Skip to main content

Kein Verständnis für Klimawandel-Leugner

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker will Wohlstand mit Wasserstoff sichern

Seit 2013 vertritt Kai Whittaker (CDU) den Wahlkreis Rastatt im Deutschen Bundestag. Am 26. September bewirbt sich der Baden-Badener um eine dritte Amtszeit. Der BNN-Reporter hat sich mit ihm am Johannesplatz in Bühl zum Interview getroffen.

Auf einen Kaffee am Bühler Johannesplatz: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker ist Nachhaltigkeitspoltischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Foto: Ulrich Coenen

Für Leugner des Klimawandels hat Kai Whittaker kein Verständnis. „Nach zwei Dürrejahren konnten im vergangenen Sommer keine Schiffe auf dem Rhein fahren“, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete. „In diesem Jahr gab es die Hochwasserkatastrophen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Klimaschutz ist für mich Heimatschutz.“

Der BNN-Reporter hat Whittaker auf einen Kaffee am Johannesplatz in Bühl getroffen. „Wir müssen handeln“, sagt der CDU-Politiker. „Aber das wird unbequem.“ Dabei plädiert der Baden-Badener für innovative technische Lösungen und will keine Verbote. Natürlich blickt er auf Mittelbaden.

15.000 Arbeitsplätze gebe es bei Daimler, weitere 15.000 bei den Automobilzulieferern wie Schaeffler oder Bosch in Bühl. „Wir sollten uns nicht daran gewöhnen, über Arbeitsplatzabbau zu reden“, warnt Whittaker. „Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik brauchen ein gemeinsames Verständnis, um die Region attraktiv zu machen.“

Für eine klimaneutrale Zukunft setzt Whittaker neben Elektrofahrzeugen auf Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe. „Der Sprit muss C02-neutral werden“, meint er. „Wir dürfen aber keine Politik gegen das Auto machen.“

So sichern wir unseren Wohlstand für die nächsten 50 Jahre.
Kai Whittaker, Bundestagsabgeordneter (CDU)

Whittaker fordert massive Investitionen in die Wasserstofftechnologie. „Die Grünen sagen, die sei unwirtschaftlich“, stellt er fest. „Das stimmt aber nur nach heutigem technischen Stand.“ Der Bundestagsabgeordnete weist darauf hin, dass Deutschland weltweit Patentführer beim Wasserstoff ist. „Wenn wir das massentauglich machen, sichern wir unseren Wohlstand für die nächsten 50 Jahre“, sagt er.

Dabei blickt Whittaker auch zum Baden Airpark. „Klimaneutraler Flugverkehr ist nur mit Wasserstoff möglich“, erklärt er. „Die Grünen denken über eine Schließung unseres Flugplatzes nach und gefährden damit 3.000 Arbeitsplätze. Wir sind in Mittelbaden auf diese Erreichbarkeit angewiesen.“

Zwei große Projekte in der Region sieht Whittaker durch den „grünen Klimacheck“ gefährdet. Er nennt den Ausbau der neuen B3 bei Kuppenheim und die Vernetzung mit Frankreich durch eine neue Radfahrer- und eine Eisenbahnbrücke.

In diesem Zusammenhang will Whittaker die Rheinüberquerung für Autos bei Iffezheim ausbauen. „Dann wäre auch ein direkter Anschluss an den Airpark möglich, der Hügelsheim entlastet“, stellt er fest.

Wir wollen Träume erschwinglich machen.
Kai Whittaker, Bundestagsabgeordneter (CDU)

Als Sozialpolitiker beschäftigt sich Whittaker mit der Wohnungsnot. „Wir wollen Träume erschwinglich machen, nicht nur für Gutverdiener“ sagt er.

Damit meint er nicht nur Eigentumswohnungen, sondern auch das bei den Grünen umstrittene Einfamilienhaus. Dabei setzt Whittaker auf Steuerfreibeiträge beim Grunderwerb in Höhe von 250.000 Euro für das erste Wohneigentum. Pro Kind sollen 100.000 weitere Euro hinzukommen.

Überhaupt will Whittaker Familien entlasten. Er kritisiert die von SPD und Grünen angedachte Abschaffung des Ehegattensplittings. „Das würde für Paare mit unterschiedlich hohem Einkommen zu mehr Steuern führen“, warnt er.

Der CDU-Politiker will das Ehegattensplitting stattdessen zum Familiensplitting ausbauen.

Im Hinblick auf den eklatanten Mangel an Mietwohnungen hält Whittaker nichts von Mietpreisbremsen, wie sie gerade in Berlin gescheitert sind. „Den Mangel an Wohnraum regeln wir nicht über den Preis, wir müssen den Mangel beheben“, erklärt er.

Whittaker will das „Baurecht beschleunigen“ und Nachverdichtung in den Städten erleichtern, um nicht mehr Fläche auf der grünen Wiese zu verbrauchen.

Jeder zusätzliche Euro, den die Betroffenen verdienen, soll sich für sie lohnen.
Kai Whittaker, Bundestagsabgeordneter (CDU)

Der Bundestagsabgeordnete will die umstrittenen Hartz IV-Leistungen reformieren. „Sie bieten zu wenig Anreize, um aus dem System herauszukommen“, findet er. „Jeder zusätzliche Euro, den die Betroffenen verdienen, soll sich für sie lohnen.“

Auch an die Rentenreform will Whittaker ran. Er plant ein „Kindergeld“ aus Steuermitteln, das der Staat für jedes neu geborene Kind anspart. „Damit können wir Altersarmut bekämpfen“, sagt er.

nach oben Zurück zum Seitenanfang