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Klinikum Mittelbaden

Die Menschen haben viele Fragen zur Zukunft des Klinikums Mittelbaden

Ein, zwei oder wie bisher drei Akutkrankenhäuser? Vor einer Entscheidung über die Zukunft des Klinikums Mittelbaden gab es in einer Online-Veranstaltung die Möglichkeit, Vertreter von Geschäftsführung und Aufsichtsrat zu befragen. Sie wurde intensiv genutzt.

Krankenhaus Bühl Klinikum Mittelbaden Bühl Foto: Bernhard Margull

Fragen, Fragen, Fragen: Wenn es in einigen Jahren nur noch einen Klinikstandort geben sollte, wo wird er dann sein? Welche Überlegungen für eine Nachnutzung gibt es zu den „alten“ Standorten? Wie wird entschieden, welche Leistungen in der neuen Klinik angeboten werden? Ist es nicht höchste Zeit für eine die Kreisgrenzen überschreitende Krankenhauspolitik? Die Zukunft des Klinikums Mittelbaden stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung, die aus Corona-Gründen eine ganz spezielle sein musste.

Das Podium im Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl war am Donnerstagabend auf die übliche Weise besetzt, und dass Masken getragen wurden, war so ungewöhnlich auch nicht. Die Gäste waren es, die dem Abend den besonderen Charakter verliehen: Sie waren nicht da. Der Saal musste leer bleiben, eine Teilnahme war nur online möglich. Nach einigen vergeblichen Anläufen „flutschte“ die Übertragung, die vorgesehene Präsentation des von der der aktiva - Beratung im Gesundheitswesen GmbH aus Köln erarbeiteten „Strukturgutachten Klinikum Mittelbaden“ indes musste wegen technischer Probleme gestrichen werden.

Eine Lösung für die nächste Generation

In der von Teo Jägersberg moderierten Veranstaltung stellten sich Hartwig Rihm in Vertretung von Landrat Toni Huber, dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Klinikums, die Baden-Badener Oberbürgermeisterin Margret Mergen in ihrer Funktion als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende sowie der kaufmännische Geschäftsführer Daniel Herke und der medizinische Geschäftsführer Thomas Iber den zahlreichen Fragen der Menschen an den heimischen Bildschirmen.

Zuvor machten sie deutlich, dass die in den kommenden Monaten zu beantwortende Frage nach der Zukunft des Klinikums Mittelbaden eine sehr nachhaltige Antwort erhalten müsse: „Wir wollen eine gute und verlässliche Klinikstruktur für uns und die nächste Generation, es geht um die nächsten 30 bis 40 Jahre“, sagte Margret Mergen.

Präsenzveranstaltungen sollen folgen

Hartwig Rihm versicherte, dass die Online-Information nur der Auftakt für die Bürgerinformation sei. Die ursprünglich für diesen Monat geplanten Präsenz-Veranstaltungen in Bühl, Baden-Baden, Rastatt und Gaggenau hatten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden müssen. „Die Frage ‘Quo vadis Klinikum?’ muss mit allen Betroffenen erörtert werden, bevor die Gremien ihre Entscheidung treffen“, sagte Rihm. Daniel Herke hofft, die Präsenzveranstaltungen im Januar nachholen zu können. Die Entscheidung, ob es künftig einen, zwei oder drei Standorte für die Akutkliniken geben wird, könne dann noch im ersten Vierteljahr vom Rastatter Kreistag und vom Baden-Badener Gemeinderat getroffen werden.

Medizin ist führend. Wirtschaftlichkeit ist Beiwerk an dieser Stelle.
Daniel Herke Geschäftsführer des Klinikums

Die aktiva - Beratung im Gesundheitswesen GmbH kommt in ihrem Gutachten zu einem klaren Ergebnis: Wirtschaftlich tragfähig sei nur die Ein-Standort-Variante. Die Beibehaltung aller drei Standorte würde ebenso dauerhaft negative Jahresergebnisse liefern wie die Variante, zwei neue Häuser in Rastatt und Baden-Baden zu errichten. Herke machte im Bürgerhaus aber auch deutlich: „Medizin ist führend. Wirtschaftlichkeit ist Beiwerk an dieser Stelle.“

Das unterstrich auch Thomas Iber mit dem Hinweis auf die wohnortnahe Versorgung. Aktuell erreichten 95,5 Prozent der Einwohner des Landkreises Rastatt und des Stadtkreises Baden-Baden in maximal 30 Minuten ein Haus der Akut-Versorgung. Dieser Wert solle sich nicht verschlechtern; so steht es auch im Gutachten. Iber sagte aber auch, dass es nicht sinnvoll sei, lediglich das nächste Krankenhaus aufzusuchen. Die Spezialisierung sei vorangeschritten und werde weiter voranschreiten, die Kompetenzen würden an einzelnen Standorten gebündelt.



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