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Neue Wandertrecken in der Ferienregion

Gemeinderat Bühl stimmt Wander- und Mountainbike-Konzeption zu

In der Ferienregion Bühl-Bühlertal-Ottersweier sollen neue Wanderstrecken ausgewiesen werden. Der „Bühlotsteig“ soll das Herzstück werden. Dabei handelt es sich um eine viertägige Etappenwanderung.

Spaziergänger sind in einem Wald im Naturschutzgebiet Riddagshausen unterwegs.
Auf zur Wanderung: Dank der neuen Wander- und Mountainbike-Konzeption sind neue Strecken im Angebot. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Nach Ottersweier und Bühlertal hat nun auch der Bühler Gemeinderat der Wander- und Mountainbike-Konzeption für die gemeinsame Ferienregion zugestimmt. Sie bündelt verschiedene bereits bestehende Einzelangebote, bringt aber auch einige Neuerungen, wie Tino Rettig von der Tourist-Info erläuterte. Das Konzept richte sich keineswegs nur an Gäste, sondern „in hohem Maße“ auch an die einheimische Bevölkerung.

Ein Ziel sei es, die Beschilderung gerade an Rundwanderwegen zu verbessern. Die aktuelle Beschilderung stammt von 2005, damals gab es noch keine Lösung für Rundwanderwege. Das habe sich mittlerweile geändert, sagte Rettig. Außerdem könnten die Wander- und Mountainbike-Strecken etwas entzerrt werden, falls erforderlich.

Im Mittelpunkt steht der „Bühlotsteig“. Die Etappenwanderung mit vier Teilstücken von jeweils 16 bis 20 Kilometern soll mit landschaftlicher Vielfalt punkten, die Endpunkte sind jeweils an den ÖPNV angebunden.

Neu seien auch die „Bühler Runde“ über Eisental, Altschweier und Kappelwindeck, der Felsenweg an der Schwarzwaldhochstraße, die Sickenwalder-Horn-Rundwanderung im Bereich Neusatz und der Schartenberg-Rundweg. Dieser habe auch Chancen auf eine Zertifizierung, sagte Rettig. Das gelte nur in wenigen Fällen, asphaltierte Wege wie in den Weinbergen kämen nicht infrage. Eine solche Zertifizierung sei vor allem ein Werbeinstrument. „Es muss nicht jeder Weg zertifiziert sein“, meinte Rettig auch mit Blick auf die Kosten von 4.000 bis 5.000 Euro pro Weg: „Wenn es bei einem gelingt, ist es gut.“

Mountainbike-Strecken rund um Bühl für Genießer

Bei den Mountainbikestrecken wurde das bestehende, 2007 beschilderte Netz geprüft und bestätigt. Die sechs Touren (je zwei in Bühl, Bühlertal und Ottersweier) richteten sich weniger an sportlich Ambitionierte, sondern setzten auf Genussbiken.

Das Projekt bezuschusst der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord mit 60 Prozent. Die verbleibenden Kosten tragen die drei beteiligten Kommunen entsprechend ihrer Anteile am Wegenetz.

Für Bühl bedeutet das zunächst rund 17.500 Euro. Jetzt brauche es eine naturschutz- und forstrechtliche Genehmigung. Danach könne es an die Beschilderungsplanung gehen. Weitere Ansatzpunkte seien eine gemeinsame Wanderkarte mit Sasbachwalden, die Pflege der Tourenportale und der Beschilderung und die Möblierung der Wege, etwa an Aussichtspunkten, so Rettig.

Viel Zustimmung im Gemeinderat Bühl

Im Gemeinderat erntete das Konzept viel Zustimmung. Peter Hirn (SPD) nannte den „Bühlotsteig“ einen „echten Knaller“, die Ferienregion müsse sich weder mit Wander- noch Mountainbike-Strecken verstecken: „Wir müssen auch keine Downhill-Strecken konstruieren, davon hat es in der Nachbarschaft genug.“

Karl Ehinger (FW) nannte es sinnvoll, dass die Gemeinden sich zusammengetan hätten. Die Gegend sei landwirtschaftlich sehr attraktiv und habe auch kulturell und kulinarisch einiges zu bieten. Mit Blick auf die Pflege der Wege durch die Ortsgruppen des Schwarzwaldvereins fragte er, ob dessen Nachwuchsprobleme Auswirkungen haben könnten. Tino Rettig verwies auf die „schon jetzt erhebliche Zuarbeit von Bauhof und Forst“. Man werde sich aber mit dem Thema auseinandersetzen müssen: „Die Selbstverständlichkeit, dass der Schwarzwaldverein das macht, wird so künftig nicht mehr funktionieren.“

In den Augen von Georg Feuerer (CDU) hat die Corona-Pandemie die Heimat entdecken lassen. Es sei gut, sich auf das zu konzentrieren, was man hat. Das Konzept führe zu einer noch höheren Attraktivität: „Solche Angebote ziehen viele Leute an, und die lassen auch Geld da.“ Lutz Jäckel (FDP) erkannte eine aktive Wirtschaftsförderung, der Tourismus sei ein nicht unwichtiger Wirtschaftszweig. Es sei wichtig, sich neuen Zielgruppen zu öffnen. Walter Seifermann (GAL) lobte die Vorzüge der Region: „Wir wohnen hier, wo andere Leute Urlaub machen.“ Gut wäre es, wenn an Aussichtspunkten entlang der Wanderstrecken auch eine Aussicht bestünde: „Da steht ein Bänkchen, aber die Aussicht gab es vor 20 Jahren.“

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