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Betroffene Klassen bleiben für sich

Immer mehr Schüler infizieren sich in Bühl mit Corona

Schon zum Start nach den Weihnachtsferien mussten einige Schüler wegen Corona-Infektion zu Hause bleiben. Jetzt steigen die Zahlen an den Bühler Schulen täglich.

Schon zum Schulanfang sind einige Schüler wegen Corona nicht zum Unterricht erschienen. Die Zahl der infizierten Schüler steigt an den Bühler Schulen täglich. Foto: Andreas Bühler

Die Weihnachtsferien sind zu Ende, und der Betrieb an den Schulen in Bühl ist wieder angelaufen. Aber es gibt deutliche Anzeichen, dass sich an dieser Situation bald etwas ändern könnte. „Der Anstieg der Infektionen mit Corona unter den Schülern ist signifikant“, stellt Constanze Velimvassakis, die Schulleiterin der Bachschloss-Grund- und Werkrealschule mit fast 500 Schülerinnen und Schülern, fest.

Noch läuft der Unterricht an den Schulen regulär. Steigt die Infektionsrate weiter an, werden die entsprechenden Klassen aber im Unterrichtsplan in ein anderes Zeitfenster gerückt, damit die Berührungspunkte mit den anderen Schülern auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Ob das ausreichen wird, ist nicht gewiss. Die stark ansteckende Covid-19-Variante Omikron ist auch in Baden-Württemberg stark auf dem Vormarsch. „Das Virus springt in eine andere Klasse über die sozialen Kontakte der Mitschüler. Und darauf haben wir keinen Einfluss“, betont Velimvassakis, die als geschäftsführende Schulleiterin für alle Bühler Schulen spricht.

Täglich neue Corona-Fälle

Bei Schulbeginn habe sie schon mit einem Anstieg der Infektionszahlen gerechnet. „Tatsächlich haben wir jetzt täglich ein bis zwei positive Fälle an den Schulen. Es gibt auch Schüler, die gleich zu Hause in Quarantäne geblieben und nicht zum Unterricht erschienen sind.“

Das Kultusministerium hat auf diese Entwicklung frühzeitig reagiert und in der ersten Unterrichtswoche täglich Schnelltests für die Schüler angeordnet. „Das war absolut richtig, wie sich jetzt eben zeigt. Ob wir weiter täglich testen, wird sich zeigen.“

Wenn ein Schnelltest positiv ausfällt, „werden die Schüler sofort nach Hause geschickt, um beim Hausarzt einen PCR-Test zu machen. Und wir melden das sofort an das Gesundheitsamt in Rastatt“, erklärt Velimvassakis.

Die gesamte Klasse werde in einen anderen Pausenrhythmus versetzt und es werde auf Gruppenunterricht verzichtet. „Die betroffene Klasse bleibt in allen Bereichen des schulischen Lebens unter sich“, sagt sie.

Noch keine Schließungen

Gesamtschließungen von Schulen gab es bisher nicht, erklärt Benjamin Wedewart vom Landratsamt Rastatt. „Seit Auftreten der Omikron-Variante hatten wir lediglich eine Gruppenschließung einer Kindertageseinrichtung zu verzeichnen“, berichtet er.

Es gab noch eine weitere Gruppe einer Kindertageseinrichtung und eine Schulklasse, in der Omikron nachgewiesen wurde, allerdings hatte dies keine Auswirkung auf den laufenden Betrieb, da zu diesem Zeitpunkt bereits Ferien waren. „Zum Parallelunterricht können wir keine Auskunft geben, das obliegt den Schulen vor Ort“, erklärt Wedewart.

Wenn die Infektionsrate unter den Schülern weiter steigt, seien die Schulen vorbereitet, sagt Velimvassakis: „Wir können das hier vor Ort schnell entscheiden in Absprache mit dem Kultusministerium und bei einer entsprechenden Infektionsrate Schüler individuell in den Fernunterricht versetzen.“ Jedoch sei Fernunterricht nur die letzte Option.

„Ich bin da ganz der Meinung der Landespolitik, die den Präsenz-Unterricht unbedingt aufrechterhalten will. Es hat sich deutlich gezeigt, dass der Fernunterricht zu Hause, gelinde gesagt, nicht optimal ist“, betont Velimvassakis. Sie verweist auf die fehlende schulische Struktur, die zu störenden Abweichungen führe bis hin zum völligen Abtauchen einzelner Schüler.

Schüler werden online-müde

„Die Schüler brauchen den Schulbetrieb, die sozialen Kontakte, und die direkte Ansprache durch die Lehrer ist enorm wichtig. Das funktioniert, wie die Erfahrung zeigt, online nicht. Und es hat sich herausgestellt, dass die Schüler ein permanenter Online-Unterricht auf Dauer ermüdet. Sie sind dann für den Lehrer unmittelbar nur noch schwer erreichbar.“ Die technischen Voraussetzungen für Online-Unterricht wurden allerdings nach anfänglichen Schwierigkeiten optimiert.

Erste Schritte wurden auch mit Blick auf die Belüftung der Klassenzimmer getroffen. „Wir haben zwar CO2-Ampeln in den Räumen, die anzeigen, wann gelüftet werden muss. Aber spezielle Lüftungsgeräte gibt es noch nicht“, berichtet Velimvassakis. Der Bühler Gemeinderat habe bereits die notwendige Ausschreibung für die vom Land bezuschussten Geräte vollzogen. Über die Vergabe entscheidet der Gemeinderat wohl in seiner nächsten Sitzung am 26. Januar.

Für viele weiteren Dinge gilt: „Die übrigen Begegnungen, wie etwa Elternsprechtage oder Informationsveranstaltungen, werden nach Möglichkeit online gehalten. Momentan gilt für alle Bereiche: Wir fahren auf Sicht und beobachten die Entwicklung genau.“

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