viele Anlagen kommen nicht zum Kunden, liegen in Lagerhallen, Garagen und Scheunen, weil ein Teil – oft der Wärmetauscher oder Dämmmaterial – aus Fernost einfach nicht geliefert wird.

Junge ordern Luft-Wärmepumpen

Bei jüngeren Menschen sieht das Kalkül anders aus als in der von Schweikhardt geschilderten Überlegung vieler Älterer. „Dort will man so gut wie nichts mehr mit Gas oder gar Öl zu tun haben“, weiß Günther Theurer.

Vor allem im Bereich Neubau gebe es kaum eine andere Wahl als die Luft-Wärmepumpe. Aber da diese Technologie grundsätzlich träge sei und vor allem in den kälteren Monaten viel Strom verbrauche, seien auch hier weitere Elemente wie Solarthermie und Photovoltaik sinnvoll, erklären Theurer und auch Kohler.

„Das läuft im Bereich Neubau meist auf einen Energiemix hinaus“, stellt Schweikhardt fest.

Umstellung bei der Förderung

Ein eindeutiger Verfechter der Wärmepumpe ist Arno Müller in Bühlertal. Er beklagt Probleme durch Änderungen bei der Förderung: „Es ist unglaublich. Durch die Umstellung der Förderung läuft bei den Pellets und den Herstellern nichts mehr. Die Verunsicherung ist bei den Verbrauchern riesengroß. Unterm Strich sind wir die getriebenen Hunde bei dem ganzen Spiel.“

Zudem berichtet Müller, der stellvertretender Innungsobermeister des Fachverbandes SHK Rastatt, Baden-Baden, Bühl ist: „Vor allem ältere Menschen gehen auf Nummer sicher. Ich habe allein in diesem Jahr 14 Ölheizungen verkauft. Die Lieferzeit ist schon auf Anfang Oktober gerückt.“

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