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Rund 300 Teilnehmer

Klimastreik in Bühl: Vielfalt, Witz und Forderungen auf dem Marktplatz

Die Straße muss Druck machen - das klang bei der Kundgebung von Fridays for Future in Bühl immer wieder an. Und die Forderung wurde umgesetzt: Rund 300 Teilnehmer gingen nach der Kundgebung auf eine Demonstration durch die Innenstadt.

Parolen im Kampf gegen den Klimawandel: Nach einer Kundgebung auf dem Marktplatz gingen die Teilnehmer auf die Demonstrationsstrecke. Foto: Foto: Bernhard Margull

Bei aller Vielfalt der Rednerinnen und Redner fanden sich doch immer wieder Übereinstimmungen: Der Kampf gegen den Klimawandel geht alle an und kann nur gemeinsam gewonnen werden, der an diesem Sonntag neu zu wählende Bundestag wird der letzte sein, der noch die Weichen in die richtige Richtung stellen kann, und gleichzeitig muss die Straße weiterhin Druck auf die Politik machen.

Den entfalteten am Freitagnachmittag geschätzt rund 300 Klimabewegte, die dem Ruf von „Fridays for Future“ auf den Bühler Marktplatz gefolgt waren. Die Mehrzahl der Teilnehmer mag in vergleichsweise jungem Alter gewesen sein, aber ein gutes Drittel hatte schon ordentlich Lebenserfahrung gesammelt.

Auch Organisationen aus der Umgebung waren vertreten, etwa die Initiative „LOS4Klima“ aus Sasbach und RAvolution aus Rastatt. Auf zahlreichen Transparenten waren Parolen („Wir streiken, bis Ihr handelt“, „Heute müssen wir uns sorgen, nicht morgen“) und Forderungen („Kohleausstieg 2030“) zu lesen, und auch kreativer Witz war zu spüren: Auf einem Plakat war in großen Lettern „Sex“ zu lesen, und etwas kleiner in englischer Sprache: „Jetzt, da ich Eure Aufmerksamkeit habe, lasst uns über den Klimawandel sprechen“. Ein als Eisbär verkleideter Teilnehmer bat: „Lasst mich leben“.

Zum Schluss kam die Politik zu Wort

Theo Kaufmann von der Bühler Gruppe von Fridays for Future moderierte die Kundgebung, die ein breites Spektrum an Redebeiträgen bot. Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sprach Barbara Becker, die dazu aufrief, Bilder und Filme des Geschehens fleißig über die Sozialen Medien zu verbreiten; Anke Hofmann trat für „Psychologists for Future“ ans Mikrofon und verglich die dünne Schale eines Apfels mit der Atmosphäre um den Erdball, um so dessen Verletzlichkeit zu symbolisieren: „Es gibt viel Wissen über die Klimakrise, aber nichts ändert sich“, kritisierte sie.

Für den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub hob Nico Paulus die Vorteil des Fahrrads hervor und kritisierte den Planungsvorrang, den die Politik dem Auto immer noch einräume; der Gärtnermeister Franz Rettig thematisierte die Bedeutung der Bäume für das Klima und erhielt viel Applaus für seine Ankündigung, der Stadt Bühl Bäume schenken und damit im Froschbächle eine Allee anlegen zu wollen.

Der zweite Rednerblock gehörte der Politik. Der Einladung von FFF gefolgt waren SPD (MdB Gabriel Katzmarek), Grüne (Thomas Gönner), Linke (Tudor Costin), FDP (Sven Gehrke) und Volt (Robin Gscheidle), deren Wahlkreiskandidaten die Gelegenheit nutzten, ihre klimapolitischen Positionen darzulegen; zuvor hatte Theo Kaufmann betont: „Wir als FFF sind überparteilich.“

Schließlich ging es auf die Straße, um all die Forderungen hineinzutragen in die Stadt, zu denen, die den Weg zur Kundgebung nicht gefunden hatten. Der Demonstrationszug entfaltete eine ordentliche Lautstärke, ganz im Sinne einer der skandierten Parolen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“

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